publiziert: 03.04.2012 08:21 Uhr
aktualisiert: 03.04.2012 08:22 Uhr
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Es geht auch etwas gemächlicher

Selbst ohne Sport und Fitnesstraining leben aktive Menschen gesund – Spazieren statt Jogging tut gut
  • Foto: Thinkstock
    Weiter geht's! Der tägliche Spaziergang ist ein perfektes Programm für ältere Herrschaften, die aktiv und gut gelaunt bleiben wollen.
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No sports, soll Winston Churchill geantwortet haben, als man ihn nach dem Geheimnis seines langen Lebens befragte. Ob er das wirklich so äußerte,bleibt umstritten. Tatsache ist, dass es auch heute genügend Sportmuffel gibt, die sich von der Fitnesswelle, die uns regelmäßig im Frühling überrollt, genervt fühlen. „Jogging, Walking (nordisch oder sonst wie) Spinning oder Tai-Chi, das ist doch alles nur eine Mode, die von der Sportartikelwerbung angefacht wird,“ meint eine muntere Seniorin, die früher mit ihren Freundinnen gerne wandern ging und heute lange Spaziergänge liebt. „Dafür brauche ich nur bequeme Schuhe, nichts sonst,“ sagt sie. Früher hätten sich unsere Vorfahren auch ohne Hilfsmittel und Sportwäsche bewegt.

Aber was heute zu wenig ist, war früher zu viel. Statt Fitnessübung stand körperliche Arbeit auf dem Programm. Kraft und Ausdauer waren überlebenswichtig, in der Landwirtschaft, im Handwerk oder zu Haus. Nur Wohlhabende nahmen sich Zeit für Spaziergänge oder Ausritte. Das Wort spaziare kommt übrigens aus dem Italienischen und bedeutete im 15. Jahrhundert „sich ergehen“. Dafür legten Adlige später kunstvolle Barockgärten oder naturnahe Gärten an. Erst im 19. Jahrhundert spazierten auch die Bürger, die Herren nach üppiger Mahlzeit zur Verdauung, am Sonntag die ganze Familie oder zu Ostern – wie Goethe berichtet – „geputzte Menschen in die Natur“. Anfang des 19. Jahrhunderts entdeckte schließlich Turnvater Jahn das Turnen in frischer Luft als Gesundbrunnen.

Bewegung gehört zu unserem Leben, und manche Wissenschaftler glauben, dass der Bewegungsdrang in den Genen verankert sei. Ein Forscherteam in den USA beobachtete verschiedene Testpersonen, die alle keinen Sport trieben und stellte fest: Die Schlanken bewegen sich schon von Natur aus mehr, sie stehen öfter auf, gestikulieren heftiger mit den Armen und sind in ihrer ganzen Körpersprache viel lebendiger als die Fülligeren, welche ihre Hände gern im Schoß liegen haben. Also, so die Schlussfolgerung, verbrauchen Lebhafte auch ohne Anstrengung mehr Kalorien als die Bequemen.

Fit und gesund sein möchte jeder gerne, aber muss man deswegen ins Fitnessstudio gehen oder einem Sportclub angehören? Wer sich verweigert, befindet sich in guter Gesellschaft: 48 Prozent der Deutschen treiben keinen Sport, verkündete gerade die Apotheken-Umschau und ermahnt zur Gesundheitsvorsorge. Es sei doch erwiesen, dass Sport nicht nur schlank mache, sondern auch vor Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck, Rückenschmerzen oder Depression schütze.

Was zählt, ist allein die Bewegung, sind sich Gesundheitsexperten einig. Körperlich aktiv kann jeder auch im ganz normalen Alltag werden, und was einem guttut, merkt man selbst am besten. So wandern in der Frühlingssonne täglich Scharen von Menschen am Mainufer entlang. Wer mehr für sich tun will, erklimmt die Höhen oder steigt Treppen hoch. Denn Spazierengehen sei ein Wundermittel gegen Stress, es entspanne, schone Gelenke und Bänder, bringe Herz und Kreislauf in Schwung und mindere sogar den Abbau der Gehirnleistung, wird berichtet.

Mindestens zehn Kilometer in der Woche reichen, um Lebenslust und Lebenserwartung zu steigern, so die Erfahrung der Ärzte. Sie raten auch Älteren, nach Möglichkeit drei bis viermal die Woche etwa eine Stunde zu laufen. Gemeinsam mache es noch mehr Spaß. Für alle, die schlecht zu Fuß sind, sei Radfahren eine gute Alternative. Man ist schneller unterwegs, sieht mehr von der Landschaft, die gute Laune steigt und nach jeder Tour fühlt man sich kräftiger und belastbarer.

Sogar die Arbeit in Haus und Garten nütze der Gesundheit. Hobbygärtner sieht man zur Zeit überall schneiden, graben, binden, Moos entfernen oder pflanzen. Vor Ostern stehe traditionell der Frühjahrsputz ins Haus, der je nach Räumlichkeiten und Eifer ganz schön anstrengend sein kann. Selbst hochaltrige Menschen sollten, aller Beschwerden zum Trotz, wieder aktiv werden, denn Unbeweglichkeit schwäche schnell das Muskelgewebe, Koordination und Standfestigkeit gehen verloren, die Gelenke versteifen. Von der Gymnastik kenne jeder vielleicht ein paar Übungen, die man zu Hause auch im Sitzen machen kann. Gut sei es aber, öfter aufzustehen und jede Möglichkeit zu nutzen, sich zu bewegen. Denn, wie schon das Sprichwort sagt, wer rastet, rostet.

Von unserer Mitarbeiterin Ebba Lorenzen
    
    

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