Leseranwalt

anton.sahlender@mainpost.de
Leseranwalt
    
aktualisiert: 09. Mai 2010, 19:47 Uhr » zurück zum Artikel
    
    
 
    
 
    
 


Kampagne gegen die römisch-katholische Kirche oder Bestrafung der Überbringer schlechter Nachrichten?

„Ich glaube an Gott und an die Medienkritik, beides ist aber schwer fassbar.“ Das sagte vergangene Woche auf einer Journalistentagung mit Mike Hoyt vom Columbia Journalism Review ein renommierter US-Medienkritiker. Gemeint hat er es wohl nicht so wie jener Leser, der unsere „Hochverehrte Redaktion“ handschriftlich wissen lässt, dass er seit Monaten unter deren antikirchlicher Berichterstattung leidet.   »mehr

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lifeexplorer (2908 Kommentare) am 03.05.2010 05:10

Tiraden gegen Kritiker

Leider muss ich mich Ihren Worten aus der Sicht vieler User und Poster des FORUMS der MP zu diesem sehr polarisierenden Thema der letzten Wochen anschließen.

Verständlicherweise führten die vielen Missbrauchsskandale in der RKK zu einem enorm starken Echo auch in dem vorher oft wenig belebten MP-Online-Forum. Soweit sehr erfreulich!

Was leider auch festgestellt werden muss, war und ist eine großteils extrem unsachliche, infame und oftmals persönlich diffamierende Art und Weise, wie auf die KRITIKER der unfassbaren Geschehnisse hinter Kirchenmauern förmlich verbal "eingeprügelt" wurde.

Es war häufig jenseits jedes Benehmens im öffentlichen Raum und schwer erträglich, mussten sich doch kritische Stimmen stereotyp als UL-bezahlte Sektenmitglieder, als atheistische Hetzer und Ketzer oder gar Angehörige krimineller Vereinigungen zur Zerschlagung der RKK verhöhnen und diskreditieren lassen. Von den "harmlosen Beleidigungen" zwischendurch rede ich gar nicht erst. traurig

Es gab Tage, da brannten förmlich die virtuellen Scheiterhaufen lichterloh -- erschreckend! Und genau diese Tatsache brachte auch mich wieder einmal zu der bitteren Erkenntnis, dass besonders "gutgläubige" Menschen in Krisensituationen dazu neigen, die Überbringer der schlechten Nachrichten zu kreuzigen, statt sich mit den Tätern und Opfern zu befassen. Statt den FAKTEN ins Auge zu blicken.

Eine zwar menschliche Reaktion, aber gewiss wenig christlich und schon gar nicht im Sinne unseres Glaubensbegründers. Er würde verzweifeln, dessen bin ich mir sicher.

MfG LE
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evakurt (2618 Kommentare) am 03.05.2010 15:18

Ein runder Tisch für Medien

Die Art der gegenwärtigen Thematisierung der römisch-katholischen Kirche verweist einmal mehr auf die Eigendynamik von Prozessen in einer freien Medien-Gesellschaft. Da sind einerseits unbestrittene Fakten in Gestalt von sexuellen Missbrauchsfällen in christlichen Einrichtungen. Da ist andererseits ein Trieb in den Mainstream-Medien, mit Hilfe solcher zweifelsfreien Fakten Szenarien zu entwickeln, in denen ganz andere Rechnungen beglichen werden sollen. Ich vermute, dass einfach die Zeit für einen Generalangriff auf die Kirche reif war, weil die Gesellschaft in ihrer zunehmend globalisierten, also weltanschaulich nihilisierten Ausrichtung überhaupt nicht mehr versteht, warum es eigentlich Religion und Kirche gibt. Und dann ist es nur allzu folgerichtig, wenn man einen Generalangriff auf eine Institution startet, zu der SUBSTANTIELL nur 3 – 5% der Bevölkerung (Quelle: Bistum Fulda) stehen. Insofern halte auch ich den Ausdruck der „sprungbereiten Feindseligkeit“ ausdrücklich für zutreffend. – Was hat das mit den Medien zu tun? – Den Medien werfe ich vor, dass sie beispielsweise sexuellen Missbrauch und Ohrfeigen in einem Atemzug nennen – welch eine Verhöhnung der Opfer sexuellen Missbrauchs. Und wenn dann noch in der „Tagesschau“ als Top-Meldung verkündet wird, dass Bischof Mixa (der übrigens nie in irgendeiner Weise in sexuelle Missbrauchsfälle verwickelt war) nun auch finanzielle Unregelmäßigkeiten vorgeworfen werden würden – also eine Nachricht, die allenfalls regional interessant ist, es sei denn, man zielt bewusst auf den hochgepeitschten Geifer des Volks - , erfüllt dies aus meiner Sicht von der Wirkung her den Tatbestand der Volksverhetzung. – Wollen „Tagesschau“ und „Mainpost“ das Volk verhetzen? – Nein, wollen sie wirklich nicht, aber sie tragen nolens volens dazu bei. - Insofern empfinde ich die beschränkende Beschreibung der Rolle der Medien als „Überbringer schlechter Nachrichten“ als extrem beschönigend. Wir brauchen auch einen runden Tisch für die Medien.
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evakurt (2618 Kommentare) am 03.05.2010 15:22

