Fastnacht in Mainfranken

aktualisiert: 19.02.2012 16:04 Uhr
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GEMÜNDEN
Trottoir-Fasching mit neuem Rekord
„Züchle“ lockte die Massen nach Gemünden
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Belebte Altstadt: Endlich Massen in den Gemündener Gassen – das Gehsteig-Züchle macht's möglich.ALLE FotoS: Ferdinand Heilgenthal -
Kanalratten: Gefüttert mit Verbesserungsbeiträgen.
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Tradition: Die Brönnbachfratze aus Obersinn.
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Kunterbunt: Die Lollipops mit „Züchle-Scheich“Gert Pröschl.
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Fluch der Karibik: Jonny Depp aus Wolfsmünster.
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Trottoir-Fasching: Alle machen mit.
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Notlösung: Stammtisch Otto zeigt die Alternative.
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Zugbeobachter: Hans Michelbach (ohne Maske).
Die „Züchle“-Organisatoren um Gert Pröschl, Manni Blam und Werner Meindl konnten wieder einmal Rekordbeteiligung melden. Insgesamt zogen bei milden Fasenachtstemperaturen 52 Gruppen vom Gemündener Osten in die Altstadt. Für die musikalische Stimmung sorgten die Fischertrachtenkapelle, die Trommlerinnen von Samba Gemündo und die Rechtenbacher Musikanten.
Beim Gemündener Trottoir-Faschingszug ist Einfallsreichtum gefragt, weil die Wagen nicht über den Gehsteig hinausragen dürfen. Was zunächst wie eine Einschränkung klingt, hat sich über die Jahre zu einem produktiven Wettbewerb entwickelt, der auch diesmal wieder skurrile und originelle Bauwerke auf Bollerwagengestellen hervorbrachte.
Mit Ritterburgen, Holzlaster, Badewannen und sogar einem kompletten Abwassersystem, vom WC-Sitz bis zum Kanalrohr als Heimat der „Kanalratten“, zogen die Trottoir-Narren zum Marktplatz. Mit dabei waren farbenprächtige Clowns, die Abordnungen der Faschingsvereine aus Langenprozelten und Seifriedsburg, Zwerge, Eskimos, Ritter und Piraten – der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt.
Dazwischen marschierten einige schneidige Garden im kilometerlangen Gaudiwurm. Auch die Rathauspolitik wurde aufs Korn genommen, beispielsweise mit dem Hallenbadbau oder den Verbesserungsbeiträgen. Die Massenbucher probten gar den Zwergenaufstand, weil sie statt eines Feuerwehrpalasts für 250 000 Euro lieber eine gescheite Zufahrtsstraße hätten.
Weil das Publikum beim Züchle nahen Kontakt zu den Akteuren hat, wurden die Popcorntütchen persönlich überreicht und mit manchem Bekannten am Wegesrand auf die Fasenacht angestoßen. Wenn die Wagen in Gemünden auch nicht die Dimensionen wie in den großen Faschingshochburgen aufweisen, eine Kiste mit flüssiger Stärkung hat im kleinsten Handwagen noch Platz.
Nach gut einer Stunde kam das Rathaus in Sicht und Zugmarschall Fella hatte Mühe, seinem Gefolge einen Weg durch die Menge zu bahnen. Währenddessen stellte Andreas Bachmann von der Tribüne aus die Teilnehmer vor und musste die Zuschauer nicht lange zu lautstarken „Helau-Rufen“ bitten. Das Faschingstreiben auf dem Marktplatz klang schließlich in den Gasthäusern aus.

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