Zeugnisse von Würzburgs Zerstörung und Wiederaufbau
Es lag Angst über der Stadt, als bekannt wurde, dass Dresden nach Luftangriffen im Februar 1945 in Trümmern lag. Die Befürchtungen wurden am 16. März vor 65 Jahren schlimme Realität: Würzburg brannte, rund 5000 Menschen verloren ihr Leben.
Die Main-Post präsentiert Würzburger Geschichte auf allen Kanälen (DVD "Hoffnung, die aus Trümmern wuchs", im Internet "mainpost.de/geschichte" und Buch ("Zukunft, die aus Trümmern wuchs"). Dies war das Thema der vergangenen Main-Post-Akademie im Würzburger Hugendubel.
Erinnerung an diesen Tag waren Teil einer Präsentation der DVD „Hoffnung, die aus Trümmern wuchs“ in der Würzburger Buchhandlung Hugendubel. Auch das Internet-Portal www.mainpost.de/ geschichte wurde vorgestellt sowie das Buch "Zukunft, die aus Trümmern wuchs".
Eingeladen hatten die Main-Post-Akademie und die Redakteure Angelika Kleinhenz und Roland Flade. Kleinhenz und Flade berichteten von der teilweise hochemotionalen Befragung von Zeitzeugen und der erfolgreichen Suche nach historischen Filmen. So ist auf der DVD jener Film zu sehen, den ein englisches Aufklärungsflugzeug am Abend des 16. März 1945 während des Bombardements drehte, ebenso ein Farbfilm aus dem Mai 1945, der das völlig zerstörte Würzburg unter einem strahlend blauen Himmel zeigt.
Main-Post-Akademie im Hugendubel
Würzburg Anlässlich der Main-Post-Akademie im Würzburger Hugendubel stellten die Redakteure Angelika Kleinhenz und Roland Flade die DVD "Hoffnung, die aus Trümmern wuchs - Würzburg 1942 bis 45" vor.
Kleinhenz erläuterte, dass Hunderte von historischen Fotos, zahlreiche Augenzeugenberichte und viele weitere Videos aus der Zeit ab 1900 auf www.mainpost.de/geschichte zu finden sind. Die Bürger ganz Unterfrankens sind weiter eingeladen, Erinnerungen und Fotos zur Verfügung zu stellen.
Spannend ist das Leben von Ilse Schiborr, die an der Präsentation teilnahm. Als junge Frau wollte sie 1948 als Zuschauerin zur Wahl der ersten Nachkriegs-„Miss Würzburg“ gehen. Sie kam als Gast, wurde entdeckt und ging als Miss Würzburg wieder heim. Ihre Geschichte und viele andere finden sich im Buch „Zukunft, die aus Trümmern wuchs“ von Roland Flade.
Dieses Gedicht steht stellvertretend für
alle Städte Deutschlands die durch den
alliierten Bombenterror zerstört wurden.
DIE MÜTTER VON DRESDEN
Als sie in Nürnberg saßen,
die Großen zum Gericht,
fragten in Dresden die Mütter:
Ruft man uns nicht?
Aus den Kellern wollen wir kriechen
und starren in euer Gesicht.
Wir Rest der Mütter von Dresden;
die anderen leben ja nicht.
Unmenschliches zu ahnden,
so sagt ihr, sei eure Pflicht!
Da sind wir!
Bessere Zeugen findet ihr nicht!
Wir starrten in unser Kinder
verkohltes Angesicht.
In unseren Fingern zerfiel er,
den wir geboren ins Licht.
Zu Nürnberg, ihr Großen,
nun saßt ihr zu Gericht.
Ruft ihr die Mütter
von Dresden nicht?
Nicht nur in Deutschland wurde die Zivilbevölkerung zum Opfer
von Krieg und Gewalt. Und nicht nur damals waren die einfachen
Menschen die Leidtragenden, auch heute werden wieder Kriege
geführt die nur schlimmes Leid verursachen und die Deutschen sind dabei!
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