publiziert: 21.09.2010 19:23 Uhr
aktualisiert: 13.10.2010 13:31 Uhr
» zur Übersicht Serie Kirchen und Klöster
    
    
Artikel
 
    
 

Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text Brendlorenzen
Die goldene Pracht des Barock

Sankt Johannes in Brendlorenzen gehört zu den ältesten Kirchen im Bistum Würzburg

Er war Mönch und Mystiker, Ritter und Ratgeber von Päpsten, Bischöfen, Königen und Fürsten. Der Mann mit der Mönchsfrisur und dem wohlgeformten Bart ist Bernhard von Clairvaux. Er hält einen Bischofsstab in der einen und ein Buch, auf dem ein Hund liegt, in der anderen Hand. Die überlebensgroße Figur steht neben Papst Urban I., Johannes dem Täufer und Johannes Nepomuk um den Tabernakel im Hauptaltar der Kirche Sankt Johannes in Brendlorenzen.

  • Einstmals die zentrale Königskirche: Sankt Johannes der Täufer in Brendlorenzen (Lkr. Rhön-Grabfeld).
    Foto: Ursula Düring
  • Goldig: Drei Engelsköpfe tragen die Kanzel.
Bild von
3 Bilder

Nach einer Inschrift im Hochaltar hat der Bildhauer Johann Caspar Hippeli das in sich durchkomponierte Altarwerk geschaffen und jenem Bernhard, der den Zisterzienserorden zur Blüte gebracht und im nahen Kloster Bildhausen – Patronatskloster der Kirche in Brend – gewirkt hat, Gestalt gegeben.

Es ist ein Gotteshaus mit einer jahrhundertealten Geschichte, denn es ist – neben der Rundkirche auf der Würzburger Festung Marienberg – das älteste des Bistums. Zu seiner Entstehungszeit dem heiligen Martin geweiht, wird die „Basilica in honorem Sancti Martini in villa Brende“ urkundlich 742 erstmals erwähnt und gehörte zum Ausstattungsgut der Würzburger.

Zentrale Königskirche

Von Anfang an war die Kirche Ausgangspunkt für die Christianisierung des damaligen Westergaus, die nahe Quelle lässt vermuten, dass hier zunächst ein Taufplatz errichtet war. Unter Karl dem Großen wurde sie die zentrale Königskirche im Salzgau. Das bedeutet, sie war Taufkirche für den gesamten zugehörigen Bereich. Im Jahr 974 kam sie an das Stift Aschaffenburg und im 14. Jahrhundert an das Kloster Bildhausen.

In all den Jahren veränderte sich nicht nur der Name des Kirchenheiligen, sondern auch das Äußere und Innere des frühmittelalterlichen Bauwerks. Zum romanischen Turm kam eine gotische Seitenkapelle, und in die Kirche zog die goldene Pracht des Barock. Heute sticht der enorme Gegensatz zwischen Außen- und Innenansicht ins Auge.

Inmitten gepflegter Gräber liegt ein in sich geschlossenes, äußerlich weitgehend schmuckloses Gotteshaus mit einem behäbigen Sattelturm, in dem sich Turmfalken eingenistet haben. Hinter der Kirchentür öffnet sich ein Raum, der unwillkürlich an Feste denken lässt und feierlich anmutet. Vier barocke Seitenaltäre erzählen von den Freuden und Qualen vergangener Zeiten. So der Altar der Pestheiligen Sebastian, Rochus und Aquilin oder der der 14 Nothelfer, die die prachtvolle Barockmadonna, die „himmlische Frau Königin“, umrahmen. Die Vierzehn Nothelfer sind 14 Christen aus dem zweiten bis vierten Jahrhundert. Die Gruppe besteht nach der sogenannten Regensburger Normalreihe aus drei weiblichen und elf männlichen Personen, wobei bis auf eine alle als Märtyrer starben.

An der Kanzel, getragen von drei Engelköpfchen, finden sich die Zeichen der Kirchenkunst im Rokoko. Hierher, an die Stelle, wo das Wort Gottes verkündet wurde, gehören die vier beinahe schwebend wirkenden Evangelisten. Die vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes, welche als Autoren der vier biblischen Evangelien gelten, werden in der christlichen Ikonografie seit dem 4. Jahrhundert durch vier geflügelte Symbole dargestellt. Die häufigste Zuordnung seither lautet: Ein Mensch versinnbildlicht Matthäus, der Löwe Markus, der Stier Lukas und der Adler Johannes.

Zu den vielen kunstvollen Kleinodien wie den Kreuzwegstationen des fränkischen Barockmalers Johann Peter Herrlein und den auf die Wände gehauchten spätgotischen Fresken gehört auch eine spätgotische Madonna, die voller Schmerz und Leid ihren gekreuzigten Sohn im Arm hält und so den Kreis schließt zu dem Gottesacker vor den Kirchentoren.

Sankt Johannes

Nach der Überlieferung wird die Pfarrkirche in Brendlorenzen neben der Rundkirche auf der Festung Marienberg als die älteste Kirche des Bistums Würzburg bezeichnet. Sie wurde im Jahr 706 durch den heiligen Willibrod Sankt Martin geweiht. Im Jahr 742 wird erstmals ein Gotteshaus in Brend urkundlich erwähnt, das dem neu gegründeten Bistum Würzburg zugeordnet wird. In der Kirche werden regelmäßig Gottesdienste gefeiert.

ONLINE-TIPP

Mehr Informationen und Bilder unter www.mainpost.de/kirchen

Von unserem Redaktionsmitglied Ursula Düring
    
    

Diesen Artikel

  • Webnews einstellen
  • Teilen
Kontakt Redaktion     An Bekannten versenden     Druckversion
    
    

Die neuesten Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben...
Zum Kommentar abschicken bitte vorher einloggen
Benutzername Passwort
 
     
Sie sind noch kein Mitglied auf mainpost.de? Dann jetzt gleich »hier registrieren
    
    

Gas

 
    

DSL

 
    

Strom

Gas
Tarifrechner
Kostenloser Gas-Tarifrechner mit allen aktuellen Anbietern und Tarifen.
Ihre PLZ
Verbrauch
    
Anzeige
    

Bundesliga-Tipp 

Fußball-Experten, aufgepasst
Hier Tipps abgeben und Preise gewinnen.  »mehr
    
    

Gewinnspiel 

Kinokarten gewinnen
Cineworld und mainpost.de verlosen 10x2 Kinokarten »mehr
    
    

Aktionsabo 

Lesespaß zum Vorzugspreis
Alle Abos auf einen Blick: Geschenk-, Aktions-, Probe-, Wochenend- und Studenten-Abos. »mehr
    
    

Daily X 

Die Jugendseite der Main-Post
Täglich aktuell, täglich lesenswert. »mehr
    
    

Partner finden!