aktualisiert: 01.06.2011 11:36 Uhr
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NÜRNBERG
Rock im Park: Handy- und Mikrofon-Weitwurf mit Marilyn Manson
Limp-Bizkit-Sänger war Einstellung der Soundanlage nicht laut genug – Klage von Anwohnern gegen Rock im Park
Über 142 000 Musikfans feierten drei Tage lang friedlich bei den Zwillingsfestivals Rock im Park (Nürnberg, 62 000) und Rock am Ring (Nürburgring, 80 000) eine große Party.
Mit den Auftritten von Slipknot und The Prodigy ging das Festival am Nürnberger Dutzendteich in der Nacht auf Montag zu Ende. Dabei war versucht worden, Rock im Park in letzter Sekunde zu verhindern. Anwohner hatten beim Bayerischen Verwaltungsgericht in München einen Eilantrag gestellt, der das Festival wegen „unzumutbarer Lärmbelästigung“ verhindern sollte. Das Verwaltungsgericht wies den Antrag ab. „Ernsthaft in Gefahr war das Festival nie“, sagte Klaus Fischer von der für das Nürnberger Festival verantwortlichen Würzburger Konzertagentur Argo.
Fred Durst, dem Sänger der Band Limp Bizkit, war die Einstellung der Soundanlage der Centerstage nicht laut genug: „You can't play a Concert, if you can't turn up the fucking Volume“, ereifert er sich, Du kannst kein Konzert geben, wenn Du die verdammte Lautstärke nicht aufdrehen kannst. „Die Dezibel-Zahl war aber dieselbe wie im Vorjahr“, betonte Argo-Mann Fischer. Den Fans von Limp Bizkit war's egal, sie freuten sich, dass die Gruppe nach acht Jahren erstmals wieder in Originalbesetzung auf der Bühne stand, im Gepäck Hits wie „Eat you alive“ und natürlich „Behind blue Eyes“.
„Ich wette, er trägt einen roten Samtanzug“, orakelte ein blonder Typ vor der Alternastage. Er – Marilyn Manson – trug aber einen überdimensionalen schwarzen Hut und einen dazu passenden Mantel. Sein Gesicht war weiß geschminkt, und er brüllte in einem fort „Deutschland, Deutschland.“ Brian Hugh Warner, wie die gespenstische Gestalt im wirklichen Leben heißt, sang Texte, die auf dem Index stehen, trat gegen Scheinwerfer und warf sein Mikro durch die Gegend. Dann beugte er sich zur Menge hinab und sagte: „Give me your Phone“, gib mir Dein Telefon. Der Unglückswurm, der Manson sein Handy in die Hand drückte, sah es kurze Zeit später in hohem Bogen in die Menge fliegen – und zuvor hatte Manson die Mutter des Handy-Besitzers angerufen! Was er der erzählte, muss an dieser Stelle aus Schamgründen verschwiegen werden. Mit seinen Hits geizte Manson schon eher. „Sweet Dreams“ gab es, auf „Tainted Love“ oder „The new Shit“ warteten die Fans vergeblich.

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