aktualisiert: 08.01.2010 09:58 Uhr
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UNTERERTHAL
Simsalabim und Sprachgewirr
Unterfränkischer Karnevalsnachwuchs begeisterte in Untererthal
Eine gelungene Premiere feierte die Förderation Europäischer Narren (FEN) mit der ersten Nachwuchssitzung überhaupt, die sie an die Untererthaler Karnevalsgesellschaft (UKG) vergab. Eine Kinder- und Jugendsitzung zur Nachwuchsförderung in Franken war schon seit Jahren geplant, so Regionalpräsident Heiko Förster, dessen Dank der UKG mit der Vorsitzenden Hedy Böhle galt.
Im Publikum auch FEN-Vizepräsident Siegfried Girling (Elfershausen). Stellvertretende Landrätin Magdalena Dünisch lobte die Ausrichter. Bürgermeister Ernst Stross sah „einiges im Gange“ und die Erthalhalle als idealen Veranstaltungsort. Dazu zählte ein nächtlicher Wassereinbruch in der Halle, den Helfer noch rechtzeitig in den Griff bekamen.
Die Sitzungspräsidenten Luisa Friedrich und Ludwig Müller stellten die teilnehmenden Gesellschaften aus ganz Unterfranken vor und die UKG-Jugendgarde läutete mit ihrem flotten Tanz das Spektakel ein. Trotz mehrerer krankheitsbedingter Ausfälle gelang der Auftakt der von Jessica Brust trainierten Mädchen hervorragend.
Das Dettelbacher Tanzpaar Mali Franke und Kilian Kuhn zeigte im Anschluss mit ihrem Paartanz, was Trainingsfleiß zustande bringt. Nicht umsonst sind die beiden jungen Karnevalisten Deutscher Meister ihrer Altersklasse.
Mit der ÖFG Oberthulba wirkte eine weitere Faschingsgesellschaft aus dem Altkreis mit. Die jungen Akteure lieferten eine „Fernsehshow“ ab, in der von einem Sender zum anderen „gezappt“ wurde. Landfunk, Boxkampf, Kinderpflege und Kochrezepte ergaben ein babylonisches Sprachengewirr, das die Zuschauer lachend und applaudierend quittierten. Aus dem Landkreis Bad Kissingen kamen auch die kleinen Hexen „Simsalabim“ aus Stangenroth mit ihrem zauberhaften Showtanz.
Im Ruf einer unterfränkischen Faschingshochburg steht Bergrheinfeld, das mit Marika Kern ein Ass auf die Bühne schickte. „Ach, wenn ich doch schon 20 wär“, zeigte sie die Nöte eines Teenagers mit zerrissenen Jeans auf. Eine gelungene Bütt, der die „Schneegäns“ aus Eisingen einen wirbelnden Gardetanz folgen ließen.
Albertshofen ist bei den UKG-Sitzungen Dauergast und schickte mit den „Bobberli“ eine Kindergruppe, die unter dem Titel „Black ist back“ Songs bekannter Bands der 60er und 70er Jahre von Diana Ross bis Boney M nachahmten. Ins Schwarze traf auch Kilian Kuhn mit seinen witzigen Gags über Schule, Eltern und Bruder und forderte mit trockenem Humor die Bauchmuskulatur.
Die Untererthaler jüngste Garde setzte mit ihrem temperamentvollen Showtanz „Pippi Langstrumpf“ noch ein Highlight vor der Pause. Trainiert von Sabine Kuchenbrod, Sandra Lenhard und Dagmar Greiner ernteten die jüngsten UKGler anhaltenden Applaus.
Der sehenswerte Showtanz der Jugendgarde aus Dettelbach läutete den zweiten Teil ein. Songs von Madonna und anderen Stars waren bei dem quirligen Potpourri angesagt. Eine reife Leistung boten die Tanzmäuse aus Kist, die mit viel Schwung und Akrobatik dem Publikum Anerkennung abrangen.
Ein toller Gag war „Das Fußballspiel“, ein Sketch des UKG-Nachwuchs Sandro Koch und Alina Schaub, den diese mit ihren Müttern eintrainierten. Männer wissen alles über Fußball. Man kann sie also auch alles fragen. „Wie viele Löcher hat das Tornetz?“ Da musste selbst der Alleswisser passen. Weibliche Logik zwingt auch dazu, dass Foul nur der sein kann, der am Boden liegt.
Mit einer Polka zeigten die Mädels aus Bergrheinfeld nochmals ihr Können und die Oberthulbaer Jugendtruppe spielte das Märchen von Aschenputtel auf ihre Weise – eine Blödelshow, die zum Lachen reizte. Julia Hofmann aus Dettelbach überzeugte mit ihrem Solo-Tanz. Kein Wunder, denn die junge Aktrice ist Bayerische Meisterin und tanzt in der Zweiten Bundesliga.
Den Schlusspunkt der ersten FEN-Jugendsitzung setzten die UKG-Jugendgarden mit einer „Reise durch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten“, eine Super-Tanzshow, die im Gedächtnis bleibt.
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