aktualisiert: 08.02.2010 19:37 Uhr
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ESSELBACH
Schwanger von Hofmanns-Tropfen?
„Die Rattel“ aus Oberndorf machen mit ihrer Prunksitzung Station in Esselbach
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Prächtiges Bild: Bei der Prunksitzung in Esselbach zogen die Garden des benachbarten Oberndorfer Carnevalvereins mit dem Spielmannszug Esselbach gemeinsam zum klingenden Spiel in die Spessarthalle ein.Fotos (3) Ernst Dürr -
Mit Tschingderassabumm: Der Esselbacher Spielmannszug ist auch beim Frankfurter Faschingszug am nächsten Sonntag engagiert.
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Tratsch mit Line und Bine: Natascha Weidner und Corinna Hommer wissen das Neueste aus den Grunddörfern.
Gemeinsam mit dem Spielmannszug der Königlich Bayerischen Landwehr „Frisch auf“ Esselbach hielt der Oberndorfer Carnevalsverein (OCV) „Die Rattel“ am Samstagabend wieder seine Prunksitzung in der voll besetzten Esselbacher Spessarthalle. Farbenprächtig und mitreißend war der Einzug der Spielmänner mit den Garden und den Elferräten.
Sicher gibt es in der Region kaum eine karnevalistische Veranstaltung mit einer derart beeindruckenden Eröffnungskulisse. Das OCV-Gastspiel in Esselbach hat bereits Tradition. Schließlich sind die „Rattel“ ein ortsübergreifender Verein und eines der wichtigsten verbindenden Elemente der Grundgemeinden Bischbrunn und Esselbach.
S chweinegrippe: keine Sau krank
Richard Roos, Vorsitzender des Spielmannszuges, begrüßte in gereimter Form die Gäste. Das abwechslungsreiche Programm der Esselbacher Prunksitzung unterschied sich nur in Nuancen von den Sitzungen in Oberndorf (wir berichteten ausführlich). Die Regenten des Rattelreichs, Prinzessin Karin I. und Prinz Alexander I., verlasen ihre Regierungserklärung auch den Esselbachern. Thema Schweinegrippe: Beim OCV sei keine Sau krank, denn die Rattelsau sei beim Esselbacher Landarzt Dr. Schreck eingehend untersucht worden. Sie verwiesen auf die neu „Hochspessarter Seenplatte“ im Esselbacher Wald und forderten zum Ausgleich ein Spaß-Bad am Oberndorfer Molkenbrunn.
Auch hier waren wieder gekonnte und feurige Gardevorführungen der Elferrats-, Prinzen- und Nachwuchsgarde sowie der Funkenmariechen zu bewundern Den zweiten Teil der Sitzung dominierten sehenswerte Schautänze der Garden und des OCV-Männerballetts. Dabei konnte man wilde „Squaws“ beim Tanz vor dem Wigwam beobachten, mit „Liebe lieber indisch“ in den südasiatischen Subkontinent eintauchen oder mit Mogli Abenteuer im „Dschungelbuch“ erleben.
Die Tanzeinlagen bildeten den Rahmen für wirklich humorvolle Büttenreden und lustige Sketche, die natürlich auch reichlich Esselbacher Lokalkolorit boten. Als Kredenbacher hatte Sitzungspräsident Helmut Hofmann in der Spessarthalle ein Heimspiel und lief zur Bestform auf. Diese setzte er auch als Büttenredner in gewohnt perfekter Weise um. Im „Schullehrerreport“ spielte er sich selbst: einen geplagten Lehrer. Dabei nahm er kein Blatt vor dem Mund. Mit Biogas könne man ja Energie erzeugen, weshalb man mit den Gehirnblähungen der Bildungspolitiker alle bayerischen Schulen ein Jahr heizen könne. In der Esselbacher Kirche Bräuchte man dicke Socken, witzelte er in seinem umjubelten Song „Hessisch-Babbeln“. Da komme er doch lieber in die Hölle – nah an's warme Fegefeuer. Zuvor hatten Natascha Weidner und Corinna Hommer als „Line und Bine“ mit dem ersten Vortrag das Eis gebrochen und lieferten eine ganze Serie von Gags.
„Ein glückliches Paar“ stellten Dominik Bauer und Ilse Thurn dar. Ob man von „Hofmanns-Tropfen“ schwanger werden könne, fragte Ilse. Die Antwort von Dominik bezog sich auf den Esselbacher Bürgermeister: „Ja, wie alt ist denn der Hofmann eigentlich?“.
Frank Schwab übermittelte als „Koch“ mehr als deftige Erfahrungsberichte aus seiner Drei-Sterne-Küche. So gestand er, dass er aufzweierlei Arten kochen könne, je nachdem ob die Gäste wiederkommen sollen oder nicht. Thomas Väth, „Der Schmied aus Bischbrunn“ philosophierte über Windelwickeln und Kindererziehung. Unnachahmlich ist sein Talent, mit Songs zur Gitarre die Zuhörer mitzureißen.
Jahresorden überreicht
OCV-Präsident Andre Seitz überreichte den Jahresorden an Bürgermeister Klaus Hofmann, Pfarrer Alexander Eckert, Hallenwart Horst Juhr, einen Vertreter der Sitzungskapelle, Katharina Maier als Vorsitzende des Fördervereins sowie an Vorsitzenden Richard Roos vom Spielmannzug Richard Roos, Egon Heim (Tambourmajor) und Uli Heim (Kassier). Auch die Abordnung der „Hädefelder Lorbser“ mit Präsident August Jeßberger und dem Prinzenpaar Isabella I. und Rudolf I. erhielt einen Orden. Als Gastgeschenk hatte der Nachbarverein sein Tanzmariechen Charlotte König mitgebracht. Sie stammt aus Oberndorf und ist Tochter des diesjährigen Prinzenpaars.
Sitzungspräsident Helmut Hofmann überreichte dem Esselbacher Pfarrer Alexander Eckert einen Himbeergeist zum Aufwärmen – wegen der Kälte in seiner Kirche. Der Gottesmann wusste zu kontern: Die ersten Gläubigen, die am Sonntagmorgen zum Gottesdienst kämen, würden ein Gläschen erhalten. Verschmitzt meinte er, die Gäste sollten sich beeilen, denn die Flasche wäre nicht besonders groß.
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