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anton.sahlender@mainpost.de
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publiziert: 12.12.2010 17:10 Uhr
aktualisiert: 13.12.2010 19:53 Uhr
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Crossmediale Informationen erschließen Zeitungslesern neue digitale Welten

Wenn ich meine gedruckte Zeitung kaufe, möchte ich nicht gleichzeitig für irgendwelche digitalen Angebote zur Kasse gebeten werden!“ Das merkt ein Leser kritisch an und fragt, was heißt eigentlich „crossmediale Informationsstrategie“.

Ich versuche mich an einer für alle Leser verständlichen Antwort. Crossmedial bedeutet zunächst, dass Nachrichten nicht nur in der Zeitung gedruckt werden. Alle Vermittlungswege, die es zunehmend gibt, werden genutzt – medienübergreifend. Zuerst das Internet, das Informationen sofort zugänglich macht, in Texten, Bildern, in Tönen und Filmen oder als E-Paper, das die Zeitung 1:1 digital abbildet. Im weltweiten Net lassen sich zudem durch Verknüpfungen (Links) zu anderen Anbietern mehr Informationen zu einem Thema erschließen. Die erreichen Nutzer an Computern, über Handys und komfortable mobile Geräte wie iPhones oder iPads. Für letztere entstehen eigene Informations-Applicationen, kurz „Apps“. Strategien dazu braucht auch diese Zeitung der Mediengruppe Main-Post.

Schnelligkeit und Unmittelbarkeit machen das Internet besonders interaktiv. Nutzer kommentieren Inhalte sofort. Bei manchen Themen, so der Fall des Türken Hakan Cengiz, finden sich nach kurzer Zeit über hundert kontroverse Diskussionsbeiträge in den Foren von mainpost.de.

Crossmediale Informationsstrategien sind in der Medienbranche Alltag – technisch und inhaltlich. Ständig wird daran gearbeitet, weil sich wieder neue Möglichkeiten auftun.

Ich bitte um Nachsicht, wenn ich weitere Dimensionen, etwa Netzwerke wie twitter oder facebook, auslasse. Die schier erdrückende mediale Vielfalt veranlasst Branchen-Gurus gelegentlich schon den Tod der gedruckten Zeitung zu prophezeien.

Ich meine, ohne Guru zu sein: sie irren. Zeitungen investieren in den Wandel. Sie wollen in der Medienwelt bestehen und unverzichtbar bleiben. Nicht nur manch großes eindrucksvolles Bild oder aufwendigere Gestaltungen sind wichtig. Es gilt auch die unabwendbare Schnelligkeit und Vielseitigkeit zu beherrschen und zum Gegengewicht auf Papier zu werden: ein entschleunigtes, gut recherchiertes, hintergründiges und zuverlässiges gedrucktes Medium, das aber crossmedial profitiert, weil es dadurch ebenfalls mehr bieten kann und mehr Menschen erreicht. Einnahmen, welche die Zeitung verliert, müssen dabei zunehmend aus anderen Kanälen fließen.

Wer Zeitung will, muss auch crossmediale Strategien und digitale Angebote wollen. Redaktionen müssen die neue Wirklichkeit annehmen, damit sie auch Ihnen, als Leser, nicht verschlossen bleibt.

    
    

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Die neuesten Kommentare

antonsah (267 Kommentare) am 16.12.2010 19:44

Evolution und doch Romantik

@blaubi Schöne Erinnerungen, von denen Sie erzählen. Ich denke, den Zeitungen - die sich wandeln - bleibt noch sehr viel Lebenszeit und damit auch Ihnen, für Romantik am Frühstückstisch. Ganz abgesehen davon, hat bislang noch kein neues Medium ein altes wirklich verdrängt. Sogar das Buch existiert noch gut. Und so ganz einfach ist es eben doch nicht, überall den Laptop herauszuziehen, einzuschalten und auf Empfang zu sein. Und die neuen, handlichen mobilen Geräte, die sind nicht für jeden bezahlbar.
Frohe Weihnachten, Anton Sahlender, Leseranwalt
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blaubi (2806 Kommentare) am 16.12.2010 09:55

Evolution

alles ist eine Frage der zeit, bis es von etwas Neuem ersetzt wird. auch die Printmedien. In den Zeiten der Digitalisierung ist es wesentlich einfacher, den Laptop anzuschalten und dann die News zu lesen.
Was wir gerade durchmachen, das ist der Übergang von der "analogen" Zeitung zur digitalen Zeitung. Wir brauchen dann keine Angst mehr zu haben, dass der Zeitungsbote zu spät kommt.
Der Hauptnachteil dabei ist, dass irgendwie etwas Romantik dabei verloren geht. Kann mich noch erinnern, wo mein Grossvater gemütlich die Tageszeitung am Kaffeetisch aufschlug und dabei seine Zigarre paffte. Aber da man mittlerweile das Rauchen verpönt, so ist die fehlende "Papierzulage" am Frühstückstisch auch nicht mehr zeitgemäss. so ne viereckige Plastikbox mit Monitor tuts dann auch.
Früher hatten die Tageszeitungen auch viel mehr Bedeutung gehabt, es ging nicht nur um das Lesen, sondern man hatte damit auch das Klopapier ersetzen können, zum Schuheausstopfen der nassen Treter, als Einwickelpapier für organischen Müll...etc.
nur noch wenige Verwendungsmöglichkeiten der Printausgabe werden heutzutage genutzt. Schade eigentlich darum, wenn ein so multiuniverselles Produkt irgendwann eingestamft wird.
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