Ein runder Tisch für die Medien II

Denn nach meiner Ansicht hat der journalistische Auftrag zur öffentlichen Meinungsbildung nicht nur quantitativen, sondern vielmehr qualitativen Charakter. In diesem Sinne würde ich mir eine Berichterstattung wünschen, die folgendes mit einbezieht: Es gab in erheblichem Maß sexuelle Missbrauchshandlungen in kirchlichen Einrichtungen – damit wurden schwere Straftaten begangen, die ohne jeden Zweifel von öffentlichem Interesse sind. Falls es irgendwelchen Zweifel geben sollte, hier nochmal im Klartext: Sexuelle Übergriffe auf Kinder, ob im Internat oder vom Onkel daheim, sind schwere Straftaten. - Es gab weiterhin ebenfalls sogenannte „körperliche Züchtigungen“ (meistens in Form von Ohrfeigen), die in Familien und Schulen bis weit in die zweite Hälfte des letzten Jahrhunderts übliches Erziehungsmittel waren, jedoch seit einiger Zeit aus guten Gründen untersagt sind – dies wäre sicherlich einen Artikel zum Thema „Erziehungsgeschichte“ wert, ist jedoch nicht geeignet, damalige Erzieher pauschal öffentlich anzugreifen, es sei denn, diese „körperlichen Züchtigungen“ wären schwere Misshandlungen gewesen – auch das gab es sicherlich in Einzelfällen. Wollte man den sachlichen Weg gehen, müsste man hier qualifizieren: Was war eine singuläre Ohrfeige, was war echte Misshandlung. - Darf über angebliche buchhalterische Verfehlungen eines Stadt-Pfarrers berichtet werden? Wenn es einen substantiellen Anfangsverdacht gibt, regional „ja“, im Zusammenhang mit sexuellen Missbrauch grundsätzlich „nein“. Denn sonst kommt heraus, was ich neulich in einer Zeitung gelesen oder im Fernseher gehört habe (aus dem Gedächtnis zitiert): „Nach sexuellem Missbrauch und Kindes-Misshandlung sieht sich die katholische Kirche nun auch mit Vorwürfen wegen Veruntreuung von Spendengeldern konfrontiert“. Und schon baut sich im Hirn des Pöbels jeglichen sozialen Standes ein Bild auf, in dem eine Horde talartragender Geistlicher nach Oralsex mit Kindern und sadistischen Fesselspielen zur Abwechslung Kunstmöbel fürs Arbeitszimmer aus für Haiti gedachten Spendengeldern kauft. Zusammengefasst: Jeder sexuelle Missbrauch von Kindern ist eine schlechte Nachricht, die die Medien zu überbringen haben. Aber als Überbringer schlechter Nachrichten ist man auch dafür verantwortlich, wie was ankommt. Und wenn ankommt, dass „die Kirche“ gleichsam ein rechtsfreier Raum sei, in dem sexueller Kindesmissbrauch gemessen an der Gesamtbevölkerung überdurchschnittlich oft stattfände und zudem dort gleichsam als Kavaliersdelikt angesehen wäre, dann ist da was in der allgemeinen Berichterstattung schief gelaufen. Dann – wenn überhaupt - die Hände in Unschuld zu waschen, ist zu wenig. Und genau das ist mein Vorwurf an den Mainstream der Medien.
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lifeexplorer (2908 Kommentare) am 03.05.2010 16:12

Die Sprache eines Ideologen ...

Mit Gefühlen der Bedrückung las ich Ihren Kommentar, der wieder einmal eine unerträglichen Relativismus eines gesamtgesellschaftlichen, riesig großen Problems betreibt, dass einem speiübel werden kann, mit Verlaub!

