Leseranwalt

anton.sahlender@mainpost.de
Leseranwalt
    
publiziert: 21.11.2010 16:40 Uhr
aktualisiert: 12.12.2010 17:10 Uhr
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Ich widme Anselm Grüns Empfehlung einem gläubigen Leser: Aus klaren Quellen schöpfen

In der Zeitung und in den Beilagen nehmen die Beleidigungen gegenüber der christlichen Lehre und Moral immer mehr zu“, schreibt ein Leser aus Karlburg. Er bezieht sich auf eine Zeitungsanzeige der Mediengruppe Main-Post, die diese Zeitung herausbringt. Darin werden nebeneinander, von links nach rechts, Abbildungen eines erotischen Kalenders, eines MainTopmodel-Kalenders mit Models aus zwei Jahren Wettbewerb, das Buch des bekannten Benediktinermönchs Anselm Grün („Momente des Glücks) und ein Terminkalender 2011 gezeigt und zum Verkauf angeboten. Den Leser stört die Nachbarschaft des Mönches zu den Mädchen-Bildern und fragt, „warum machen Sie das nicht auch mit dem Islam und dem Judentum?“ Eine christlich gesonnene Kollegin hat mir empört abgeraten, auf eine solche Frage überhaupt zu antworten. Weil mir ähnliche Beschwerden aber nicht neu sind und weil ich gewiss nicht wenige gläubige Leser damit anspreche, stelle ich mich der Frage. Die einfachste Antwort lautet: „Es gibt meines Wissens keine Bücher der genannten Religionen im Angebot unseres Medienhauses. Geht also nicht.“

Gäbe es freilich solche, würde ich nicht davon abraten, eine solche Nachbarschaft ebenfalls herzustellen. Auch das ist hypothetisch, weil ich nicht gefragt würde. Das fällt nicht in mein Aufgabengebiet.

Nun aber eine grundsätzliche Antwort: Ich meine nicht, dass aus christlichem Glauben heraus erotische Kalender generell als „Schmutz und Schund“ zu bezeichnen sind. Das hat der Karlburger nämlich ebenfalls getan. So frage ich ihn, wie er überhaupt mit offenen Augen durch die Welt gehen kann? Unchristlich ist es zudem, anderen Religionen unterschieben zu wollen, was man selbst ablehnt.

Ich nehme übrigens nicht an, dass sich Anselm Grün an dieser Zeitungsnachbarschaft stört. Gefragt habe ich ihn nicht. Aber aus seinem Munde habe ich bei Vorträgen mehrfach vernommen, dass es für die Zufriedenheit im Leben gut sei, aus klaren Quellen zu schöpfen, nicht aus trüben. Diese Philosophie des Mönches gebe ich an den Karlburger Leser weiter. Auf dass es auch ihm stets gelingen möge, aus klaren Quellen zu schöpfen und mit guten Gedanken auf die abgebildeten Mädchen neben dem Mönch zu blicken.

Ein offener Blick sollte ihm umso leichter fallen, weil der Verkaufserlös der Kalender zu 100 Prozent der Aktion Patenkind dieser Zeitung zufließt. Mit dem Geld wird in der Weihnachtszeit Bedürftigen geholfen. Eine wichtige Aktion für Menschen – Christen, Juden und Muslime gleichermaßen.

    
    

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»Alle 24 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare

kritischerbeobachter (102 Kommentare) am 25.11.2010 12:40

Keine Angst, ...

... das tue ich - zu Themen und Äußerungen, de es wert sind. grinsen
(1)
lifeexplorer (2908 Kommentare) am 29.11.2010 17:53

* AMEN *

Und alle haben sich wieder lieb.

OK, ist ja gut, FAST alle ... *lol*

LE
(0)
kritischerbeobachter (102 Kommentare) am 24.11.2010 18:19

Herrlich, dieser Thread!

Ich finde es immer wieder schön, wie sich sich hier manche Leute an ihrer Wortklauberei berauschen.
Sind wohl alles Rentner oder Lehrer (eventuell sogar pensionierte Lehrer?), die offenbar nichts Besseres zu tun haben.
Herr, lass Hirn regnen!
(0)
wastl-one (2135 Kommentare) am 25.11.2010 00:37

Trotz aller kritischen Beobachtung...

gönnen sie uns doch unseren Spaß und lassen uns selbst bestimmen was das Bessere tun für uns ist.
(1)
kritischerbeobachter (102 Kommentare) am 25.11.2010 10:39

Ach R., seien's halt a bissl güdicher ...

Also lag ich wohl richtig in meiner Vermutung...
Freilich können Sie gerne immer und überall Ihre Meinung kundtun; ich wollte eigentlich nur zur Kenntnis bringen, dass es auch Menschen (damit meine ich Juden, Christen, Moslems, Atheisten usw.) gibt, die an ernsthafter Diskussion auf solchen Foren interessiert sind und nicht an facebook-artigem Gekippel.
(0)
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