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Aus Nürnberg wiederum kam Nanette Stegner mit ihrem Team und nahm das „Museum für Grenzgänger“ unter die Lupe und ließ Kreisheimatpfleger Reinhold Albert und Kreiskulturreferent Hanns Friedrich in ihren Erinnerungen zum Thema „Es war einmal die DDR“ kramen. Dabei kam Interessantes zutage, so Redakteurin Nannette Stegner.
Besonders beeindruckt war sie von der Bildersammlung des Kreisheimat- und Archivpflegers in Sternberg. Er hat zum Thema „Zonengrenze“ und „Das Leben am einstigen DDR-Zaun“ sowie zur Grenzöffnung vor 20 Jahren mehrere tausend Bilddokumente gesammelt. „Ein ganz besonderer Bilderschatz, der die deutsche Geschichte wieder wach ruft“, sagte die Redakteurin des Bayerischen Rundfunks. Sie produziert einen Sechs-Minuten-Film für die Frankenschau und will dabei das Thema „Deutsch-deutsche Teilung“ aufarbeiten.
Grund genug für sie zunächst im Museum für Grenzgänger in Bad Königshofen zu drehen. Hier ließ sie sich von Kreiskulturreferent Hanns Friedrich mehr über den Hintergrund dieser Einrichtung sagen. So erfuhr sie, dass es sich nicht um ein reines Grenzmuseum handelt, sondern das Museum den Untertitel „Nachbarn im Grabfeld“ hat. Dies sei bewusst gewählt, weil man hier das seit Jahrhunderten verbindende der beiden Grabfeldlandschaften herausstellten wollte.
So geht es im unteren Bereich um die Gemeinsamkeiten, wie Sprache, Bräuche, Trachten und das kirchliche Leben. Wie Reinhold Albert, betonte auch der Kreiskulturreferent, dass man erstaunt gewesen sei, als man nach der Grenzöffnung feststellte, „die haben ja die gleiche fränkische Mundart“. Etwas das Stegner spontan bestätigen konnte. Sie hatte einen weiteren Gesprächspartner in Rieth angerufen und sich gewundert, „dass der fränkisch sprach“.
Nachdem Sachsen an der einstigen deutsch-deutschen Grenze stationiert waren, hatte man vermutet, dass die Menschen dort sächsisch sprechen. Das genau will auch das Museum für Grenzgänger herausarbeiten.
Hanns Friedrich führte das Team in den Bereich „Grenzanlagen“ und zeigte dort das Modell der letzten perfektionierten Grenze, erläuterte Selbstschussanlagen, die Minensituation und die Partnerschaft zwischen Bad Königshofen und Römhild. Wichtig sei aber, dass die Grenzmuseen, wo auch immer, in den Unterricht mit einbezogen werden. Man stelle immer wieder fest, dass Schulen kaum Interesse an den Einrichtungen zeigen.
Von den Kontrollen und Schikanen an der einstigen Grenze berichtete vor Ort, am ehemaligen Grenzzaun bei Rieth, Kreisheimat- und Archivpfleger Reinhold Albert. Er berichtete von dem 3,20 Meter hohen Vorderlandzaun, den den Hundelaufanlagen und Stolperdrähten. Albert selbst hat die Grenze von Kindesbeinen an erlebt und war später als Polizist und Grenzbeamter auch im Streifendienst an der DDR-Grenze unterwegs. „Der Mann hat ein geschichtliches Wissen, das ist außergewöhnlich“, lobte Nannette Stegner und ließ sich eine Geschichte am Grenzturm von Gompertshausen schildern.
Dort hatten DDR-Soldaten amerikanische Soldaten im Westen bei deren Streifengang an der Grenze mit dem Suchscheinwerfer geblendet. „Die Amerikaner fackelten nicht lange, legten ihr Gewehr an und schossen den Scheinwerfer am Turm ab“, berichtete Albert. Das alles habe man aber erst nach der Grenzöffnung erfahren und auch, dass der Vorfall für die Mannschaft am Turm Konsequenzen hatte.
Mit Nanette Stegner schmunzelten da auch Kameramann Christian Körner, Stefan Markert, der für den Ton verantwortlich war und Uwe Kraus, der Beleuchter. Der Beitrag über die einstige deutsch-deutsche Grenze wird am Sonntag, 1. November in der Frankenschau um 18 Uhr im Bayerischen Fernsehen gesendet.
Mehr zur DDR und zum Mauerfall auch im Internet: www.mainpost.de/geschichte