Bei allem Verständnis für manche unangebrachte journalistische Entgleisung und Sensationsgier in der berüchtigten "Yellow Press", schlicht DIE MEDIEN pauschal zu verteufeln, als vermeintliche Kampagnenzünder im gefühlten oder unterstellten KAMPF gegen die ach-so-zartbesaitete RKK, ist eine groteske Verzerrung der Realitäten.

Die RKK als eine sich selbst über die "Durchschnittsmoral" erhebende und stehende gesellschaftliche Institution und Richtschnur des Verhaltens unzähliger Menschen, MUSS sich nun mal an ihren eigenen wöchentlich von den Kanzeln herab verkündeten Grundsätzen messen lassen!

So zu tun -- IMMER NOCH -- als wären die eben nicht marginalen Fälle von körperlichen und sexuellem Missbrauch, bloß wieder (statistische) EINZELFÄLLE in einer an sich völlig intakten STRUKTUR einer jedoch völlig erstarrten und im Mittelalter teils verharrenden, selbstgefälligen Einrichtung, der es eben über Jahrzehnte NICHT um die Opfer, sondern um den Täterschutz und den schieren eigenen Machterhalt ging, ist der eigentlich Skandal -- gewiss nicht eine "sprungbereite Presse", wie hier behauptet wird.

Das stellt erneut die Welt auf den Kopf, verwechselt Ursache und Wirkung. Und zwar ganz bewusst und mit rhetorischer Finesse! Das haben wir satt, dass wollen selbstständig denkende Christen weder mehr hören noch nachbeten!

Gläubige die nicht am Kirchenportal ihren Verstand und ihr gesundes Rechtsempfinden abgeben, brauchen diese Medien, um endlich Licht ins infame Dunkel einer reformunfähigen Institution zu bringen. Und dazu bedarf es mächtiger Fürsprecher! Genau das müssen und sollen unsere Medien in unserem demokratischen System sein. "Checks & Balances", nennt das Angloamerikaner.

Was "Kritiker" wie evakurt von den Menschen per se halten, entlarvt ja bereits ein einziger Satz: " ... schon baut sich im Hirn des Pöbels jeglichen sozialen Standes ein Bild auf ..."

Die RKK muss noch viel lernen über den RESPEKT vor ihren eigenen GLÄUBIGEN!

MfG LE
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evakurt (2618 Kommentare) am 03.05.2010 18:15

an lifeexplorer

Ihr Beitrag sagt viel über Sie aus und wenig über mich. Keine Ihrer Unterstellungen wäre möglich, wenn Sie meinen Text adäquat gelesen hätten. - Ich wiederhole nur einen Gedanken: Aus übergeordneten gesellschaftlichen Gründen vertritt die Kirche SUBSTANTIELL eine verschwindend kleine Minderheit der Bevölkerung. Es ist deshalb aus meiner Sicht nur folgerichtig, dass die - daran gemessen - wirklich sehr mächtige Kirche bei passender Gelegenheit frontal angegriffen wird - die Mainstream-Medien spielen dabei eine große Rolle. Den Grund dazu sehe ich in einer libertären Säkularisierung der Gesellschaft, die mit Religion als Lebensmaßstab nichts anfangen kann, da nicht systemkonform. Insofern sind die Angriffe gegen die Kirche zwar ausgelöst durch die unstrittigen Sexualvergehen,die ich - ich wiederhole mich schon wieder - genauso schlimm finde wie Sie. Jedoch ist die konzertierte Wucht dieser Angriffe aus meiner Sicht nur dadurch erklärbar, dass das christliche Menschenbild für den säkularen Mainstream ein Ärgernis ist. Oder können Sie mir sagen, wozu das zertifizierte Götzentum unserer Zeit noch einen christlichen Gott braucht? Ich nicht. - Meine Kritik gegen die Art der Berichterstattung ist - und erneut wiederhole ich mich - nicht als Verteidigung von Straftätern zu verstehen. Meine Kritik ist dagegen Ausdruck meines tief sitzenden Unbehagens gegen Mobilisierung von Massen auf Basis niederer Instinkte. Im übrigen: Ich selbst bin NICHT Mitglied der "RKK".
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wastl-one (2135 Kommentare) am 04.05.2010 00:48

"Zertifiziertes Götzentum" im "Hirn des Pöbels...

