Fränkische Weinkönigin
2012

publiziert: 14.03.2011 16:27 Uhr
aktualisiert: 13.01.2012 13:33 Uhr
aktualisiert: 13.01.2012 13:33 Uhr
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YOKOHAMA/WÜRZBURG
Weinkönigin schildert schlimme Erlebnisse in Japan
Interview im schwankenden Hochhaus
Die Bilder sind dramatisch, die ein japanischer Kameramann festgehalten hat: Die Fränkische Weinkönigin Melanie Unsleber wird gerade von Reportern interviewt, als das verheerende Erdbeben beginnt.
Unsleber ist im zwölften Geschoss eines Hochhauses in Yokohama. Das Gebäude beginnt zu zittern: Melanie schaut verunsichert, die Japaner beruhigen sie, lachen sogar, einer macht einen Witz.
Dann beginnt der Raum zu schwanken, Bilder fliegen an den Wänden herum, Blumenvasen kippen, aus dem Regal fallen Bücher, es scheppert. Melanie kauert zwischen zwei Japanerinnen am Boden, lächelt sogar, als wäre alles nichts.
Zweieinhalb Minuten dauert der Spuk. Dass sie eines der schwersten Erdbeben Japans miterlebt hat, erfährt die Weinkönigin erst später in den Nachrichten.
Begleitet von Dieter Gerken, Verkaufsleiter der Winzergemeinschaft Franken (GWF), ist die Fränkische Weinkönigin am Sonntagabend in Frankfurt wieder gelandet. Dass beide offensichtlich Glück im Unglück hatten, wurde wenige Stunden später bei ihrer Pressekonferenz deutlich. Die beiden waren am Rosenmontag nach Japan geflogen, hatten drei Tage lang japanische Wein-Importeure besucht, aber nur im Süden des Landes, wo das Beben nicht so verheerend gewesen ist.
Dann fuhr Melanie alleine nach Yokohama voraus. Gerken machte einen letzten Besuch bei einer Weinpräsentation im Lagerhaus am Hafen von Tokio, als die Erde zu Beben begann. „Anfangs hat niemand groß darauf geachtet, doch dann begann der Raum zu wackeln“, berichtet Gerken. Alle hätten mit angelangt, Tische, Gläser und Weinflaschen festzuhalten, ein Japaner habe sogar Witze gemacht.
Wie schwer das Beben war, habe er erst erfahren, als er ein mehrgeschossiges Gebäude in Flammen sah. Das habe es in Tokio bei einem Beben noch nie gegeben, sagt Gerken.
Beeindruckt ist er von der Disziplin der Japaner: Obwohl die Bäume noch wackelten, gab es keine Panik. Weil Busse und Bahnen den Betrieb eingestellt hatten, traten die meisten zu Fuß den langen Weg nach Hause an, denn die Hotels waren in wenigen Minuten ausgebucht.
Auch Gerken wanderte zurück zum Hotel, doch er hatte dort am Vormittag ausgebucht. So verbrachte er die Nacht in der Eingangshalle, später im Konferenzsaal, den die Hotelleitung geöffnet hatte.
Gerken ist beeindruckt vom konstruktiven Miteinander und der Hilfsbereitschaft der Japaner. Sehr respektabel empfindet er auch das Verhalten der japanischen Medien. Die Berichterstattung sei sehr sachlich gewesen, ohne jede Übertreibung und Sensationslust. Dies habe wohl auch dazu beigetragen, dass keine Panik ausgebrochen sei. Darüber sollten westliche Medien einmal nachdenken, meint er.
Bestätigt wird er von der Fränkischen Weinkönigin: „Richtig beunruhigt war ich erst durch mehrere SMS aus Deutschland wegen einer drohenden Atomkatastrophe; da bin ich richtig in Panik verfallen“, sagt die 24-Jährige.
Ihre Aufgabe als Repräsentantin des Frankenweins hat sie dennoch erfüllt. Im Hafen von Yokohama eröffnete sie kurz eine Weinmesse, die ein Förderverein für deutsche Kultur organisiert hatte.
Trotz der Katastrophe waren 500 der angemeldeten 1000 Besucher gekommen. Dann aber hatte die Sicherheit Vorrang – auch wenn sich der einzig verfügbare Fahrer die Fahrt zum Flughafen mit vielen Hindernissen und Umwegen mit mehreren Hundert Euro bezahlen ließ.
Weinexporte spielen in der Bilanz der GWF mit insgesamt weniger als einem Prozent eine geringe Rolle. Doch trotz der dramatischen Erlebnisse will die GWF die Geschäftsbeziehungen mit Japan fortsetzten – auch mit persönlichen Kontakten.
„Wir werden nächstes Jahr wieder fahren, schon wegen der vielen netten Menschen dort, die Deutschland sehr schätzen“, sagt GWF-Geschäftsführer Michael Schweinberger.
