aktualisiert: 25.09.2009 19:39 Uhr
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WÜRZBURG
Japan am Main
Die Mainfranken-Messe bietet bis 4. Oktober Informationen, Trends und Allerlei
Bis in die Nacht hinein wurden am Freitag noch Stände montiert, Schaukästen bestückt und Ausstellungsflächen dekoriert. Und auf dem Boden der Messehallen rollten die Aufbauer für die Besucher den Teppich aus: Die Mainfranken-Messe öffnet an diesem Samstag auf den Würzburger Mainwiesen ihre Tore. Bis zum 4. Oktober präsentieren sich in den 28 Hallen Händler und Handwerker, Organisationen und Dienstleister aus der Region.
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Fächer-Lächeln: Barbara Lohoff vom Würzburger Siebold-Museum lädt an diesem Messe-Wochenende in der Japan-Halle zu Kimono-Vorführungen ein.FOTOs NORBERT SCHWARZOTT -
Judith Orschler schlägt in der Halle des Bezirks wie zu Großmutters Zeiten Sahne zu Butter.
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Stromgeladen: Britta Kleedörfer und Juliane Götz im Elektroauto der Würzburger Stadtwerke WVV.
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Die Schneidermeisterinnen Gabriele Illius (links) und Friedrun Schlagbauer zeigen Tracht.
Rund 40 000 Quadratmeter Ausstellungsfläche, 600 Aussteller aus Nah und Fern, ein „Gesundheitspark“, Neuigkeiten für Küche, Garten und Freizeit – und dazu jede Menge Information über Bauen und Energiesparen, Wohnen und Einrichten, Freizeit und Handwerk. Wer nach einem Rundgang auf der großen Mainfranken-Messe ein wenig verschnaufen will und Muße sucht, dem sei in den kommenden Tagen Halle 2 empfohlen. Dort, im Teehaus, kocht Zen-Priester Ulrich Haas Soshiki Seizen grünen Tee. Doch was heißt Kochen: Haas zelebriert die Kunst des Teezubereitens und Teetrinkens vielmehr. An den Wochenenden jeweils um 11, 13, 15 und 17 Uhr führt der Meister in die Geheimnisse der traditionellen Teezeremonie ein.
Nach dem alten Ägypten vor vier Jahren und Thailand beim letzten Mal, laden die Messemacher der Nürnberger AFAG in diesem Jahr zur Stippvisite nach Japan: Passend zu den unterfränkisch-japanischen Beziehungen seit den Reisen des Würzburger Naturforschers Philipp Franz zu Siebold, steht das Land der aufgehenden Sonne im Mittelpunkt. Auf 1500 Quadratmetern hat Botaniker Klaus Baeske mit Bambus, Bonsai, Chrysanthemen und Ahorn japanische Wasser- und Trockengärten angelegt. Floristin Sabine Cimbollek zeigt Ikebana, die Kunst des Blumensteckens. Von Papierkünstlern können sich die Besucher Origami vorführen lassen. Und Sportler erklären die Besonderheiten von Aidido, Karate und Sumo-Ringen. Sushi gibt es im Japan-Restaurant natürlich auch.
Noch am Freitag wurde auf dem Gelände der alle zwei Jahre stattfindenden Regionalschau an allen Ecken in allen Hallen gehämmert und gewerkelt. Heiko und Hermann Könicke, die AFAG-Geschäftsführer, blickten der 26. Auflage der Würzburger Messe optimistisch entgegen: Der Krise zum Trotz sind die Ausstellerzahlen hoch. „Von der Messe gehen, trotz der Sorgen in vielen Branchen, positive Signale aus“, ist Heiko Könicke sicher. Und mit über 100 000 Besuchern – so viele waren es vor zwei Jahren – wären die Messemacher rundum zufrieden.
Französisches beim Bezirk
Der Bezirk Unterfranken ist wieder mit seinen Fachberatern für Fischerei, Kellerwirtschaft, Kulturarbeit und Heimatpflege auf die Mainwiesen gekommen. Auch wenn das Departement Calvados in diesem Jahr offiziell nicht mehr dabei ist und kein frisches Baguette mehr gebacken wird: Der Flair in der Bezirkshalle ist nach wie vor fränkisch-französisch. Es gibt Crepes, Käse und frische Austern – und Kreationen junger Modistinnen.
Den Wein-Experten kann man in diesem Jahr in einem „Kellergewölbe“ beim Keltern zusehen und den frischen Most gleich kosten. Wie der Trauben- und Apfelsaft gärt, wird in einem Holzfass demonstriert. Und keine Messe ohne Hechte, Forellen, Barsche und Waller: 26 Aquarien haben die Fischereifachberater mitgebracht. Und das 40 000-Liter-Riesenaquarium, in dem sich kleine und große Bewohner des Mains aus nächster Nähe beobachten lassen.
Was gibt es noch? Country-Bands und Cowboy-Stimmung. Denn nach vier Jahren Pause und reger Nachfrage macht der Red Grizzly Western-Saloon wieder am Main Station. Italienfreunde kommen in der „Piazza Italie“ auf ihre kulinarischen Kosten. Und wer lieber regional genießt, ist beim Bauernverband, den Landfrauen und Direktvermarktern richtig. In der Schauküche kochen Azubis und Profis während der Messe mit Bio-Lebensmitteln Menüs aus der Region.
Thematisch haben die Ausstellungsmacher zwei Themen ins Zentrum der Leistungs- und Dienstleistungsschau gerückt: Energiesparen und Gesundheit. Bauherren, Hausbesitzer und Mieter sollen sich in mehreren Hallen über Trends und Neuheiten in Sachen Energietechnik, Bauelemente und Wohnbedarf informieren können.
Beratung im Gesundheitspark
Zum zweiten Mal im Programm: der „Gesundheitspark“ mit Vorträgen, Informationen und Beratungsmöglichkeiten. Zum Kreis der Aussteller dort gehören unter anderem die verschiedenen Einrichtungen und Kliniken des Bezirks, das Würzburger Bürgerspital, Sanitätshäuser, Pflegedienste und Selbsthilfegruppen. Am Stand des Bürgerspitals können Messebesucher ihre Trittsicherheit testen lassen. AFAG-Pressesprecher Wolfgang Heinrich stellte sich am Freitag schon mal probehalber auf das Test-Gerät. Fazit von Therapieleiterin Susanne Schulz: „Vom Gleichgewicht gut bei der Sache. Er muss nur etwas für seine Muskelkraft tun“. Vielleicht hilft täglicher Messebummel – bis 4. Oktober ist Zeit.

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