Leseranwalt

anton.sahlender@mainpost.de
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publiziert: 28.11.2010 19:00 Uhr
aktualisiert: 06.12.2010 08:21 Uhr
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Nachträgliche Schönheitsreparaturen an hässlichen Bildern wichtiger Politiker

Wäre meine Frau so abgebildet worden, würde ich die Zeitung verklagen!“ Eine Kollegin erzählt vom Telefongespräch mit einem verärgerten Leser: Ein von der Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen veröffentlichtes Bild wirke, „als hätte man ihr einen Bart angemalt oder als trage sie eine Faschingsmaske“.

  • Dieses Ursula-von-der-Leyen-Bild hat einen Leser erzürnt.
    Foto: dpa
Bild von

So sehe die Frau nun wirklich nicht aus, wie am 19. November auf dieser Seite zum „Zitat des Tages“ gezeigt. Weiter geschimpft habe der Mann, „so hässliche Bilder dürfen von einer wichtigen Politikerin nicht veröffentlicht werden“. Dazu fällt mir spontan ein: Wenn schon, warum nur von Politikern?

Weiter der Leser: Die Redaktion hätte das schlechte Bild mit Fotoshop technisch noch nachbearbeiten müssen. Dann hätte Frau von der Leyen wieder gut ausgesehen.

Die Kollegin hat dem Anrufer erklärt, dass selbst die kleinste nachträgliche Schönheitsreparatur verboten ist, weil sie Wirklichkeit verfälscht. Wenn selten mal in ein Bild technisch eingegriffen wird, muss es nachrichtlich begründet sein und den Lesern in der Bildunterzeile erklärt werden – hier etwa mit dem Satz: „Gesichtsfalten fototechnisch geglättet.“ Solche Umsetzung journalistischer Verpflichtung zur Wahrhaftigkeit wäre in diesem Fall inhaltlich nicht zu begründen und – gelinde gesagt – besonders unsensibel.

Ich gebe zu, dass es vorteilhaftere Von-der-Leyen-Fotos gibt. Und doch handelt es sich um kein hässliches Bild, sondern um eine sehr ehrliche Momentaufnahme. Verbesserungen von Fototechnik und Druck machen sichtbar, was früher verborgen blieb. Die Meinungen darüber, ob ein anderes Foto hätte verwendet werden müssen, gehen auseinander. Für das vorliegende spricht zumindest, dass der erfreute Blick der Ministerin zu ihrer Aussage passt, dass die ältere Generation in Deutschland noch nie so gebildet und gesund gewesen sei.

Man möge mir glauben, dass die Redaktion der Ministerin nicht schaden wollte, aber bei der Bildauswahl journalistische Maßstäbe angelegt hat, nicht die einer Werbeagentur. Frau von der Leyen oder ihr Ehemann werden des Fotos wegen wohl niemanden verklagen. Für Ministerinnen wie Minister soll schließlich Kompetenz sprechen, nicht Schönheit.

    
    

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Die neuesten Kommentare

schonda (1146 Kommentare) am 20.12.2010 04:50

Schaut doch

.. auch die anderen abgehalfterten Lügenpolitiker an ! Wahlkrampf-Plakate ist eine einzige Lügen-Foto-Show ...
(1)
stoertebeker (746 Kommentare) am 05.12.2010 15:32

Fotos

Wäre ja noch schöner, wenn man solche Fotos künstlich bearbeiten würde. Es gibt sicherlich bessere Bilder unserer "ÜberMamma" -doch so sieht sie auch aus.....
Reale Berichterstattung sollte auch reale Fotos haben !
(1)
zwiebelfisch (82 Kommentare) am 29.11.2010 09:53

man

muß doch nicht immer alles künstlich beschönigen, so sieht die Dame nun mal aus.
(1)
gauni2002 (1085 Kommentare) am 29.11.2010 08:24

schämerisch





Zitat von artikel

Wäre meine Frau so abgebildet worden, würde ich die Zeitung verklagen



wenn sich jemand des äusserlichen seiner frau schämt, der kann doch auch abhilfe schaffen, ihr eine gesichtsbehandlung mit botox oder irgend eine andere chirurgische massnahme aufs auge drücken oder wenn das nicht hilft, dann kann man sich auch noch von ihr trennen, gegen eine jüngere eintauschen. zwinkern
irgendwann kommt mal eine frau in das alter, wo das gesicht wie ein zerpflügter kartoffelacker aussieht und dann auch der faltenkitt seine wirkung verfehlt. zwinkern
wenn ein mann seine frau liebt, so sind halt äusserlichkeiten irrelevant.
(1)
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