Und würde auch Melanie Unsleber noch einmal den Frankenwein in Japan vertreten wollen? „Ja, ich würde wieder fliegen. Angst zu haben, ist nach meinen Brasilienaufenthalten kein ungewohntes Gefühl“, sagt die mutige junge Frau von der Saale.
Unsleber ist im zwölften Geschoss eines Hochhauses in Yokohama. Das Gebäude beginnt zu zittern: Melanie schaut verunsichert, die Japaner beruhigen sie, lachen sogar, einer macht einen Witz.
Dann beginnt der Raum zu schwanken, Bilder fliegen an den Wänden herum, Blumenvasen kippen, aus dem Regal fallen Bücher, es scheppert. Melanie kauert zwischen zwei Japanerinnen am Boden, lächelt sogar, als wäre alles nichts.
Zweieinhalb Minuten dauert der Spuk. Dass sie eines der schwersten Erdbeben Japans miterlebt hat, erfährt die Weinkönigin erst später in den Nachrichten.
Begleitet von Dieter Gerken, Verkaufsleiter der Winzergemeinschaft Franken (GWF), ist die Fränkische Weinkönigin am Sonntagabend in Frankfurt wieder gelandet. Dass beide offensichtlich Glück im Unglück hatten, wurde wenige Stunden später bei ihrer Pressekonferenz deutlich. Die beiden waren am Rosenmontag nach Japan geflogen, hatten drei Tage lang japanische Wein-Importeure besucht, aber nur im Süden des Landes, wo das Beben nicht so verheerend gewesen ist.
Dann fuhr Melanie alleine nach Yokohama voraus. Gerken machte einen letzten Besuch bei einer Weinpräsentation im Lagerhaus am Hafen von Tokio, als die Erde zu Beben begann. „Anfangs hat niemand groß darauf geachtet, doch dann begann der Raum zu wackeln“, berichtet Gerken. Alle hätten mit angelangt, Tische, Gläser und Weinflaschen festzuhalten, ein Japaner habe sogar Witze gemacht.
Wie schwer das Beben war, habe er erst erfahren, als er ein mehrgeschossiges Gebäude in Flammen sah. Das habe es in Tokio bei einem Beben noch nie gegeben, sagt Gerken.
Melanie Unsleber in Japan
Die Fränkische Weinkönigin schildert ihre dramatischen Erlebnisse.
Auch Gerken wanderte zurück zum Hotel, doch er hatte dort am Vormittag ausgebucht. So verbrachte er die Nacht in der Eingangshalle, später im Konferenzsaal, den die Hotelleitung geöffnet hatte.
Gerken ist beeindruckt vom konstruktiven Miteinander und der Hilfsbereitschaft der Japaner. Sehr respektabel empfindet er auch das Verhalten der japanischen Medien. Die Berichterstattung sei sehr sachlich gewesen, ohne jede Übertreibung und Sensationslust. Dies habe wohl auch dazu beigetragen, dass keine Panik ausgebrochen sei. Darüber sollten westliche Medien einmal nachdenken, meint er.
Bestätigt wird er von der Fränkischen Weinkönigin: „Richtig beunruhigt war ich erst durch mehrere SMS aus Deutschland wegen einer drohenden Atomkatastrophe; da bin ich richtig in Panik verfallen“, sagt die 24-Jährige.
Ihre Aufgabe als Repräsentantin des Frankenweins hat sie dennoch erfüllt. Im Hafen von Yokohama eröffnete sie kurz eine Weinmesse, die ein Förderverein für deutsche Kultur organisiert hatte.
Trotz der Katastrophe waren 500 der angemeldeten 1000 Besucher gekommen. Dann aber hatte die Sicherheit Vorrang – auch wenn sich der einzig verfügbare Fahrer die Fahrt zum Flughafen mit vielen Hindernissen und Umwegen mit mehreren Hundert Euro bezahlen ließ.
Weinexporte spielen in der Bilanz der GWF mit insgesamt weniger als einem Prozent eine geringe Rolle. Doch trotz der dramatischen Erlebnisse will die GWF die Geschäftsbeziehungen mit Japan fortsetzten – auch mit persönlichen Kontakten.
„Wir werden nächstes Jahr wieder fahren, schon wegen der vielen netten Menschen dort, die Deutschland sehr schätzen“, sagt GWF-Geschäftsführer Michael Schweinberger.
Und würde auch Melanie Unsleber noch einmal den Frankenwein in Japan vertreten wollen? „Ja, ich würde wieder fliegen. Angst zu haben, ist nach meinen Brasilienaufenthalten kein ungewohntes Gefühl“, sagt die mutige junge Frau von der Saale.
Von unserem Redaktionsmitglied Herbert Kriener
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