Leseranwalt

anton.sahlender@mainpost.de
Leseranwalt
    
aktualisiert: 19. Dezember 2010, 20:06 Uhr » zurück zum Artikel
    
    
 
    
 
    
 


Journalistische Meinungsbeiträge und das amtlich korrekte Handeln im Fall Cengiz

Heftig und emotional wird das Schicksal von Hakan Cengiz diskutiert. Die Stadt Würzburg versagt dem Türken, bestätigt vom Verwaltungsgericht, das weitere Aufenthaltsrecht in Deutschland. Man beruft sich auf die Rechtslage. Politiker bemühen sich noch, dem Mann das Weiterleben in Deutschland trotzdem zu ermöglichen – wegen seiner engagierten Tätigkeit für Integration.  »mehr

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behger (61 Kommentare) am 20.12.2010 08:37

Leseranwalt?

Zur Sache Cengiz will ich gar nichts kommentieren. Ein Thema, zu dem ich nicht ausreichend neutrale Informationen habe - und deshalb auch keine fundierte Meinung. Eher äußere ich mich zu Ihrer Bezeichnung "Leseranwalt".

Meiner Meinung sind Sie in letzter Zeit eher ein Anwalt der Mainpost. Und im Regelfall verteidigen Sie die Mainpost-Redaktion gegen Kritik von Lesern.

An sich ist das ja auch nicht verwerflich. Aber unter dem Deckmantel des Anwalts für Mainpost-Leser gehört das eigentlich nicht.

Oder habe ich da das falsche Verständnis für Ihre Position? Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.
(6)
antonsah (267 Kommentare) am 20.12.2010 09:51

Anwalt der Main-Post

Wer Anwalt der Redaktion ist, ist auch Anwalt der Leser. Für meine Aufgabe ist die Freiheit der Medien wichtig, weil gerade das Ihre Freiheit als Bürger dieses Landes ist. Außerdem: Ich kann nicht einzelnen Lesern Recht geben und damit die Masse der anderen übersehen. Leseranwälte sind in diesem Sinne alle Redaktionsmitglieder...
Grüße Anton Sahlender, Leseranwalt
(1)
behger (61 Kommentare) am 21.12.2010 07:22

bleibe dabei

@antonsah: vielleicht sollten Sie einmal darlegen, was Ihre Aufgaben überhaupt sind...."Leseranwalt" ist ein tolles Wort.....mein Eindruck ist, es liegt etwas neben der Wirklichkeit....zumindest scheint es mir missverständlich.

Wann haben Sie denn das letzte mal einer Kritik eines Lesers rechtgegeben und die Arbeit der Redaktion als falsch dargestellt?
(2)
homer-j. (215 Kommentare) am 20.12.2010 11:30

sehe ich auch so

Im Regelfall verteidigt der Leseranwalt die Mainpost-Redaktion und nicht den Leser.

Man stelle sich mal vor, daß der eigene Anwalt vor Gericht plötzlich die Argumente der Gegenseite aufzählt und Ihnen dann auch noch den Vorzug gibt. Sowas ist schlicht undenkbar.

Auch die Argumentation mit der "Masse der anderen Leser" kann nicht überzeugen. Ich bemühe wieder das Beispiel mit dem Gerichtsverfahren. Hier wird kein Anwalt seinen Mandanten mit einer gegensätzlichen Auffassung der Allgemeinheit widerlegen.

Ein Titel "Leseranwalt" ist somit nicht angebracht.

Zeitungsanwalt werde zutreffender.
(6)
lifeexplorer (2908 Kommentare) am 20.12.2010 15:38

Was Sie besonders auszeichnet ...

... in diesem und fast allen anderen Beiträgen in diesem Thread, ist Ihr rhetorisch geschultes Geschick, die TATSACHEN exakt auf den Kopf zu stellen, eine gekonnte Wortakrobatik der Weltverzerrung, die aus FAKTEN das exakte Gegenteil von dem macht, was die ursprüngliche Aussage einmal war.

Sie machen jedem Winkeladvokaten alle Ehre.

Menschlich und argumentativ betrachtet, ist es jedoch eine höchst unglaubwürdige und sehr durchschaubare Taktik eines typischen Wotrergereifungs-Strategen aus einer ganz bestimmten ideologischen (?) Ecke. Clever, aber unseriös. traurig

LE
(1)
homer-j. (215 Kommentare) am 20.12.2010 15:47

Danke für die Komplemente

aber im Gegensatz zu Ihnen stehe ich in keiner Ecke. grinsen

"FAKTEN" aus ihrer Ecke sind mir zu verdreht dargestellt.
(2)
lifeexplorer (2908 Kommentare) am 20.12.2010 15:55

Sie dürfen mich gerne weiter diskreditieren ...

... wie es so viel meiner Gegner tun, weil sie meinen Argumenten wohl nicht gewachsen sind.

Aber es wird deswegen genauso wenig eine WAHRHEIT daraus, wie aus den vielen anderen verleumderischen Behauptungen mancher User in diesem heruntergekommenen Forum, die von "grünlackierter Links-Faschist" über "UL-Anghöriger" bis "Terroristen-Symathisant" und "Islamisten-Schreibtischtäter" schon reichten. Wow, alles in ENER Person!!!!