Starker Tobak @evakurt. Bin über ihre verbalen Entgleisungen überrascht, da ich sie in der Diskussion mit mir um den Artikel von Herrn Sanhüter ("Einsichten" in der letzten Samstagsausgabe) von einer etwas besonneren Seite glaubte kennengelernt zu haben. Ihre angebliche "Mobilisierung der Massen auf Basis niederer Instinkte" z.B. durch die MainPost, sollten sie dann bitte schön auch durch genaue Quellenangaben belegen. Oder benutzen sie dieses Forum auch nur, um ihr generelles Unbehagen über die "libertäre Säkularisierung der Gesellschaft, die mit Religion als Lebensmaßstab
nichts anfangen kann" deutlich zu machen. Ich gebe offen zu mit Religion als Lebensmaßstab nichts anfangen zu können, sehe dies im Gegensatz zu ihnen aber zunächst ein Mal als völlig wertfrei an, dagegen ist für sie eine solche Haltung offensichlich negativ besetzt, ja gerade zu unerträglich.
Nur befinde ich mich mit dieser Einstellung im Einklang mit vielen sogenannten "großen deutschen Dichtern und Denkern".
Ihn rechne ich zwar nicht dazu, lass ihn aber trotzdem zu Wort kommen:
"Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont." Konrad Adenauer

R. Sebastian, Würzburg
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lifeexplorer (2908 Kommentare) am 04.05.2010 12:49

@ R. Sebastian: Auf den Punkt ...

Sie haben mir eben erspart auf evakurt nochmals zu antworten. Ihr Beitrag drückt auch meine Position gut aus. Danke und schönen Tag noch!

MfG LE
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unbekannt (76 Kommentare) am 04.05.2010 15:33

Lieber leseranwalt

ihrer darstellung ist in einem entscheidenden punkt zu widersprechen:
die darstellung der mißbrauchsfrage ist von ihnen (bewußt?) einseitig und daher nur teilwahr. mißbrauch als gesellschaftsproblem wird kaum benannt. mißbrauch ist kein phänomen der kirche, es fehlen die problematiken in schule, erziehung, vereinen und vorallem auch den familien. dass sich daher leser entschließen das abo zu kündigen ist durchaus nachzuvollziehen.
Schade ist auch, dass manchen genau diese haltung von lesern, die ihren privaten rachefeldzug gegen die kirche führen, inflationär ermöglicht wird. es bleibt auch weiterhin offen, dass diese äußerungen durchaus mit dem in würzburg ansässigen ul gemeinsame sache machen - zumindest was die kirche betrifft. man kann opfer des mißbrauchs nochmals mißbrauchen, indem man sie für solche zwecke benutzt. hier hat die mainpost keinen guten weg gefunden. schade!
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antonsah (267 Kommentare) am 04.05.2010 16:12

@vogelgrippe

Ihr Widerspruch geht ins Leere. Alles das was Sie benennen war Gegenstand von Berichterstattungen unserer Zeitung und von mainpost.de. Sie können darüber also nicht einfach kritische Ansichten versuchen ins Abseits zu schieben oder als Rachefeldzug kennzeichnen. Ein Medium abbestellen, weil die eigenen Ansichten nicht ständig zum Tragen kommen, bedeutet den Kopf in den Sand stecken und sich aus einem demokratischen Diskurs verabschieden. Überdies ist Abbestellung mit dieser Begründung eine Missachtung der Freiheit der Presse.
Anton Sahlender, Leseranwalt
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wastl-one (2135 Kommentare) am 04.05.2010 16:27

Privater Rachefeldzug?

@Vogelgrippe - es konnte ja nicht ausbleiben, dass auch in diesem Forum ihr psychopathischer UL-Verdacht wieder hochkocht.Aber entscheiden sollten sie sich schon ein Mal: privater Rachefeldzug oder vom UL gesteuerte Agententätigkeit.
Scheinbar scheint diese UL-Psychose schon ihr Augenlicht zu beeinträchtigen, so dass sie des Lesens offenbar nicht mehr mächtig sind. Dass Missbrauch ein gesamtgesellschaftliches Phänomen ist, darauf wurde immer wieder hingewiesaen. Sollten jetzt Fälle in Schulen, Vereinen, Familien künstlich konstruiert oder herbeigezaubert werden, nur um die bekannt gewordenen Missbrauchsfälle in der kath. Kirche in einem anderen Licht erscheinen zu lassen und ihrer Klientel Genüge zu tun?
Ihre demokratische Gesinnung wird schon daran deutlich, dass sie ein
von der MAINPOST ermöglichtes Diskussionsforum diskreditieren, in dem es einen "Rachefeldzug gegen die Kirche inflatinär ermöglicht".
Nach ihrer Vorstellung dürften sich dort offensichtlich nur Leute ihres geistigen Horizontes zu Wort melden.

