publiziert: 07.03.2011 12:55 Uhr
aktualisiert: 07.03.2011 16:24 Uhr
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Die Kunst des gepflegten Lästern

Viel lokales Faschingskolorit bei der Sulzfelder Prunksitzung
  • Diese Männer wissen was los ist: Die Bargets-Barden haben genau aufgepasst, was so alles in Sulzfeld passiert ist und haben darüber ihre geschliffenen Reime verfasst.
    Fotos (2) Thomas Hälker
  • Wenn Jungs mal Mädels sein dürfen: Das Männerballett zog alle Register und die Akteure schwebten im schrillen Outfit über die Bühne.
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Andere Maßeinheiten herrschten in Sulzfeld Beim Fasching in der Höhberghalle vor. Gleich zu Beginn der Prunksitzung der „Voddr und sei Tochder“, alias Udo und Sidney Streit neue Rechenmethoden, Lösungen und Ausnahmeregeln und ließen eine Rakete nach der anderen steigen. „Millimeter, Zentimeter, Kilometer und der Bürgermeister sagt immer Elfmeter ist auch eine Maßeinheit“. Unbarmherzig zog Töchterlein über Schule, Lehrer und ihren Erzeuger im Allgemeinen her.

Rasant ging es von Punkt zu bei dieser neunten Prunksitzung, die vom Musikverein und vom Sportverein organisiert und vom Sitzungspräsidenten Christian Stingl geleitet wurde. Vor allem die Jugend demonstrierte, dass die Sulzfelder sich keine Sorgen über den Fortbestand des Faschings machen müssen. Tradition ist in Sulzfeld, das die Purzelgarde den Tanzmarathon eröffnet und das Tempo für die weiteren Garden vorlegte.

Prachtvoll geschmückte Kinder in afrikanischen Kostümen, lieferten rhythmische Steilvorlagen. Häppchen für Häppchen tischten die Sulzfelder Mädels eine Einlage nach der anderen auf und ließen das Publikum nie hungrig zurück.

Sehnsüchtig erwartet wurden wieder die Bargets-Barden, die musikalische Einlagen über die Bürger, den Bürgermeister und die Bürgervertreter zum Besten gaben. Das dies nicht ohne Lacher und reichlich Beifall vonstatten ging ist selbstverständlich. König Jürgen und seine Knappen aus dem Gemeinderat lieferten so manch brillante Anekdote für die Sänger. Die hatten genau hingehört was übers Jahr angefallen ist und haben darüber ihre Lieder gedichtet. Ein schlechtes Gewissen haben die Bargets-Barden gegenüber den Gemeindepolitikern nicht, hat es doch den Rest der Gemeinde bestens amüsiert, das ist gelebte Demokratie vor allen zu Fasching.

Zurück zur neuen deutschen Welle entführten Udo's & Girls den Saal und ließ neben 99 Luftballons auch das ein oder andere Raumschiff steigen. Gestiegen ist auch das Stimmungsbarometer im Saal, denn das Publikum stieg ein in die Songs der achtziger Jahre.

Für Stimmung sorgten auch Rudi & Petra, die mit ihren Schunkelliedern und Faschingskalauern sehr gut ankamen. Eine Sulzfelderin die das Sulzfelder Lied analysierte, eine Fränkin über den Sinn des Frankenlandes philosophierte und ein Burgfräulein, das seinen wahren und einzigen Ritter im Königreich Sulzfeld fand – drei starke Frauen in der Bütt die wissen was so alles los ist in der Gemeinde.

Kein gutes Wort hatte Katharina Weber für Medien und Politik übrig. Man bekomme nur das zu hören was man hören soll. Das Dschungelcamp, der Superstar oder auch das Supermodel, alle haben das gleiche Niveau wie unsere Politiker. „Ein ständiges Herumgelüge und Volksverdummung, Leute aufgepasst, das mit dem E10 Sprit ist der Preis und steht für 10 Euro, nicht für den Namen des Superkraftstoffes“. Wenn das nicht mal Wahrheit wird.

Gute Worte füreinander fanden auch die Lästerschwestern Ramönchen und's Katilein, alias Katja Streit und Ramona Schmitt nicht. Sie schimpften nicht nur übereinander, sondern auch miteinander gegen alles nach dem Motto. „Würden Frauen nichts erzählen würde Männern etwas fehlen“.

Einen IQ über 150 hatten die Kinder in der Sulzfelder Schule, die alle ohne Zögern beantworten konnten, aber auch wussten, woher ihre übermäßige Intelligenz kommt. Einen Höhepunkt legte zum Schluss Michael Solf als „Sulzfelder Drecksack“ auf die Bretter. Er hatte einiges über die agilen Rentner des Ortes zu vermelden.

Krönender Abschluss war das Männerballett, das auch in Sulzfeld grazil und mit voller Körperbeherrschung wie die Gazellen über die Bühne huschte und den Abend einen perfekten Abgang bescherte.

ONLINE-TIPP

Weitere Bilder im Internet: www.mainpost.de/fasching

Von unserem Mitarbeiter Thomas Hälker
    
    

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