aktualisiert: 22.01.2007 15:49 Uhr
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Das Getränk - der Frankenwein
utofahrer, kommt du von Norden nach Franken, sage, du hättest den ältesten Weinort Frankens hier liegen gesehen. In der Tat kündet die Stadt Hammelburg seit kurzem auf großen Schildern auf der Autobahn von ihrer historischen Bedeutung, und die Urkunde Nr. 1 im Staatsarchiv Würzburg gibt ihr Recht. Das Dokument belegt, dass vor mehr als 1200 Jahren, am 7. Januar 777, Karl der Große sein fränkisches Königsgut Hammelburg mit den umliegenden Orten dem Kloster Fulda schenkte. In dieser Urkunde sind erstmals "vineis" (Weinberge) genannt. Erst zwei Jahre später kann Würzburg mit dem schriftlichen Nachweis seines Weinbaus aufwarten.
Aber der Weinbau an der Saale, dem nördlichsten Bereich des 6000 Hektar großen Rebenlandes in Franken, ist längst nicht nur Geschichte. Dass hier nicht nur Tradition, sondern auch Innovation gepflegt wird, dafür ist das Ramsthaler Weingut Baldauf ein guter Beleg. Es hat sich der Winzervereinigung "Frank & frei" angeschlossen, die heuer zehn Jahr alt wurde und dennoch auf eine erstaunliche Erfolgsgeschichte zurückblicken kann: 17 Winzer mit Visionen haben gezeigt, was man aus dem Müller-Thurgau, der so oft vernachlässigten "Brotsorte" Frankens, für exzellente Weine machen kann. Es sind Weine eines neue Typs, jung, frisch, fruchtig, hergestellt aus vollreifem Lesegut, langsam und kühl vergoren, um die feinen Fruchtaromen voll zur Geltung zu bringen.
Solche Weine haben Freunde weit über Franken hinaus gefunden. Und so schwärmte der Weinexperte Stuart Pigott anlässlich der Verleihung des Weinkulturpreises der Weinbruderschaft Franken in der Residenz: "Die Winzer von ,frank & frei' sind der Inbegriff des modernen Frankenweins; ihre Weine haben Wellen geschlagen und gezeigt, dass der Frankenwein nicht verstaubt ist."
Dass der Frankenwein so gut dasteht wie lange nicht und bei internationalen Verkostungen Preise serienweise abräumt, daran haben inzwischen eine ganze Reihe von Weinbaubetrieben Anteil: die großen Würzburg Weingüter Juliusspital, Bürgerspital und Staatlicher Hofkeller etwa oder die fünf Winzergenossenschaften, die mit Weinbergs-Klassifizierung und Trauben-Bonitur mächtig an der Qualitätsschraube gedreht haben, herausragende Privat-Weingüter wie Hans Wirsching in Iphofen, wo Weinbau seit 1630 betrieben wird, das Fürstlich Castell'sche Domänenamt, das den ersten Silvaner in Franken gepflanzt hat, die Winzer der kleinen "Trias"-Gruppe, die mit Hingabe Individualität und Terroir ihrer Weine pflegen, nicht zuletzt große Winzerpersönlichkeiten. Es ist fürwahr eine Lust geworden mit Franken und dem Frankenwein.
Online-Tipp
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