Ihr Provokateur vom UL
R. Sebastian, Würzburg
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lifeexplorer (2908 Kommentare) am 04.05.2010 17:37

@Vogelgrippe: Die Welt ist voller Agenten!

Hat es Ihnen denn nicht gereicht, sich in den Threads zu den Missbrauchsfällen in der RKK als geradezu paranoider User, sich ständig verfolgt Wähnender lächerlich zu machen und alle anderen Poster damit letztlich durch die wiederholten Verleumdungen, grotesken Unterstellungen und absurden Verschwörungstheorien zu verärgern?

Müssen Sie wirklich diesen unsäglichen Humbug jetzt auch hier wieder verzapfen?

Wir gefühlt "bösen UL-gesteuerten Agenten" haben es Ihnen bereits Dutzende Male versucht zu verklickern: Es gibt denkende, kritikfähige und kritische Menschen, die sich ganz OHNE SEKTEN-ZUGEHÖRIGKEITEN eine eigene, unabhängige Meinung über die Geschehnisse dieser komplexen Welt bilden, diese dann unerschrocken äußern und auch in der Öffentlichkeit als solche vertreten. So einfach ist das!

Falls Ihnen das nicht geläufig ist: Man nennt das demokratische Meinungsbildung und deren Freiheit diese zu äußern. Auch wenn sie anderen nicht gefallen mag.

Nicht darunter fallen allerdings Psychosen. Paranoia und Verleumdungen, wie wir sie im Forum über Wochen (auch von Ihnen) ertragen mussten. Das nennt man einfach krank und rechtlich bedenklich.

LE
(0)
anap (499 Kommentare) am 04.05.2010 23:39

hallo lifeexplorer

ja, ja , wenn man sie auf dem fuß erwischt reagieren sie nervös, ich weiß das. dennoch ... ihre argumenten sind deckungsgleich mit denen der ul, streiten sie das nicht ab, stellen sie sich dieser wahrheit. unter interessant: die art der argumentation ist es aus. mit ungeheurem zeitlich aufwand, mit massiven langwierigen 8auch langweiligen) ausführungen, mit einseitigkeit en gros laden sie ihren frustr auf die kirche ab. das nennt man denn wohl einen privat-rache-feldzug. und genau an diesem punkt sind sie ebenfalls deckungsgleich mit dem verhalten des ul. das sollte zu denken geben. mit wahrer kritik hat ihr verhalten leider wenig zu tun, dafür sind die langwierigen, seitenweisen ausführungen denn doch zu platt.
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wastl-one (2135 Kommentare) am 04.05.2010 23:57

@freiheit!

Freiheit von was eigentlich?
Freiheit von Argumenten, vom Nachdenken, von deutscher Grammatik?

R. Sebastian, Würzburg
(subversiver UL-Agent)
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evakurt (2618 Kommentare) am 05.05.2010 13:02

an wastl-one

Nachdem wir uns nun jetzt schon einige Male kommunikativ begegnet sind, fällt mir bei Ihnen eines auf: Sie bringen ständig Zitate, die alle richtig und für mich ausdrücklich akzeptabel sind, ziehen aber dann selbst Rückschlüsse daraus, die in Bezug auf meine Ausführungen ganz einfach falsch sind. Deshalb noch einmal ein Versuch: Mit "Mobilisierung der Massen auf Basis niederer Instinkte" meine ich, dass – ob mit Absicht oder aus System-Trieb heraus, ist dabei erst mal wurscht – konkrete Vorkommnisse (hier: sexueller Kindesmissbrauch) für ganz andere Themen instrumentalisiert und multipliziert werden, indem beispielsweise sexueller Missbrauch, Ohrfeigen und postulierte kaufmännische Unregelmäßigkeiten (Mixa) zu einem Gesamtbild „der Kirche“ zusammengerührt werden. Und schon baut sich im Hirn des Pöbels jeglichen sozialen Standes – damit meine ich NICHT die „einfachen“ Menschen (die haben in aller Regel ein gutes Gespür), sondern mehr die intellektuell Halbstarken - ein Bild auf, in dem eine Horde talartragender Geistlicher nach Oralsex mit Kindern und sadistischen Fesselspielen zur Abwechslung Kunstmöbel fürs Arbeitszimmer aus für Haiti gedachten Spendengeldern kauft. Und da meine ich halt, dass eine verantwortliche Presse nicht Zauberlehrling spielen sollte, denn schließlich ist Meinungsfreiheit nicht nur als Gut gemeint, sondern als HOHES Gut.– Mit „zertifiziertem Götzentum“ meine ich – grob gesprochen – , dass reale, verwurzelte Ethik (da wären wir wieder bei Kant) durch virtuelle, systemistische Liturgien (Stichwort: Lobbyismus als moderne Religionsform) immer mehr ersetzt wird– das wäre aber wirklich ein anderes Thema. – Mit dem Zitat von Adenauer haben Sie auch wieder recht. Denn in der Tat sieht jeder Mensch die Welt anders – und das ist ausdrücklich schutzwürdig. Jedoch sollte man den Begriff „Horizont“ nicht mit „Sichtweise“ gleichsetzen. Denn „Horizont“ ist die Grenzlinie zwischen Himmel und Erde, und „Sichtweisen“ (im modernen Sinn) sind ausschließlich Übungen diesseits dieser Grenze – man möge es für möglich halten, dass es Lebensbereiche gibt, in denen säkulare „Sichtweisen“ nicht hinreichend sind. Aus meiner tiefen Überzeugung gibt dieser General-Konflikt zwischen geistlichem Horizont und säkularen Sichtweisen die Matrix dafür ab, dass das Beben aufgrund von Missbrauchsfällen zu einem Tsunami für die Kirche an sich geworden ist.
(0)
lifeexplorer (2908 Kommentare) am 05.05.2010 14:07

