aktualisiert: 07.01.2007 17:53 Uhr
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Die Symbolfigur - der Marktbreiter Türmer
ranken ist ein bierumspülter Bocksbeutel." Was Marktbreits Symbolfigur "Türmer", im wahren Leben Mediaberater Volker Deifel, damit sagen möchte: Franken hat alles, was es zu Leben braucht - und noch viel mehr. Und das macht er im nächsten Satz gleich deutlich: "Der Mee ist da, die Hüchel sin da, mir ham hier eigentlich alles."
Meefränkisch ist Volker Deifels Dialekt, so ganz anders als das Steigerwäldlersche oder der Dialekt aus dem Ochsenfurter Gau, vom Ober- und Mittelfränkischen mal ganz abgesehen. Aber typisch und immer wieder erkennbar. Etwa auf dem Flug nach Bali, wo Deifel mit einem Freund eine Nacht Station in Brunai machte. Am nächsten Morgen im Flieger wurden sie von einer fast einheimisch aussehenden Frau angesprochen: "Ihr seid doch aus Franken?" Die Frau war aus Aschaffenburg - ist auch noch Franken.
Türmer wurde Deifel vor 15 Jahren, weil er "zur falschen Zeit am falschen Ort" war. Der damalige Vorsitzende des Heimatvereins, Gerhard Plutz meinte, es sei an der Zeit, dass auch Marktbreit eine Symbolfigur bekäme. Bei einer Stadt mit sieben Türmen bietet sich ein Türmer natürlich an und Deifel spielte damals gerade den Türmer in einem Theaterstück über Ludwig von Seinsheim.
Rund 20 ehrenamtliche Auftritte pro Jahr mit Hut, Überwurf und Hellebarde sind die Folge. Bereut hat Deifel das Engagement bislang nicht: "Da lernst an Haufn Leut kenna", sagt er. Und zwar nicht in Stresssituationen, sondern in freundlicher Atmosphäre, was positive Folgen hat: "Da entwickeln sich Freundschaften."
Dabei ist natürlich der Dialekt wieder wichtig. Der "soll rauskomm", damit klar ist, wo der Türmer herkommt. Wichtig ist der Dialekt auch bei einem zweiten Projekt Deifels: Dem "Dinner for one" - dieser Klassiker natürlich auch auf Fränkisch. Immer zu Weihnachten führt die fränkische Volkstanzgruppe Kitzingen ein Theaterstück auf. In einem Jahr sollte es kürzer sein, die Idee, "Dinner for one" zu machen sorgte anfangs für große Skepsis: Zu bekannt, zu festgelegt die Rollen. Dann aber doch und wenn schon, dann auf deutsch.
"Und wenn mir Deutsch reden, dann ist's halt fränkisch", meint Deifel und lächelt spitzbübisch. Denn der Erfolg von "Dinner for one" auf fränkisch ist schon erstaunlich. "Wir könnten jede Woche auftreten", sagt Deifel und erzählet von Auftritten in Ostfriesland, in Tschechien, Marktbreits französischer Partnerstadt Fleac und zusammen mit Carolin Reiber in der "Bayern Tour" des Bayerischen Rundfunks. Die meisten Auftritte gibt es aber in Marktbreit. Für Deifel die Heimat schlechthin.
Die Menschen haben's ihm angetan. "Freundschaften zu schließen ist hier schwer", sagt er, "aber wenn man welche hat, dann fürs Leben. Denn auf die Leut hier ist Verlass."
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