Nur zu ... Ihnen werden sicher noch ein paar NEUE Boshaftigkeiten einfallen.

LE
(0)
homer-j. (215 Kommentare) am 20.12.2010 16:03

In eine Ecke stellen ist eine Boshaftigkeit?

Vielleicht sollten Sie dann einfach nicht damit anfangen?

Auf Ihre Argumente wäre ich grundsätzlich schon sehr gespannt, da Sie bisher haben ja nur Unterstellungen, Diffamierungen und Polemik vom Stapel gelassen haben.

Ansonsten halte ich mich in Bezug auf ihre Beiträge an die Redewendung, gebe nach und werde nicht mehr anworten.
(2)
antonsah (267 Kommentare) am 20.12.2010 16:22

@homer-j.

Ich bin kein Anwalt, der vor Gericht steht. Ich bin ein journalistischer Anwalt, der im übertragenen Sinne den Gang vor das Gericht vermeiden möchte. Wer zu einem seriösen Anwalt geht, der wird immer so beraten werden, wie es gut für ihn und wie es im Sinne der Rechtslage ist. Das heißt, der Mandant wird von seinem Anwalt durchaus Gegenargumente zu hören bekommen, um die Chancen für seine Interessen richtig abwägen zu können.
Noch eine Empfehlung: Versuchen Sie doch mal dem Gedanken näher zu treten, dass Pressefreiheit ein Grundrecht ist, das den Menschen in einem freiheitlichen Staatswesen zugute kommen soll. Also auch Ihnen.
Wenn ich für dieses Grundrecht argumentiere, argumentiere ich für Sie als Leser.
Anton Sahlender, Leseranwalt
(1)
homer-j. (215 Kommentare) am 20.12.2010 16:29

Ok

das ist dann aber von der Aufgabenstellung her kein Anwalt sondern eher ein Mediator.
(2)
antonsah (267 Kommentare) am 21.12.2010 11:49

@homer-j.

Sie können mich auch gerne als Mediator betrachten. Sehe mich aber in der Redaktion aber schon in der Rolle des Leseranwaltes.
Anton Sahlender, Leseranwalt
(0)
Mrs.Bean (70 Kommentare) am 22.12.2010 06:26

neutrale Information

Sie können auch keine neutrale Information haben, die gabs in der MP nicht. Ich, wie auch etliche andere haben genügend Fragen gestellt,u.a. wie die Familie Cengiz von 200 Euro im Monat lebt oder was das überhaupt für eine Einrichtung ist. Alles was ein schlechtes Licht auf Herrn Cengiz werfen könnte, wird nicht recherchiert. Warum?
(0)
evakurt (2618 Kommentare) am 20.12.2010 08:42

Statthalter-Diskussion

Es geht in dieser Diskussion primär gar nicht um Cengiz - ein ausgebildeter und in seinem Land nicht verfolgter Ingenieur, der aufgrund ausländeramtlicher Logik ausgewiesen werden soll, ist kein Härtefall. Würde dies das Thema sein, wäre das bisher gezeigte mediale Interesse in der Tat vollkommen überzogen.

Es geht - wie Art und Umfang der Bürger-Reaktionen deutlich machen - vielmehr in dieser Diskussion um Cengiz' Staathalterfunktion für das Generalthema "Migranten", "Islam" und "Integration". Darauf bezogen ist das mediale Interesse sogar noch ausbauwürdig.
(1)
homer-j. (215 Kommentare) am 20.12.2010 11:47

Grundsatzfrage

Man muss nicht alles gleich nur Grundsatzfrage über Migranten machen.

Vielleicht geht es nur um die Frage "Einhaltung von Gesetzen oder nicht?"
(1)
evakurt (2618 Kommentare) am 20.12.2010 12:31

Wäre das so gewesen ....,

... hätte keiner ein Problem mit der Härtefallkommission, die ja ganz sicher gesetzeskonform ist. Blättert man die inzwischen vielen hunderte Kommentare durch, steht da mehrheitlich was anderes drin. Da geht es wirklich um weit mehr als die fahrlässige Gesetzesüberschreitung des Herrn Cengiz.
(0)
homer-j. (215 Kommentare) am 20.12.2010 15:24

Nein

Es geht um nichts anderes als die fahrlässige Gesetzesüberschreitung.

