publiziert: 24.01.2010 19:15 Uhr
aktualisiert: 01.02.2010 11:23 Uhr
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Laabfrösch zwische Kraud un Rüawe

Zwei ausverkaufte Prunksitzungen am Wochenende bei den „Alpfler Laabfrösch“
  • Flotte Feger: Die Showtanzgruppe war die Rakete des Abends.
    FotoS: (3) ROBERT KÖHLER
  • La-Ola mit der Politprominenz: Marktheidenfelds Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder und Landrat Thomas Schiebel hatten ihren Spaß.
  • Er darf in der Bütt nicht fehlen: Werner Reidelbach als genervter Landwirt.
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Bis weit nach Mitternacht erlebten die Gäste am Wochenende in Altfeld an zwei Abenden fränkische Fasenacht vom Feinsten. Kein Wunder, die „Alpfler Laabfrösch“ pflegen das Brauchtum nunmehr schon 24 Jahren. Tänzerische Höchstleistungen beim Gardetanz, humorvolle Einblicke in das Dorfgeschehen und Spitzen gegen die kommunale Politik zogen die Gäste in der Grafschaftshalle in ihren Bann.

    
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Sitzung Altfeld
Sitzung Altfeld
Sitzung Altfeld
Sitzung Altfeld
Prunksitzung 1
Altfeld
23.01.2010
    
 
    
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Prunksitzung 2
Altfeld
    

Sonja Behl erzählte gleich zu Beginn, dass man nicht zu denken bräuchte, Gartenarbeit sei ein Vergnügen. „Mer schoart, hackt, seabt, Läus un Flöh sitze bereit un fresse alles kla“. Bis zum Herbst stünde aber das „Kraud“ für den Fränkischen Abend zur Verfügung. Schließlich kündigte sich der Elferrat an, damit war „genug gebadscht un geblaudert“. Erstaunt blickten die Gäste auf die Bühne, denn der Laabfrosch-Präsident Erhard Behl fehlte; stattdessen prangte ein Bild auf seinem Platz. Sitzungspräsident Thomas Oleynik erklärte: „Ohne unseren Erhard geht nichts, bis er eintrifft, brauchen wir ihn zumindest als Pappkameraden.“

Den Gardetanz eröffnete die Nachwuchsgarde mit bewundernswertem Elan. Die Trainerinnen Kerstin Oleynik und Anja Schwab verstanden es vortrefflich, die Truppe zu einer Spitzenleistung zu motivieren. „Auf die Blumenwiese“ hatte Christiane Hörning ihre Purzelgarde geführt, wo die Kleinen in ihren herrlich-bunten Kleidchen beim Balletttanz beachtliches Talent bewiesen.

Das Dorf der Vergessenen

Bevor das Kinderballett in zarten rosa-lindgrünen Schmetterlingskostümen Musik in anmutige Bewegung umsetzte, zerrten die beiden Originale Anita Gräder und erstmals Edith Schäffer als Alwine und Bawett aus dem „Dorf der Vergessenen“ (für Fremde: Stadtteil Oberwittbach) an sämtlichen Lachmuskeln. Seitdem das Sterben modern ist, sei man nämlich seines Lebens nicht mehr sicher. Da die Bawett nach ihrem Beinbruch besser als vorher laufen konnte, empfahl die freundliche Alwine voller Mitgefühl beim nächsten Unfall eine Gehirnerschütterung.

Der Pfarrer hatte am Sonntag gepredigt, dass der Mensch nicht alleine bleiben sollte. So befasste sich die jugendliche Sketchgruppe beim Frisör mit dem Thema Frauensuche. Die jungen Schauspieler zeigten großes Bühnentalent, schließlich wurden Natalie und Marcel Wiesmann, Sebastian und Marco Nitschky und Simon Reinhold die „Fasenachtsgene“ in die Wiege gelegt.

