Blick auf die Woche: Kommt ein grüner Gorbatschow aus China?

Als Angela Merkel in dieser Woche vor den US-Parlamenten reden durfte, sagte sie: „Die globale Erwärmung darf zwei Grad Celsius nicht überschreiten.“ Die Hälfte der Abgeordneten und Senatoren applaudierte, die andere Hälfte verwehrte sogar den Anstandsbeifall. Ein Symbol für die Klimakonferenz in Kopenhagen, die Mitte Dezember stattfindet? Diese Konferenz ist die vielleicht wichtigste der Geschichte, aber nur ein Teil der Politiker wollen aus dieser Erkenntnis auch Konsequenzen ziehen. Angela Merkel schon früher: „Das Klimaproblem ist die Überlebensfrage der Menschheit.“ Die Befürworter des Klimaschutzes wollen auch etwas für die tun, die erst später geboren werden. Doch die Leugner und Bedenkenträger leben und handeln nach dem Motto „Nach uns die Sintflut“.

Als vor 20 Jahren die Mauer fiel, musste die westliche Demokratie noch gegen ihre Feinde verteidigt werden. Doch heute geht es darum, ob Demokratien fähig sind, Politik auch für Kinder, Enkel und Urenkel zu gestalten. Helmut Kohl wusste: „Ein Politiker ist, wer an die nächste Wahl denkt, ein Staatsmann ist, wer an die nächste Generation denkt.“ Werden in Kopenhagen aus Politikern Staatsmänner oder Staatsfrauen? Oder wird Kopenhagen so scheitern wie vor zwölf Jahren die Kyoto-Konferenz gescheitert ist? Merkel hat die Mehrheit der Deutschen beim Klimaschutz hinter sich. Aber Obama nicht die Mehrheit der US-Bürger. Dort sehen nur zwölf Prozent das Klima als ein Problem. Dabei belastet jeder US-Bürger das Klima doppelt so stark wie ein Deutscher, fünfmal so stark wie ein Chinese, und 40 mal stärker als ein Afrikaner.

Vielleicht kommt die Rettung aus China! Vielleicht gibt es dort einen „grünen Gorbatschow“, den die Welt bisher nur noch nicht zur Kenntnis nahm. Schon heute China mehr Sonnenkollektoren als die übrige Welt zusammen. Das Licht kommt aus dem Osten.



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