Das andere wurde nur daraus gemacht. Die Gründe liegen auf der Hand.
(2)
antonsah (267 Kommentare) am 20.12.2010 12:19

@evakurt: Ich denke, Sie sehen es richtig

Ja, es ist auch aus meiner Sicht in weiten Teilen eine Stellvertreterdiskussion die jetzt um Herrn Cengiz geführt wird. Was ich als schmerzlich empfinde, das ist die Unmenschlichkeit mit der sie stellenweise auftrtitt. Außerdem kämpfe ich - gerade als Leseranwalt - dagegen an, dass von denen, die Herrn Cengiz gerne heimschicken wollen, die Arbeit des zuständigen Journalisten attackiert wird - zu oft mit schwer zu ertragenden, nicht begründeten Unterstellungen, Selten finden sich dafür Beispiele und Argumente. Nein, manipuliert wird hier n i c h t . Kollege Jungbauer hat ausführlich recherchiert und seine Erkenntnisse daraus klar zu erkennen gegeben. Ich fürchte aber, dass hier die am recherchierten Einzelfall geführte Stellvertreter-Diskussion der Redaktion angelastet werden soll - von all denen, die anderer Ansicht sind. Ich verstehe das, solange es mit Argumeten geschieht und nicht mit pauschalen Unterstellungen. Ich meine also, es mag eine Stellvertreter-Diskussion sein. Aber journalistisch wurde stets der Einzelfall beurteilt.
Anton Sahlender, Leseranwalt
(1)
lifeexplorer (2908 Kommentare) am 20.12.2010 13:09

Stellvertreterdiskussionen und Xenophobien

Ich bin nicht gerade dafür bekannt, mir ein Blatt vor den Mund zu nehmen, wenn es darum geht, die Readaktionen der MP auch heftig zu kritisieren, falls ich es für angebracht halte.

Aber im Falle des Themas rund um die Abschiebungsbestrebungen der Stadt WBG bzgl. Herrn Cengiz, hat sich die MP und insbesondere Herr Jungbauer als Redakteur nun wirklich nichts vorzuwerfen oder gar mit üblen Beschimpfungen traktieren zu lassen, wie sie hier in den letzten Wochen viel zu oft zu lesen waren.

Wie mein Vorredner evakurt ,bin ich nach der Teilnahme an den teils sehr grenzwertigen Diskussionsthreads zu der festen Überzeugung gelangt, dass es sich bei all der losgetretenen Wut, Empörung und des manchmal spürbaren Hasses -- ja, leider, man muss es HASS nennen traurig -- bei diesem "Ausländerthema" um ganz ANDERE Kampfplätze handelt, als um den Einzelfall von Herrn Cengiz und seiner Familie.

Da werden massiv xenophobische Ängste und fremdenfeindliche Ressentiments zum Markte getragen, da wird das Schicksal eines Mannes dafür genutzt, um ihn als Projektionsfläche für ganz andere Anliegen, Motivationen, Sorgen und Ziele zu missbrauchen, als angemessen wäre. Manchmal artete es in erschreckende Feindseligkeiten aus, für die ICH mich inzwischen und für dieses Land regelrecht schäme. Wir sollten eigentlich nicht in diese irrationalen und gefährlichen Sümpfe eines solchen Ungeistes wieder absinken!

Und wenn nun eine Tageszeitung noch einen mutigen und engagierten Redakteur hat, der sich solcher Dinge mit klaren Worten, fundierten Hintergründen und journalistisch korrekter Arbeit annimmt, dann sollten wir Leser / User mehr als stolz und solidarisch mit diesem Medium sein, statt auch noch mit bitterbösen Zuschriften, verletzenden Aggressionen und ideologischen Reflexen darauf zu reagieren.

Sind wir denn schon so vergiftet von dem Ungeist der Minderheiten-Ausgrenzung und Volksspaltung wie sie Herr Sarrazin & Co. uns dieses Jahr in traurigster Form vorexerziert haben? Ist die giftige Saat von platten und menschenunwürdigen "Rezepten" denn schon wieder in den Köpfen mancher Zeitgenossen auf fruchtbaren Boden gefallen?

Wenn ich mir die Debatten der letzten Wochen ansehe, muss ich befürchten: JA.
Umso wichtiger, nötiger, essentieller ist eine unabhängige, menschliche Medienlandschaft als ausgleichendes Gegengewicht geworden. Lassen Sie sich nicht verunsichern!

LE
(2)
homer-j. (215 Kommentare) am 20.12.2010 13:39

Nicht schon wieder

Nicht schon wieder die Totschlagargumente "Stellvertreterdiskussion" und "Xenophobie".

Da werden massiv xenophobische Ängste unterstellt und fremdenfeindliche Ressentiments genutzt um Kritiker abzubügeln.

Da wird das Schicksal eines Mannes dafür genutzt, um ihn als Projektionsfläche für ganz andere Anliegen, Motivationen, Sorgen und Ziele zu missbrauchen, als angemessen wäre. Und das hauptsächlich von den Gegner einer Abschiebung.
(3)
lifeexplorer (2908 Kommentare) am 20.12.2010 15:30

Wenn Sie nicht selbst einer der Anhänger ...

... rassistischer Gedanken wären, würden Sie die unzähligen Beiträge der letzten Wochen, die eindeutig fremdenfeindlich, hassgeprägt, xenophob und menschenverachtend sind, genauso erschreckend finden, wie jeder, der diese Unsäglichkeiten mit den Augen eines überzeugten Humanisten und Menschrechtlers liest.

Fakten bleiben Fakten. Typische Buzzword-Sätze und Parolen auch. Und davon gab es viel zu viele ... traurig

Da können Sie noch so oft rumpoltern und mich verbal in die Hölle wünschen.

LE
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