Leseranwalt

anton.sahlender@mainpost.de
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publiziert: 27.06.2010 18:46 Uhr
aktualisiert: 28.06.2010 19:47 Uhr
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Der Tritt gegen einen Hund und die überflüssige Information

Vorurteile gegen Minderheit werden geschürt

Dieser Bericht hat Wirbel ausgelöst: „Ordenspriester tritt jungen Hund“ (15. Juni), lautete die Überschrift. Ein Teil der Leser ergriff für den Priester und ein anderer für die Hundehalter Partei. Ich kritisiere den Bericht. Ich sehe darin journalistische Ethik verletzt.

Ich zitiere: „Plötzlich habe der dunkelhäutige Mann, ein Ordenspriester wie sich später herausstellte, 'ausgeholt wie beim Fußball' und nach dem Hundebaby getreten. Der Kleine flog zwei Meter weit durch die Luft.“

Ich meine, dass der Mann, gegen den sich dieser Vorwurf richtet, dunkelhäutig ist, hätte nicht erscheinen dürfen, besser auch nicht, dass es sich um einen Ordenspriester handelt. Schließlich bliebe der Beruf auch unerwähnt, würde der Tritt einem Bauarbeiter oder einem Bankkaufmann vorgeworfen. Obwohl wir an Priester hohe moralische Ansprüche stellen, erkenne ich noch keine Notwendigkeit für diese Information. Es geht vorläufig um einen Vorwurf, mehr nicht. Erwartungsgemäß sehen sich jetzt auch noch Kritiker bestärkt, die den Medien (auch uns) unterstellen, sie würden jede Gelegenheit zur Kampagne gegen die Kirche nutzen.

Der Deutsche Presserat, an dessen Kodex sich unsere Redaktion gebunden sieht, legt fest: „In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht. Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte.“

Der Sachbezug besteht aus meiner Sicht nicht. Und die folgende Diskussion rund um den Artikel bestätigt, dass Vorurteile gegen dunkelhäutige Menschen und gegen Priester gefördert worden sind. Ich denke, der Presserat hätte eine Sanktion (Rüge, Missbilligung oder Hinweis) gegen unsere Redaktion ausgesprochen, hätte ihn eine Beschwerde erreicht.

Meine journalistische Kritik zielt alleine auf den Text. Ich bin kein Zeuge des Vorgangs, der überwiegend aus der Perspektive der Hundebesitzer geschildert ist. Das vermittelt einen Eindruck, von dem ich nicht weiß, ob er wirklich zutrifft. Das wird sich vielleicht noch zeigen. Liegt doch eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz vor. Der Priester, der nicht namentlich genannt werden darf, stellt die Sache jedenfalls anders dar. Intern ist die Redaktion schon selbst zu der Auffassung gelangt, dass der Vorwurf eines Trittes gegen einen Hund den Umfang des Beitrages nicht rechtfertigt. Auch ich denke, wenige Zeilen hätten ausgereicht. Vorbeugend versichere ich, dass ich Tierfreunde schätze und dass ich Hunde mag. Deshalb freue ich mich, dass der „Kleine“ offenbar wohlauf ist. Mir geht es hier um einen angemessenen und fairen Journalismus.

    
    

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Fry (2 Kommentare) am 06.08.2010 14:16

Kirche als Minderheit?

„In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht. Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte.“

Soweit sind wir also schon? Die katholische Kirche gehört jetzt zu den Minderheiten im Land? Oder sind Priester gemeint?

Sind das nicht eher Vertreter einer Mehrheit?
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evakurt (2618 Kommentare) am 01.07.2010 22:47

Zur_Info

Wo ordnen Sie sich eigentlich ein? - Christlicher Kulturkreis? Offensichtlich nein, faßt man Ihre Kommentare an verschiedenen Stellen zusammen. - Demokrat? Sagen Sie "Ja", lasse ich aus Respekt so stehen. - Verfassungskonform? Sagen Sie indirekt auch ja, indem Sie Verfassungsfeindlichkeit nicht als Kompliment, sondern als Beleidigung empfinden. - Der Eindruck, den Sie auf dem Forum hinterlassen, ist, dass da Einer - gemessen an seinen Aussagen- einem grenzwertigen Kulturkreis angehört, die von der Verfassung ausdrücklich unter dem Begriff "Meinungsfreiheit" weitestgehend geschützt wird. Diese Großzügigkeit werfen dann gerade Sie der Gesellschaft vor, wenn es um sicherlich nicht grenzwertigere Kulturkreise von Migranten, etc. geht. Sie sitzen da schon arg im Glashaus ...
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Zur_Info (148 Kommentare) am 01.07.2010 19:19

An evakurt

Meinen Kommentaren latent eine Verfassungsfeindlichkeit zu unterstellen empfinde ich als persönliche Beleidigung. Ich bin froh, dass nicht alle Demokraten die Augen verschließen, denn das würde unsere Demokratie (die beste weltweit trotz alles Schwächen) wirklich auf Dauer gefährden.

Haben Sie da etwas verwechselt?
Meinten Sie vielleicht: Gebt mir einen Lolli...

Klingt ja so ähnlich wie der "Scholli". Aber paßt das nicht besser zu Ihren Kommentaren?
(0)
evakurt (2618 Kommentare) am 30.06.2010 15:57

Zur_Info

Wenn ich Ihre Kommentare lese, bin ich froh, dass unser Staat eine stabile Verfassung hat. Mein lieber Scholli ...
(0)
Zur_Info (148 Kommentare) am 29.06.2010 20:09

An evakurt

Meine Zusammenfassung Ihres Kommentars: Euphemismus, wertlose Vorschläge und Nebelkerzen.

Dunkelhäutig war von Bedeutung da der mutmaßliche Tierquäler Rassismus-Vorwürfe erhoben hat..

Und Niveau ist keine Hautcreme...
(0)
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