Das politische Buch: Von ruinierten Banken und dem Wettstreit der Systeme

Was ist der Unterschied zwischen Kapitalismus und Kommunismus? Ganz einfach: Im Kapitalismus beutet der Mensch den Menschen aus, im Kommunismus ist es umgekehrt. Besagt zumindest ein Aphorismus. Zwar gilt der Wettstreit der Systeme als entschieden, doch die Lage an den ideologischen Fronten bleibt unübersichtlich: China praktiziert eine Art kapitalistischen Sozialismus, die Verstaatlichung von Banken im Zuge der Finanzkrise erinnert an einen sozialistischen Kapitalismus. Was auch folgender Sinnspruch beleuchtet: „Im Sozialismus werden erst die Banken verstaatlicht und dann ruiniert, im Kapitalismus werden sie erst ruiniert und dann verstaatlicht.“ Thomas Städtler hat 20 Jahre nach dem Fall der Mauer die Unterschiede zwischen beiden Systemen auf den Punkt gebracht. In 150 Aphorismen stellt der bei Schweinfurt lebende Autor Systemvergleiche an – zum Beispiel so: „Die Gesundheitssysteme des Sozialismus waren verarmt, veraltet und höchst intelligent. Im Kapitalismus gibt es die teuersten, modernsten und dümmsten medizinischen Systeme, die man sich vorstellen kann.“ Zugespitzte Gedanken, die nicht nur unterhalten, sondern oft auch nachdenklich machen. hes

Thomas Städtler: „Der Sozialismus glaubt an das Gute, der Kapitalismus an den Bonus. Ein Schlagabtausch in 150 Sätzen“, Eichborn Verlag 2009, 78 Seiten, 6,95 Euro.



| Kontakt | Über GESCHICHTE

www.mainpost.de