Heinz Matschiner wusste von einer brisanten Parteispendenaffäre von 50 Euro an die CDU. Angela Merkel erhielt den Betrag, zweckgebunden an einen Frisörbesuch. Pleiten, Pech und Pannen einiger Ortsbewohner beleuchteten Brigitte Wiesmann und Thomas Oleynik in „Zwei Fliegen auf dem Misthaufen“.

Als genervter Landwirt berichtete Büttenredner Werner Reidelbach von seinem Leid als Ehemann. „Der Herr daham bin ich, mei Alte glabt mer des nur niht“. Kennen gelernt hat er sie durch eine Anzeige im Blättle. „Bäuerin mit Traktor erwünscht, Bildzuschrift mit Traktor erwünscht“.

Erotische Bulldogwäsche

Nach der Pause ging es beim Auftritt der „Laabfroschgarde“ mit atemberaubendem Tempo weiter. Eine neue Folge von BSE, „Bauer sucht Eine“ moderierte Irmtraud Schöffer. Simon Englert als Jupp, der Jungbauer mit ohne Haar“, Achim Hofmann als Schorsch, der daheim bei der Mama wohnt, und Jonas Gebert als Richard, seit zwei Tagen allein, suchen eine Frau. Die drei Bewerberinnen Rita (Christiane Fertig), Bärbel (Heike Nitschky) und Chantal (Robert Schöffer) mussten sich in verschiedenen Disziplinen bewähren. Da standen Heumachen im Bikini, erotische Bulldogwäsche und Kuheutermassage auf dem Programm.

„Quer durchs Gemüsebeet“ tanzten mit einer akrobatischen Meisterleistung die „Arschkrampe“. Nach den zarten Klängen von Tschaikowskys „Schwanensee“ steigerte sich das Tempo gewaltig zur „Sexbomb“.

Lösung fürs leere Stadtsäckel

Einen kabarettistischen Knaller brachte die Sketchgruppe „Ölf (Öuwerwittwer Lebens-Form) und seine Freunde“. Zum Kappenabend im Gasthaus „Zum goldenen Rathaus“ hatte die Bürgermeisterin die Gemeindeoberhäupter aus den „zurückgebliebenen Gemeinden“ eingeladen. Zusammen wollte man nach einer Lösung für das leere Stadtsäckel suchen. Im Original-„Grundton“ kritisierte der Oberbürgermeister der größten Spessartgemeinde die Ausgabenpolitik der Stadt Marktheidenfeld. Das andere Oberhaupt in Polizeiuniform konnte nur kurz auf der Bühne verweilen, denn Radio Charivari benötigte dringende Wetterdaten. Gemeinsam überlegte man sich neue Gebühren als Ausweg für die knappen Finanzmittel.

„Der Exportschlager aus Glasfld“, Rainer Thorun als Berchschneider sorgte für wahre Lachsalven. Er musste wie eine Motorsäge angeworfen werden. Da der Tank leer war, wurde ihm zunächst eine Flasche Gerstensaft eingeflößt. „Ihr müsst mich nur zehn Minuten ertragen, ich mich 365 Tage im Jahr.“ Er trug aus seiner Biografie „Mein Stillleben als Hausmeister bei der Stadt Marktheidenfeld“ das Kapitel 1, Vers 25, vor.

„Schaun, das Schaf“ nannte sich die Vorführung des Männerballetts. Nach dem Genuss eines Joints träumte die Schafherde von einem Traumurlaub in der Karibik. Als neue Gesangstruppe präsentierten sich die „Alpfler Glubschaache“. Sie besangen die Bautätigkeit der Stadt: „Hohe Steuern, das bringt Geld, für millionendicke Mauern“.

Die Rakete des Abends war die Showtanzgruppe. Synchronie im Bewegungsablauf, perfekt einstudierte Choreografie bei „Ist die Katze aus'm Haus“ und bewundernswerte Kondition wurden vom Publikum mit anhaltenden Beifallsstürmen bedacht.

 
Von unserem Mitarbeiter ROBERT KÖHLER
    
    

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