Mit dem Herzblatt tobt der Saal
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Das schöne am Vaschbocher Fasching ist, dass er in Versbach stattfindet. Im Norden Würzburgs gibt es noch eine funktionierende Gemeinschaft, und so kann die Faschingsgesellschaft Versbach aus dem Vollen schöpfen. Durchs gut fünfstündige Programm mit Gardetänzen, Büttenreden und Musikshows von eigenen Aktiven führte mit Witz und Schnurre Sitzungspräsident Jürgen Keidel.
Unter den Gästen in der vollbesetzten Pleichachtalhalle waren der frühere Staatssekretär Walter Kolbow, OB Georg Rosenthal mit seiner Frau Hanna und seine Vorgängerin Pia Beckmann mit ihrem Marathon-Mann Rainer. Das Ruder des Versbacher Narrenschiffs führt seit 15 Jahren auf erfolgreichem Kurs der Steinmetz und Stadtrat Josef Hofmann. Für seine Leistung überreichte ihm bei der Gala-Prunksitzung André Köstner vom Vorstand des Fastnacht-Verbandes Franken dessen höchste Auszeichnung, den „Till“. Köstner hat Witz und Showtalent – kein Wunder, er ist je selbst Elferrat und Büttenredner der FG Versbach. An diesem Abend mimte er wieder den Ortsheiligen St. Rochus, der sich vor allem über den Ausfall seines Namensfestes ereiferte. Sein Hund (Jürgen Fischer) hatte dazu nur einen Kommentar: Wau!
| FOTOSERIE Versbach 2010 ![]() Würzburg 06.02.2010 |
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Urkomisch von sich aus ist Jungstar Sven Vogel, der diesmal von seinen Nöten als Azubi erzählte. Uschi Dallner und Thomas Klein als zwei Dorfschönheiten und Steffen Spanheimer mit einem Bericht über die Treibjagd setzten der Gaudi noch eins drauf. Dass Witz auch ohne Worte geht, belegten Mani Oppel, Norbert Nöth, Steffen Spanheimer und Jürgen Keidel mit ihrem Sketch am Pinkelbecken – ein wirklich ergreifender Zusammenhalt.
Wie stark die junge Generation eingebunden ist, zeigten die putzmunteren Versbacher Garden: Die Purzelgarde fegte als Haufen kleiner Piraten über die Bühne, die Jugendgarde glänzte mit ihrem gekonnten Marschtanz, der Stolz der FG Versbach schließlich, die Elferratsgarde, setzte nach dem flotten Marschtanz das Motto des Abends ins bewegte Bild um: „Das Theater geht weiter.“ Das Männerballett des KOKAGE Wiesentheid schließlich machten dem Räuber Hotzenplotz Beine.
Zum fünften Mal gab die Gala-Sitzung den Rahmen für die Verleihung des Ordens „Grad raus und erscht recht“, der mehr als ein Faschingsorden ist und Persönlichkeiten zugedacht ist, die zu ihrer Sache stehen und nicht ihr Fähnchen nach dem Wind drehen. Neuer Ordensträger ist der Bau- und Kunstreferent der Diözese Jürgen Lenssen. Als sein Vorgänger würdigte Walter Kolbow dessen Standhaftigkeit unter anderem beim Bau des Dommuseums. Dazwischen durfte wieder Stimmung sein, und die brachte das Music and Drums-Corps Versbach.
Eine Klasse für sich sind „Dr. Granit und seine Hohlblöcke“. Mit Gesang und Gitarre ziehen Josef Hofmann, Dobby Flügel und Dany Walz in hintergründig-witziger Weise über den Stadtrat und die große Politik her. Das eingespielte Trio versteht es aber auch, mit Stimmungsmusik den Saal mitzureißen. Da fehlt zu einem bunten Abend nur das große Finale, das wieder einmal die Gruppe „Herzblatt“ mit gekonnten Playback quer durch den Musikgarten setzte. Riesenapplaus für alle Aktiven.





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