aktualisiert: 19.03.2010 14:42 Uhr
Text
Text
Das Klima - Mild, trocken und fast mediterran
limadiagramme sind nicht wirklich eine spannende Angelegenheit. Außer einigen Geologen und Meteorologen wirft eigentlich niemand freiwillig einen Blick auf die Temperaturkurven und Niederschlagsbalken. Dabei würde sich das zumindest in Unterfranken richtig lohnen. Denn im Maindreieck und -viereck zwischen Aschaffenburg, Gemünden, Marktbreit und Schweinfurt ist das Wetter immer besser als im Rest Bayerns. Vielleicht ist das auch der Grund, warum die Mainfranken in vielen Umfragen zu den glücklichsten Menschen der Republik gehören.
Wer anderswo Bekannte oder Verwandte hat, kennt das Wettergefälle aus Telefonaten: Hof, dichter Nebel, fünf Grad; München, Regen, acht Grad; Würzburg, Sonnenschein, 15 Grad; so unterschiedlich kann der Oktober sein. Allerdings: Nicht nur die Temperaturen sind ein Grund für das besonders milde Klima im Maintal. Zu den relativ hohen Temperaturen in den Sommer- und Herbstmonaten zwischen Mai und Oktober kommen noch die niedrigen Niederschläge. Zusätzlich verdunstet in Mainfranken im Sommer deutlich mehr Wasser, als dort Regen fällt.
Das bedeutet: Auch wenn es in und um Würzburg durchschnittlich nicht deutlich wärmer als in anderen warmen Regionen Bayerns ist, wirkt das unterfränkische Klima wegen des fehlenden Regens im Sommer und der extrem hohen Luftfeuchtigkeit deutlich mediterraner. Im Winter dagegen rutscht das Thermometer im Maintal nur selten unter den Nullpunkt. Dieses milde Klima ist vor allen Dingen für den unterfränkischen Weinbau von Bedeutung. Die unterdurchschnittlichen Niederschlägen lassen nämlich die Mineralienkonzentration im Boden ansteigen.
Dieser Mineralienmischung verdanken die Frankenweine unter anderem ihre spritzig-fruchtigen Noten, für die sie in aller Welt geschätzt werden. Den Menschen in Mainfranken ist das mit dem Wein zwar nicht völlig egal - vor allem interessieren sie sich aber für das wohlig-warme Wetter. Während die Oberbayern Ende September abends am Isar-Ufer frösteln, kann man am lauschig-lauwarmen Mainufer auch bis in den Oktober hinein noch spät am Abend sitzen. Ursache für die geringen Niederschläge in Würzburg ist unter anderem die Kessellage der Stadt.
Aber das Wetter in Mainfranken kann auch anders sein: Während man sommers im Maintal brütet, kann man sich in der bayerischen Rhön im Winter durchaus Frostbeulen holen. Riesige Eiszapfen, Skipisten und Langlaufloipen sind die andere Seite des mainfränkischen Klimas. Das weiß man in der Rhön aber auch ganz ohne Diagramme.
Online-Tipp
Alle Folgen unserer Serie finden
Sie unter www.mainpost.de
Diesen Artikel
Die neuesten Kommentare
Fasching
Aktion Patenkind: Spendendaten
Konto 42 012 161
Sparkasse Mainfranken
BLZ 790 500 00. »mehr

Wetter