@freiheit am 04.05.2010 23:39 - Freiheiten?

In der Tat steht es Ihnen "frei" ....

.... jeden paranoiden Mist zu GLAUBEN, den SIE möchten.
.... sich bar jeder Vernunft oder eines Funken verstehenden LESENS zum X-ten Male selbst zu blamieren.
.... sich durch wüste Verunglimpfungen, statt durch FAKTEN und THEMENBEZOGENE Argumente zu disqualifizieren.
.... sich durch schwache Rechtsschreibung und wenig gute Grammatik zu entlarven.
.... sich als bornierten Dogmatiker zu outen (passt ja ins Weltbild!).

Was Ihnen allerdings NICHT FREISTEHT, ist der ständige Versuch andere User, Menschen hinter einem Nick, absichtlich und gezielt zu diskreditieren, zu stalken, zu verleumden und üble Nachrede in einem öffentlichen Forum zu betrieben, wenn diese Ihnen wiederholt nahe gelegt haben, dies endlich zu UNTERLASSEN. Dagegen kann man allerdings vorgehen. Und werde ich auch.

Denken Sie mal drüber nach, sollte Sie dazu in der Lage sein.

LE
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wastl-one (2135 Kommentare) am 05.05.2010 15:09

an@evakurt

Ich muss trotz ihrer versuchten Richtigstellung anmerken, dass einige ihrer verwendeten Begriffe unklar, ja mir fast nebulös erscheinen. Was bitte habe ich mir unter "Systemtrieb", "virtuellen systemischen Liturgien", "Lobbyismus als moderne Religionsform" vorzustellen? Meinten sie wirklich den "Generalkonflikt zwischen geistlichem (oder doch geistigem?) Horizont und säkularer Sichtweise"? Und wenn ja was verstehen sie unter "geistlichem Horizont"? Das Szenario, das sie uns hier schildern, das sich ihrer Meinung nach im Hirn von "intellektuellen Halbstarken" (auch dieser Begriff ersaheint mir erklärungswürdig) aufbaut, halte ich schlicht und einfach für übertrieben - ich glaube nicht, trotz all der Kommentare hier, das ein ernst zu nehmender Anteil der Main-Post-Leser geistig derart einfach gestrickt ist. Außerdem bleiben sie wieder den Nachweis schuldig in welchen Artikeln, bzw. Kommentaren sich die Main-Post an der "Mobilisierung der Massen" beteiligt hat. In allen Fällen wurde zunächst ein Mal berichtet und die Kommentare und Meinungen von Redakteuren zu diesem Thema waren meiner Meinung nach durchaus diskussionswürdig. Ich gebe ihnen in soweit Recht, dass unter Beteiligung der Medien immer wieder ein Mal eine andere Sau durchs Dorf getrieben wird. Nur würde ich dem Durchschnittsleser durchaus zutrauen, dies zu erkennen und sich entsprechend seine Meinung zu bilden. Was viele Kommentatoren hier offensichtlich nicht erkennen, es geht nicht nur um die Missbrauchsfälle an sich, sondern es geht um den UMGANG der Organisation Kirche mit diesen Missbrauchsfällen. Weiter wird übersehen, dass diese Organisation nicht mit anderen zu vergleichen ist. Im Gegensatz zu den anderen Organisationen beansprucht die Kirche eine ethisch-moralische Führungsrolle, aus der sie Regeln, Vorschriften, Verbote bis in jeden Lebensbereich der Gläubigen ableitet. An diesen muss sich die Kirche dann einfach auch messen lassen. So war der Hauptvorwurf gegen Biscxhof Mixa auch nicht die "Watschn", sondern dass er gelogen hatte. Wie man auf andere Art mit persönlichen und durchaus auch menschlichen Verfehlungen umgehen kann, hat uns Pastorin Käßmann eindrucksvoll demonstriert.

