publiziert: 02.03.2010 08:12 Uhr
aktualisiert: 02.03.2010 08:13 Uhr
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Beste Grüße an die Füße

Der Fuß ist ein Meisterwerk der Evolution und wird von uns sehr schlecht behandelt

Durchschnittlich 120 000 Kilometer, also etwa dreimal um die Welt, tragen uns die Füße im Leben. Ihre Gesundheit ist eine Voraussetzung für Fitness und Lebensfreude in jedem Alter. Wer körperlich beweglich bleiben will, sollte seine Füße pflegen und sie täglich trainieren.

Ein Meisterwerk der Evolution nennen Biologen den menschlichen Fuß. Das reibungslose Ineinandergreifen von 26 Knochen, fast 30 Gelenken, 60 Muskeln, etwa 100 Bändern und 200 Sehnen ermöglichte erst den aufrechten Gang. Beim Laufen, Tanzen oder Wandern sorgen die Füße für Stütze, Beweglichkeit und Gleichgewicht. Nerven und Sensoren melden Unregelmäßigkeiten bei jedem Auftritt. Täglich leisten unsere Füße Schwerstarbeit, aber kein anderes Körperteil wird so sehr vernachlässigt, meinen Fußpfleger.

Über ein Drittel aller Erwachsenen in Deutschland klagt über Fußprobleme, mehr Frauen als Männer. Modische Schuhe engen das Gewebe ein, zu hohe Absätze oder luftundurchlässiges Material machen unsere Füße anfällig. Aber ob Platt- oder Spreizfuß, Halux valgus, Fersensporn oder Fußpilz, erst wenn die Füße schmerzen, merken wir, wie sehr wir sie brauchen.

Seit tausenden von Jahren schützen die Menschen ihre Füße vor Kälte, Hitze und Verletzungen, zunächst mit einfachen Sandalen, Holzschuhen oder gebundenen Fußsäcken aus ungegerbtem Fell. „Ötzi“, die Gletschermumie, hatte bereits vor 5000 Jahren gefütterte Schuhe, mit Schnürsenkeln und separater Profilsohle. Im Mittelalter trugen die Bürger Lederstiefel oder modisch gebogene Schnabelschuhe mit Holzunterlagen, wobei eine standesgemäße Kleiderordnung die erlaubte Länge der Spitze festhielt. Den einfachen Bundschuh bildeten aufständische Bauern 1493 als ein Zeichen der Unterdrückung und Armut auf ihren Fahnen ab. Bis zum 17. Jahrhundert war die Fußbekleidung beider Geschlechter fast gleich, Absätze trugen zunächst die Männer, rechte und linke Schuhe waren gleich geformt, was das Laufen wesentlich erschwerte. Und was Eitelkeit den Füßen antun kann, zeigt die tausendjährige chinesische Tradition: Eltern vornehmer Schichten verkrüppelten die Füße ihrer Töchter, um dem Schönheitskult gerecht zu werden. Kleine Füße galten als erotisch anziehend, je kleiner der Fuß, desto begehrenswerter die Frau. Spätestens im Alter von sieben Jahren begann die Tortur: Zehen wurden gebrochen, der Fuß immer enger zum so genannten „Lotosfuß“ zusammengeschnürt, der einer Mondsichel gleichen sollte. Lebenslange Schmerzen begleiteten die Betroffenen beim Gehen, aus eigener Kraft konnten sie das Haus kaum mehr verlassen. Diese Quälerei endete erst im 20. Jahrhundert: 1988 wurde die letzte chinesische Fabrik für die Produktion von „Lotos-Schuhen“ geschlossen.

Schöne Schuhe sind heute meist ein passendes Accessoire zur Kleidung, immer beliebter werden aber auch bequeme Funktionsschuhe. Für den Schuhkauf sollte man sich genügend Zeit nehmen und nur Modelle wählen, die von Anfang an perfekt sitzen, den Fuß nicht einengen, aber genügend Halt bieten, raten Fachverkäufer. Im Alter sei es übrigens nicht ungewöhnlich, dass die Füße auf Grund nachlassender Spannung des Körpergewebes länger und breiter werden. Also lieber eine Nummer größer kaufen, so die Experten.

Durch unsere sitzende Lebensweise trainieren wir unsere Füße zu wenig, warnen Orthopäden. Gesunde Füße brauchen Luft und Bewegung. Wie wäre es da mit einer Frühlingskur für die Beine? Spaziergänge, Walking und Wanderungen in die Natur tun auch Körper und Seele gut.

Ideal ist das Barfußgehen auf weichem Untergrund, es stimuliert die Fußreflexzonen und fördert das natürliche Abrollen vom Ballen zur Ferse. Fußwechselbäder und Wasserkuren nach Kneipp sorgen für eine gute Durchblutung und Fußgymnastik wie Zehen spreizen, Füße dehnen und strecken, löst Verspannungen. Für müde Füße und trockene Haut ist Massageöl eine Wohltat, besonders wenn es mit den Händen sorgfältig einmassiert wird.

Vom Besuch beim Podologen berichten wir in der nächsten Ausgabe.

Von unserer Mitarbeiterin Ebba Lorenzen
    
    

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