publiziert: 08.03.2011 18:40 Uhr
aktualisiert: 08.03.2011 18:54 Uhr
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Wenn der Stadtbaurat im Rahmen bleibt

Traditioneller Faschingsempfang der Main-Post-Lokalredaktion mit 300 Gästen – Die meisten kamen in Verkleidung
  • Kann über sich selbst lachen: Stadtbaurat Christian Baumgart – gefangen in einem hölzernen Kunststofffenster.
    Fotos: Theresa Müller
  • Gute Show: Tanzmariechen Anna-Maria Schömig.
  • Teuflisch: OB Georg Rosenthal, Norbert Schweizer und Max Gehrig.
  • Gefährlich: Andreas Jungbauer und Matthias Klingbeil (rechts).
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Kann man eine Feier als gelungen bezeichnen, wenn der Oberbürgermeister keine Wurscht mehr abkriegt? Diese Frage beschäftigte die Lokalredaktion nach dem Main-Post-Faschingsempfang im Valentinum – jene Veranstaltung, bei der sich traditionell A-, B- und C-Promis der Gesellschaft sowie Freunde der Redaktion am Faschingsdienstag ein lustiges Stelldichein zum Smalltalk geben. Themen sind keine vorgegeben. Über was geredet wird, ist eigentlich wurscht, und sei es über ausgegangene Würste.

Dieser Umstand war natürlich nicht geplant, aber offenbar hatte die Redaktion die Würzburger Promi-Dichte schlichtweg unterschätzt: Rund 300 Faschingsfreunde wurden gesichtet, mit nahezu ausschließlich fröhlichen Gesichtern, was dann doch auf eine gelungene Veranstaltung schließen lässt. Allein schon die Kostümierungen trugen zum Erfolg dieses gesellschaftlichen Top-Events (oder so was Ähnliches halt) bei. Obwohl für den lockeren Plausch bei einem Schluck Hofbräu kein Kostümzwang herrscht, wagt im Gegensatz zu früheren Jahren mittlere kaum einer unmaskiert zu erscheinen.

Lockerer Plausch

Ungekrönte Nummer eins bei den Verkleidungen: „Der Exot und das Kunststofffenster.“ Dahinter verbarg sich Stadtbaurat Christian Baumgart im Gewande der Prinzessin Turandot – eingerahmt von einem Kunststofffenster-Rahmen. Diese Anspielung auf den Fensterstreit in der Domstraße war ersichtlich, die Verbindung zur chinesischen Prinzessin Turandot weniger. Selbst Baumgart befürchtete eine Fehlinterpretation, etwa in der Art, „dass jetzt beim Severin eine Chinese reinkommt“. Seine närrische Botschaft: „Wer auf Kunststofffenster steht, ist ein Exot, wer sie verhindern will, ist auch einer.“ Der Kunststoffrahmen war im übrigen aus Holz. Baumgarts Hang zu historischer Verkleidung, er kam schon mal als Mozart, verwunderte die Faschingsfreunde, gilt der Stadtbaurat nicht gerade als Freund historisierender Bauweise.

Gerätselt wurde auch, ob Paul Lehrieder politisches Gewicht demonstrieren wollte: der CSU-Bundestagsabgeordnete kam als Obelix, sein liberaler Kollege Joachim Spatz als Joachim Spatz und CSU-Landtagsabgeordneter Oliver Jörg, ein passionierter Heimwerker, als Bob der Baumeister. Mit Bauhelm kreuzte auch Ratskeller-Wirt Kurt Schubert auf, dessen Wirtstube derzeit Großbaustelle ist.

Baustellen vieler Arten hat OB Georg Rosenthal am Hals, der ohne die erkrankte Gattin, aber in Uniform erschien – als Straba-Schaffner, wie das Schild Linie 6 am Revers zeigte. Im Gegensatz zum früheren WVV-Vorstand Herbert Wolf, der beim Main-Post-Fasching in Schaffneruniform einst Fahrkarten verkaufen wollte, offerierte der OB diesmal aver nix, auch keine Wetten auf fertige Hoteltürme.

Neuigkeiten aus dem Rathaus hätte auch gar keiner verkünden können, den Sprecher Georg Wagenbrenner zeigte sich mit Schlafmütze nach eigenen Worten „als Schnarchnase“ und sein Kollege Christian Weiß als „nichtöffentlich“.

Öffentlicher ging da Ralf Jahn mit dem Gerücht um, er sei der nächste Kickers-Präsident. Der IHK-Hauptgeschäftsführer präsentierte sich im Rothosen-Outfit samt dem Hinweis „Kickers-Präsident entlassen“.

Dass man als Würzburg-macht-Spass-Geschäftsführer was vom Spaßmachen versteht, zeigte eindrucksvoll Leonhard Landois: Zum dunkelblauen Pulli hatte er ein lustiges kleines Hütchen auf.

Die wichtigsten Spaßmacher waren natürlich die professionellen Narren, allen Faschingspapst Burkard Pfrenzinger und die KaGe-Elferrat, das Prinzenpaar Werner II. und Elke II., das Giemaulpaar Michael II. und Pia I. sowie Vertreter fast aller 13 Würzburger Faschingsgesellschaften. Tanzmariechen Anna-Maria Schömig glänzte mit einer flotten Einlage, während die Ranzengarde ausnahmsweise nicht aufspielte. Angeblich, weil ihre närrischen Aktivitäten nicht ausreichend in der Zeitung erwähnt wurden, was wir hiermit nachholen. Wahrscheinlich wollten sich die Faschingsmusiker mit der Redaktion aber auch nur einen Scherz erlauben.

Jede Menge Frauen

Wir erlauben uns, mit der Bäckerei Schiffer, der Würzburger Hofbräu und den Hirschen-Wirtsleuten Schömig Unterstützer unseres Faschingsfeste zu erwähnen.

Eine Auflistung wer alles in welcher Verkleidung da war, ist ausschließlich aus Platzgründen nicht möglich. Da am Dienstag Weltfrauentag war, wollen wir aber ein paar närrische Damen, die mit uns anstießen, nicht unerwähnt lassen: Kabarettistin Heike Mix, Ex-OB-Pia Beckmann, die Stadträtinnen Eva-Maria Fabisch-Uthe (SPD) und Barbara Lehrieder (Grüne) und ihre Mitstreiterinnen von der Arbeitsgemeinschaft Würzburger Frauen, SPD-Kreisrätin Eva-Maria Hesselbach, Kulturspeicher-Chefin Marlene Lauter, Monika Becker vom Duttenhofer-Marketing, Richterin Claudia Kahnke, die Anwältinnen Gudrun Bohnert und Dörthe Leopold, PR-Frau Ingrid Weigert, Martina Reindl vom Marketing Sparkasse Mainfranken, Lehrerin Brigitte Geier, Sabine Brandstätter und nicht zuletzt die Weinprinzessinnen Sabine Ziegler (Güntersleben), Ann-Kathrin Gerhard (Retzstadt) Carina Schwab (Oberschwarzach) und Verena Meister (Sulzfeld).

ONLINE-TIPP

Mehr Bilder vom Empfang: wuerzburg.mainpost.de

Von unserem Redaktionsmitglied Holger Welsch
    
    

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