publiziert: 24.01.2010 18:10 Uhr
aktualisiert: 25.01.2010 14:42 Uhr
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Beim Dorfabend ging es Schlag auf Schlag

Gardetänze, Büttenreden und Sketche sorgten für Stimmung und Abwechslung im Gernacher Sportheim
  • Wahrsagerpuppe: Ein Mädchen (links im Bild) als Wahrsagerpuppe zeigt beim Gernacher Fasching immer an, wenn ein Kind lügt. So bekommt die Mutter mit, dass Fritzchen (rechts) eine Probe verpatzt hat. Die Lügengeschichten aus ihrer Kindheit – von wegen gute Schülerin – lassen die Wahrsagerpuppe niedersinken. Den Sketch „Die Wahrsagerpuppe“ präsentierte eine Gruppe der Komm–In-Gruppe Früchtetraum.
    Foto: Erhard Scholl
  • Sister Act: Wie die großen Vorbilder aus dem bekannten Film begeisterte die Tanzgarde des Gernacher Frauenbundes temperamentvoll die Gäste beim Gernacher Dorfabend.
    Foto: Erhard Scholl
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„Rammi dammi live in Ganni“, unter diesem Motto stand der Dorfabend in Gernach, gemeinsam organisiert und zum 11. Mal durchgeführt vom Frauenbund und der Musikkapelle Gernach. Mehr als 200 Besucher konnten sich an den beiden Abenden an einem bunten Programm freuen: Gardetänze, Büttenreden und Sketche sorgten für Stimmung und Abwechslung.

    
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Närrischer Dorfabend
Gernach
25.01.2010
    

Die Garden der Komm-In-Gruppe Früchtetraum begleiteten den Fünferrat unter dem Beifall des närrischen Publikums in den Saal. Dann ging es Schlag auf Schlag durchs Programm.

Dachdecker und Barbiegirls

Schon zwei Jahre wartete Kunstmaler Guadalquivir auf den Dachdeckermeister, um ein Loch im Dach zuzuschmieren; endlich kommt der Dachdecker, hat aber nur den Rat parat, die verrostete Zinkwanne weiter unterzustellen, und zieht mit Klagen über die Familie, in der keiner einen gescheiten Beruf gelernt habe, wieder ab. Die drei Barbiegirls zeigten dann einen selbst einstudierten Tanz, bevor Erwin Pelzig die politische Weltlage erörterte: Klassenkampf finde wohl am ehesten im Flieger statt, in der vorne die Oberen mit den Laptops sitzen „und hinten das Volk mit den Kotztüten“. Auch der neue Bahnchef Grube bekam sein Fett ab. Ein Solotanz von Isabell Heck löste danach im Publikum Begeisterungsstürme aus. Gerne gab sie die geforderte Zugabe.

Die Gruppe Früchtetraum von Komm-In hatte drei lustige pantomimische Szenen einstudiert: von einem Kaugummi, der in einer Straßenbahn nach wechselvollen Wegen vom Rock einer älteren Dame über den Schuh eines jungen Mannes wieder den Weg in den Mund ihrer ursprünglichen Besitzerin findet, von einem pfiffigen Jungen, der mit einem Hinweis auf Läuse sofort Platz auf einer voll besetzten Bank bekommt und von einer Wahrsagerpuppe, die schnell Lügen entlarvt. „Die Mauhelden“ führen vor, wie gut Jungs aufschneiden können, und dass sie keine Grenzen kennen, wenn es ums Angeben geht.

Inspiriert von „Sister Act“ trat das Ballett des Frauenbundes als Ordensfrauen auf. Der schwungvolle Tanz begeisterte die Zuschauer. Die Nonnen entpuppten sich als lebensfrohe und temperamentvolle Frauen.

Schneewittchen im Wohnwagen

Die traurige Geschichte vom letzten Mädchen im Gernacher Kindergarten, dem Schneewittchen, das die Kindergartenleiterin vom benachbarten Kindergarten Unterspiesheim dort nicht dulden wollte, erzählten die Wohnies: Schneewittchen fand Zuflucht bei den sieben Zwergen im Wohnwagen. Gar Schlimmes erfuhr das unschuldige Mädchen da: von einer Mauserfete war die Rede. Auch das Versagen der Lautsprecher in Gernach beklagten die sieben Zwerge, sodass man sich nicht wundern müsse „wenn bei den Prozessionen die alten Fräli schwätzen, weil sie nichts verstehen“.

Mit einer schwungvollen Einlage sorgte die Garde der großen Kinder aus der Gruppe Früchtetraum für Bewegung im Saal, bevor die heiteren Seiten des Todes vom Sensenmann und seiner Begleitung geschildert wurden: Gevatter Tod will niemand freiwillig begleiten, dabei gibt es im Zusammenhang mit dem Sterben auch Lustiges zu berichten, etwa die Grabinschriften wie: „da liegt der dürre Meister Esser, Würmer fressen anderswo viel besser". Auch Weisheiten wie „Liegt auf dem Bauer eine Kuh, hat er bald die ewige Ruh“ gaben die beiden Sensenmänner zum Besten.

Männerballett als Krönung

Mit ihrer akrobatischen Hip-Hop- Aufführung brachten die Bad Boys als Gastgruppe aus Heidenfeld die Zuschauer zum Staunen. Wie schwer der Entschluss fallen kann, als Schwäbin in den Frauenbund einzutreten, schilderte Frau Spitzelesreuter. Einsam hier im Frankenland sucht sie Anschluss im Frauenbund Gernach.

Krönender Abschluss des Abends, wie schon Tradition in Gernach, das Männerballett. In reizenden Kostümen, als Funkenmariechen verkleidet, sorgten sie für Heiterkeit im Saal und wurden mit viel Beifall bedacht. Die wiederholten Zugabe-Forderungen brachten die schließlich durch Mittänzer in früheren Männerballett-Mannschaften verstärkten Funkenmariechen doch ins Schwitzen. Mit dem großen Finale aller Akteure, zu dem die Präsidentin des Fünferrates, Gaby Berchtold die Akteure auf die Bühne bittet, endete der Dorfabend.

Von unserem Mitarbeiter Erhard Scholl
    
    

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