R. Sebastian, Würzburg
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lifeexplorer (2908 Kommentare) am 05.05.2010 15:57

Ergänzung zu wastl-one's Beitrag ...

Wenn wir schon über "systemische Zusammenhänge" debattieren, dann geht es in der ganzen Debatte vor allem auch um die STRUKTURELLEN Hintergründe und Ursachen, die einen solchen gewaltigen und über Jahrzehnte andauernden Missbrauch von Opfer erst ermöglicht und begünstigt haben, dessen Vertuschung und Verschweigen gefördert und -- auch dies ist dringend transparent zu machen! -- um die rechtliche SONDERSTELLUNG die sich die Organisation Kirche als EINZIGE in unserer Gesellschaft jenseits unseres Rechtssystems gesichert hat.

Wenn man bedenkt, dass JETZT erst durch den Druck der Öffentlichkeit und auch Dank der Medien, es zu einem "Zugeständnis" der Führungsriegen der RKK langsam kommt, man wolle in Zukunft auf gleicher Höhe mit dem weltlichen Rechtssystem eng mit den Staatsanwaltschaften in allen Fällen von Vergehen und Verfehlungen, die strafrechtlich relevant sein könnten, zusammenarbeiten und das Kirchenrecht ggf. "anpassen", dann spricht das deutlich aus, WO der Hund begraben liegt. Und das schon sehr lange!

All diese Unfassbarkeiten haben nun gar nichts mit irgendwelchen "privaten oder medialen Rachefeldzügen" zu tun, können auch nicht mit noch so intellektualisierten Phrasen vom Tisch gebürstet werden, sie sind ein Skandal allein durch ihre Existenz. Die RKK hat sich im Laufe ihrer Geschichte eben als Staat im Staate etabliert, abseits der schnöden weltlichen, säkularen Einrichtungen einen Sonderraum erhalten, der eben leider auch solche Täter schützte und beschütze.

Wer diese unerträglichen Verhältnisse wegzudiskutieren versucht oder gar die "Ankläger" verunglimpft, der macht sich an den zahllosen Opfern erneut schuldig, nicht die Kritiker, die den Finger auf eben diese Wunde legen, die es zu schließen gilt. Und zwar von ganz innen und von ganz oben. Der Weg dorthin mag offen stehen jetzt, ob er auch beschritten wird, wird uns die Zukunft weisen.

