aktualisiert: 07.02.2011 19:03 Uhr
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KÖNIGHEIM
Von Nonnen und Stimmungstötern
Bettflaschen des Königheimer Karneval-Klubs fanden kein Ende
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Eroberte die Herzen: Die Kindergarde des Karneval-Klubs Königheim begeisterte die Zuschauer.Fotos: Herbert Bickel -
Akrobatische Vorführung: Viel Beifall gab es für das Tanzmariechen Leonie Haag.
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Kleine Weltreise: Als „Pilotin“ gab Corina Fast beim „Krampfader-Geschwader“ die Richtung vor.
Manch einer sehnte sich längst nach seinem Bett, doch die Flasche gab immer noch was her: Kein Ende fanden die Bettflaschen des Königheimer Karneval-Klubs am Samstagabend bei ihrer Prunksitzung in der mit über 500 Besuchern besetzten Brehmbachtalhalle.
Die Reihen hatten sich allerdings merklich gelichtet, als sich alle Akteure zum großen Finale auf der Bühne versammelten. Nach fast sechseinhalb Stunden fiel der Vorhang, viel beklatscht vom Rest-Publikum, das bis dahin eisern ausgeharrt hatte. Etliche der insgesamt 27 Programmpunkte waren schlichtweg zu lang, ganz zu schweigen von denjenigen, die sich als wahre „Stimmungstöter“ erwiesen.
Dabei ging‘s bei den Stöwwerkarren allemal schwungvoll los – nach dem Einzug der 17 Gastabordnungen mit den Guggemusikern der Wölchinger Wölfe heizte der Präsident der Oberlaudaer Rootzen, Holger Ebert, gekonnt die Stimmung an, um schließlich an seinen Königheimer Kollegen Dirk Häfner abzugeben, der selbst weit nach Mitternacht die Übersicht behielt. Stets den richtigen Ton traf ebenso die Musikkapelle unter ihrem Dirigenten Klaus Zimmermann – wenn auch mancher Büttenredner fast verzweifelt einen „Tusch“ forderte – „doch ohne zündenden Grund bleibt jedes Instrument weg vom Mund“.
Für den einen oder anderen Lacher sorgten zum Auftakt die als „running gag“ gedachten Bühnenarbeiter Stephan Waltert und Torsten Hammrich. Indes, nur lauwarme Gerichte servierte die Bedienung und „Wuchtbrumme“ aus Grünsfeld, Claudia Brunner. Die Kindergarde eroberte wiederum die Herzen der Zuschauer im Sturm (Trainerinnen Silke Egles und Tanja Waltert). Recht stürmisch und gewohnt forsch gab sich der als „Überraschungsgast“ angekündigte Minister – als „Kardinal“ versuchte Wolfgang Reinhart seine „Schäfchen“ von der „wahren Lehre“ zu überzeugen.
Warten auf göttliche Eingebung
Überzeugend in jeder Hinsicht das Tanzmariechen Leonie Haag, während die „Zwei Klosterschwestern“ Sonja Reinhart und Franziska Bartholme, die als „Nonnen auf Zeit“ agierten, sicherlich noch die eine oder andere „göttliche Eingebung“ vertragen hätten. Mit dem Schautanz der Jugendgarde (Annette Schreck), die als „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ die Bretter bevölkerten, stieg erneut der Stimmungspegel bis hin zu den „Kirchbergspatzen“, die lokale Geschehnisse aufs Korn nahmen. Damit kam man bei den Zuhörern gut an. Die Halle erbebte gar nach dem Lied der achtköpfigen Formation zum 2011er Orden („Zehn lange Jahre ist es her, der Kreisel ist noch immer leer“).
Der Marschtanz der Aktivengarde der Schweinberger Vögel leitete über zu den „Samstagsmalern“ Ingbert Steinam, Michael Berthold und Rene Steinam, die mit dem Hinterteil prompt erkannte „Kunstwerke“ schufen – kritisch beäugt vom Stoppuhr betätigenden Bürgermeister Ewald Wolpert, der für manche Anmerkung herhalten musste.
Nachdem Anna-Lena Achstetter und Patrick Köhler die Cowboys und Indianer auferstehen ließen, nahmen die „Brüggeratscher“ Ingbert Steinam, Armin Häfner und Roland Häfner das Dorfgeschehen kritisch unter die Lupe. Die Juniorengarde (Claudia Schreck und Mareike Stephan) entführte die Betrachter schließlich per Schautanz in die „Disco“ – ein fetziger Beitrag, der zurecht laute „Zugabe“-Rufe herausforderte.
Das mit der „Zugabe“ muss wohl Gerald Borst auch noch auf sich bezogen haben, denn der Ehrenpräsident, der als „Profi-Demonstrant“ über alle möglichen Unzulänglichkeiten lamentierte, fand und fand kein Ende. Im Saal hatten sich längst angeregte Gesprächsrunden gebildet, ehe das zehn Damen umfassende „Krampfader-Geschwader“ (Silke Egles) wieder die ungeteilte und verdiente Aufmerksamkeit erfuhr. Als umsichtige „Pilotin“ auf Weltreise stellte Corina Fast diverse Länder vor, abgelöst von der gemischten Schautanzgruppe der Höpfinger Schnapsbrenner, die in jeder Hinsicht begeisterte, weshalb man die Akteure geradezu mit Beifall überschüttete.
Nachdem der Ex-Präsident als „Doddy“ gar noch den Elferrat zum Tanzen animiert hatte, leitete das Männerballett (Elke Schiltmeyer und Annalena Schiltmeyer) mit seiner „Geister- und Zombieshow“ plus Verlängerung kurz vor zwei Uhr in das große Finale einer Prunksitzung über, der ein wesentlich strafferer Ablauf gut getan hätte.
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