Vom 11. September 1944 bis 22. November 1944 war ich einer von ca. 600 bis 800 Würzburger Hitlerjungen in Hüizweiier im Saargebiet.
Es waren Hitierjungen aus dem Streifendienst, der Flieger- Marine- Reiter- Nachrichten- Motor- Feldscher- dem HJ Musikzug oder den regulären HJ Gefolgschaften. Die Hitlerjungen in diesen Gefolgschaften waren entweder Freiwillige, die nach ihrem Interesse, oder Lehrlinge, die nach ihrem Fachgebiet, als Teil des normalen HJ Dienstes fachlich eingewiesen wurden, oder sie taten Dienst in der reguiären HJ.
Wir mussten. egal ob es stürmt oder schneit, ob die Sonne uns lacht, der Tag glühend heiß oder eiskalt die Nacht, mit Pickel und Schaufel kilometerlange Panzergräben, Schützengräben und MG Stellungen ausheben. Die Verpflegung ließ manchmal zu wünschen übrig, aber die Bevölkerung hat uns unterstützt, wo sie nur konnte. Es gab so genannte "Bratkartoffelverhältnisse" und wir konnten unsere Schmutzwäsche abgeben. Eine Entlohnung (Sold) soll es auch gegeben haben, gesehen habe ich davon nichts, aber wir sollen ganz toll gespendet haben.
Unsere Arbeit blieb vom Feind nicht unbemerkt. Wir mussten oft in Deckung gehen, wenn die Mustangs, Lightnings und Thunderbolds im Tiefflug über uns hinweg flogen. Ich kann mich noch an ein Flugblatt erinnern, in dem ein Bericht von der Verleihung des Ritterkreuzes an einen Würzburger Schneider zu lesen war.
Tag und Nacht war reger Flugverkehr, aber nicht von unseren Flugzeugen. Ich kann mich nicht erinnern, auch nur einmal ein deutsches Flugzeug gesehen zu haben. Die Nächte waren unvergesslich, denn wenn in Völklingen die Hochöfen abgelassen wurden, und die ganze Gegend in ein rötliches Licht getaucht war, hörte man dazu das Brummen der englischen Bomber und bei Westwind die Front und sah gleichzeitig die Kondensstreifen der aufsteigenden V-2 Vergeltungswaffen. Dabei kamen mir doch Zweifel am Endsieg, aber ich glaubte fest an das, was mir die Partei und die Politiker sagten.