MfG LE
(0)
evakurt (2618 Kommentare) am 05.05.2010 16:59

an wastl-one

Gerne beantworte ich Ihre Fragen, wobei dies weit den Rahmen dessen sprengt, was hier unmittelbar thematisch zur Diskussion steht. Ad 1: Systemistische Liturgien: Unsere Zeit ist dominant geprägt von professionell entwickelten Automatismen und auch Lobbyismen, die substantiell ihre Bindung zu ethischen Grundsätzen verleugnen. Zufälliges Beispiel: BP hat jetzt gerade darauf hingewiesen, dass die Ölplattform nur geleast war - zu Ende gedacht: Man will sich professionell einer substantiellen Verantwortung entziehen und das Recht wird BP recht geben, weil das Recht an Gesetze gebunden ist. Anderes Beispiel: Es ist rechtskonform, dass einerseits das Essen einer Maultasche auf dem Weg zum Mülleimer eine fristlose Kündigung zur Folge haben darf, währenddessen die Wallstreet-Gangster gegen die Welt nicht vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag zur Verantwortung gezogen werden können. Warum? - Weil es das Rechtswesen nicht besser kann. - Bin ich gegen das Rechtswesen? Nein, aber ich sehe, was es kann und was es nicht kann. – Das Rechts- und somit Gesellschaftssystem muss per Definition in erster Linie die Einhaltung von Gesetzen und Regeln sichern und kann erst dann gucken, ob damit auch ethische Grundsätze geschützt werden – wenn beides zusammenfällt (was ja oft vorkommt), ist es gut, wenn nicht, ist es wurscht, bestenfalls bedauerlich, also auch wurscht. Da das, was – vereinfacht gesagt – „sich gehört“, nicht systemrelevant im Sinne all dieser Systeme (vom Rechtssystem bis zum Wirtschaftslobbyismus) ist, entstehen gleichsam virtuelle Ersatzreligionen (das Zivilrecht bezeichnet sich übrigens selbst als „virtuelles Recht“), deren Macht eben nicht durch ethische Verwurzelung (auf die ja Kant baut), sondern durch Durchsetzbarkeit geprägt ist, also darwinistisch ist, wenn man so will. Diese Haltung bezeichne ich, ad 2, im wörtlichen Sinne als „halb stark“, da zwar mächtig, aber innerlich schwach. – Was, ad 3, die konkreten Beiträge der Mainpost angeht, kann ich in der Tat nicht DEN Satz nennen, der direkt angreifbar wäre – erstens, weil die „don‘ts“ unter Profi-Journalisten bekannt sind und vor allem, zweitens, weil ich der Mainpost ja überhaupt nicht absichtliche Fehl-Mobilisierung unterstelle. Nein, das ist es nicht. Es ist – und somit sind wir beim nächsten von Ihnen angefragten Begriff – Ausdruck von System-Trieb: Da liegt was in der Luft, man greift es im Rahmen seines Auftrags auf - ein gruppendynamischer Prozess. Ad 4: Dass sexueller Missbrauch durch Priester im Amt gesellschaftlich schwerwiegender ist als bei irgendeinem Privatmann, ist zustimmungswürdig. Ad 5: Mixa – und das ist wieder einmal so ein typischer Medien-Fall – hat (nach meinen Informationen) NICHT gelogen, sondern „schwere Züchtigung“ geleugnet, also „Watschn“ ausdrücklich eingeräumt. Das interessiert aber in den Medien nicht – ein kleines, aber feines Beispiel für das, was ich meine. – Bitte jetzt keine Diskussion, ob „Watschn“ gut oder schlecht sind: Darum geht es mir nicht.
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wjung (19 Kommentare) am 06.05.2010 23:03

Widerspruch

Die Main-Post beschränkt sich in ihrer Berichterstattung über sexuellen Missbrauch keineswegs auf die katholische Kirche. Nachprüfen kann das, wer im Main-Post-Archiv nach dem Begriff "Wildwasser" sucht. Das ist ein Verein gegen den sexuellen Missbrauch von Mädchen und Frauen. Die Main-Post berichtete vielfach über die Arbeit des Vereins. Vor 2 Jahren sammelte sie 25.000 Euro, mit denen Wildwasser jetzt Präventionsarbeit in Kindergärten und Schulen betreibt.

Ein Beispiel für viele Artikel über sexuellen Missbrauch in der Familie finden und seine Folgen finden Sie hier: http://www.mainpost.de/4549221

Wolfgang Jung
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evakurt (2618 Kommentare) am 07.05.2010 10:59

Zustimmung

Fokussiert man den Blick auf das Thema selbst, nämlich "Sexueller Missbrauch von Kindern", ist Ihrer Einlassung absolut zuzustimmen. Wäre die Fokussierung auf dieses Thema Leitlinie der Berichterstattung im Zusammenhang mit Mißbrauch in kirchlichen Einrichtungen gewesen, hätte es keine Diskussion über die Kirche an sich geben müssen. So aber wurde aus der Verarbeitung des Themas "Sexueller Missbrauch" geradezu ein Schlagabtausch über Sinn und Unsinn der Kirche - so ungefähr mit dem Ergebnis, dass es mit weniger Kirche und mehr säkularer Vernunft in der Gesellschaft weniger sexuellen Mißbrauch gäbe. Damit aber wurde das Kind mit dem Bad ausgeschüttet. Mein Einschätzung dazu bleibt, dass sich die säkulare Selbstsetzung der modernen Gesellschaft überhebt, wenn sie sich gleichsam über Gott stellt. Das erinnert sehr stark an den Zwerg, der auf den Schultern des Riesen steht und sagt: "Ich bin größer als Du". - Was hat diese meine Anmerkung mit dem aktuellen Fokus "Sexueller Mißbrauch an Kindern" zu tun? - Genauso viel wie die Tendenz der Berichterstattung zu diesem Fokus in den vergangenen Wochen.
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