aktualisiert: 09.09.2007 17:13 Uhr
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Papst in Österreich: Gedenken an Opfer des Holocaust
Wien (dpa) - Von Heiserkeit und Dauerregen geplagt hat Papst Benedikt XVI. am Freitag seinen dreitägigen Besuch in Österreich begonnen.
Höhepunkt des ersten Tages war ein stilles Gedenken vor dem Holocaust-Mahnmal auf dem Wiener Judenplatz in Begleitung des Wiener Oberrabbiners Paul Chaim Eisenberg. Mit dieser Geste wolle er «unsere Traurigkeit und Reue sowie unsere Freundschaft mit den jüdischen Brüdern ausdrücken», sagte der Papst vor Journalisten während seines Fluges von Rom nach Wien.
Auf dem Judenplatz waren im 15. Jahrhundert Hunderte Juden ermordet worden. Mit einer Schweigeminute gedachte der Papst der Opfer der Judenvernichtung durch den Nationalsozialismus, während Eisenberg den sogenannten «Kaddisch» betete, der immer beim jüdischen Totengedenken erklingt. Benedikt verbeugte sich vor dem Mahnmal, das die Namen aller Vernichtungsstätten der Nationalsozialisten enthält.
Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn, der den Besuch des Mahnmals in Benedikts Programm aufgenommen hatte, hatte bereits im Vorfeld betont, die christliche Kirche dürfe in Hinblick auf das Judentum nie «den Wurzelstamm vergessen, der uns trägt». Es gehöre «zur Tragik dieser Stadt, dass gerade hier diese Wurzel vergessen, ja verleugnet wurde, bis hin zum gottlosen Willen, das Volk zu vernichten, dem Gottes erste Liebe gilt».
Zuvor hatte der Papst an einer liturgischen Feier an der Mariensäule teilgenommen. Jedoch streikten gleich zu Beginn von Benedikts Rede die Mikrofone. Zunächst herrschte auf dem Platz, auf dem rund 7000 Gläubige bei strömendem Regen stundenlang gewartet hatten, betretenes und besorgtes Schweigen. Danach folgten aufmunternde Rufe an die Adresse Benedikts, der schließlich mit den österreichischen Bischöfen trotz Heiserkeit in ein Gebet einstimmte.
Am Samstag steht der eigentliche Höhepunkt der siebten Auslandsreise des Papstes auf dem Programm. Dann will er in Mariazell an der 850-Jahr-Feier des Marienwallfahrtsortes teilnehmen. Jedoch erklärte eine Sprecherin des Pressebüros, dass mehrere Zufahrtsstraßen wegen Überflutungen gesperrt seien und auch Benedikts Hubschrauber kaum von Wien aus starten könne, wenn sich das Wetter nicht bessere.
Wegen des strömenden Regens war der Papst am Morgen vom österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer und Kardinal Schönborn statt auf dem Rollfeld in einer leeren Flugzeughalle willkommen geheißen worden. In seiner Begrüßungsansprache bot Fischer seinem bayerischen Gast an, «dieses Land als Ihre zweite Heimat zu betrachten».
Am Abend stand noch ein Treffen mit Präsident Fischer sowie österreichischen Politikern und Diplomaten auf dem Programm. Dabei wollte sich Benedikt «zu den christlichen Wurzeln in Europa» äußern.
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