publiziert: 04.01.2007 00:00 Uhr
aktualisiert: 07.01.2007 13:47 Uhr
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Die Fisch-Spezialität - Meefischli

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ie Meefischli gehören zu Franken wie der Dom zu Würzburg. Die Winzlinge haben die Gunst, dreimal schwimmen zu dürfen: erst im Fluss, dann im Fett und schließlich im Wein. Freilich findet man sie heute im Main lange nicht so häufig wie einst. Denn längst hat auch der Kormoran entdeckt, dass Meefischli eine Leckerei sind. 2500 dieser gefräßigen Vögel leben hier in der Region, so schätzt man, und jeder frisst am Tag seine 500 Gramm Fisch - macht in der Saison 225 Tonnen Fisch, der so verloren geht.

 

So also sind die Meefischli ein eher seltener Genuss geworden. Da kann man nur mit Neid einen Blick in eine Speisekarte der frühen Nachkriegsjahre aus dem traditionsreichen Würzburger Fischlokal "Schiffbäuerin" werfen, die zuoberst die Portion Meefischli für 60 Pfennig führt.

Dass die Meefischli aus heimischen Gewässern stammen, ist einfach eine Frage der Ehre und des Geschmacks. Glücklicherweise gibt es noch eine Reihe von guten Fischereibetrieben und Teichwirten, wo man seinen Fisch frisch beziehen kann, wie die Veitshöchheimer Fischzüchter Karlheinz und Marita Schlereth. Deren Fische haben fürwahr ein fürstliches Leben: Sie schwimmen im klaren Quellwasser des Veitshöchheimer Rokokogartens.

Die Fischereifachberater des Bezirks Unterfranken informieren gerne über weitere Bezugsquellen. Der Bezirk hat auch eine kleine Broschüre aufgelegt, der wir folgendes Rezept für die Zubereitung von Meefischli entnehmen:

Pro Portion acht bis zehn kleine Lauben oder Rotaugen, acht bis zwölf Zentimeter lang, Salz, Pfeffer, feine Semmelbrösel, Bratfett, Salz und Pfeffer mischen und die geschuppten und ausgenommenen Fische damit würzen, in feinen Semmelbröseln wälzen, gut abklopfen und schwimmend in Pflanzenfett bei 180 Grad etwa fünf bis zehn Minuten goldbraun backen. Die Fische sollen so knusprig sein, dass Kopf, Flossen und Gräten mitgegessen werden können.

Meefischli mit Weißbrot passen als kleiner Imbiss besonders gut zu Frankenwein oder sind der Auftakt zu einem großen Fischmenü. Wer sich nicht selbst an den Herd stellen will, dem sind Gaststätten anempfohlen, die sich in besonderer Weise um die Pflege der Fischküche kümmern. Seit einigen Jahren zeichnet der Bezirk Unterfranken solche Häuser mit dem "Goldenen Fisch" aus. Auch darüber gibt die Broschüre des Bezirks Auskunft.

Online-Tipp

Alle bisher erschienenen Beiträge
der Serie im Internet unter:
www.mainpost.de

Von Herbert Kriener
    
    

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