Leseranwalt
anton.sahlender@mainpost.de

aktualisiert: 06. März 2011, 14:51 Uhr
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Kinderlärm und Presslufthämmer - wenn Aussagen verkürzt werden
Redaktionskonferenz: Ich übe Kritik und stoße auf Widerspruch. Darum geht es: Auf der Titelseite der Zeitung (Freitag, 11. 2.) ist das Bild eines schreienden Buben im Karussell zu sehen. Es kündigt die Themenseite im Inneren über eine geplante Gesetzesänderung an: Kinderlärm soll nicht mehr als schädliche Umwelteinwirkung behandelt werden. »mehr
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mdeeg (778 Kommentare) am 13.02.2011 21:20
In diesem Fall: Haarspalterei.Derarte "Verkürzungen", Vergleiche oder Zuspitzungen sind in der Mainpost seit Jahren Alltag! Beispiele gefällig....? Dieser Fall sticht ganz gewiss nicht besonders heraus oder ist gar besonders ehrenrührig! Im Gegenteil, die Aussage ist so oder so für einen Politiker unpassend, um es höflich zu formulieren. Fehlt nur noch das Etikett "Tabubruch": "...das muss man ja mal sagen dürfen....!"Vielleicht ergibt sich der Diskussionsbedarf hier weniger aus der Thematik als der Person, immerhin "Vize-Bundesvorsitzender der CDU-Senioren-Union Kinder"...? Mit Spannung wird die weitere Praxis beobachtet.... |
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carolus (140 Kommentare) am 13.02.2011 22:37
In den Boden versinken......würde ich vor Scham, wenn man mich nur irgendwie mit so einer Aussage in Verbindung bringen würde, ob gerüchteweise, verkürzt oder als Zitat.
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lifeexplorer (2908 Kommentare) am 14.02.2011 19:30
Volle Zustimmung!DAS ist der eigentliche Skandal, nicht journalitsich Wort- und Harrspalterei!LE |
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wastl-one (2135 Kommentare) am 15.02.2011 00:48
Da muss ich...ihnen wirklich Recht geben! Halte das ebenfalls für Haarspalterei. Hätte mir gewünscht Herr Sahlender hätte sich ähnlich aufgeregt über einen ganzseitigen Kaffeeplausch zwischen Bischof Hoffmann und "Mutter Beimler" in seiner Zeitung - eine journalistische Zumutung.R. Sebastian, Würzburg |
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lifeexplorer (2908 Kommentare) am 15.02.2011 01:36
Es gäbe auch andere Gelegenheiten ...... wo man sich eine solche Erregnung des Leseranwaltes bzgl. der Breitseiten bestimmter "Meinunsmacher" mit Missionen wünschen würde.Aber hier sehe ich wirklich den Skandal eindeutig in der SICHTWEISE des politisch nicht ungeschulten "Rentners", statt bei einer Redaktion, die den Eklat durchaus legitm leicht zugespitzt hat. Ich möchte noch erwähnen, dass auch die ARD "tagesschau" in der 20:00 Uhr Hauptausgabe einem Millionenpublikum die Angelegenhiet ganz ähnlich dargestellt hatte -- inkl. O-Töne des Herrn Kuckart. Haben die Redakteure sich dort auch der inkorrekten Arbeit schuldig gemacht? LE |
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lifeexplorer (2908 Kommentare) am 15.02.2011 01:39
Sorry für VertipPseler ... es ist schon spätk.w.T. |
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blaubi (2806 Kommentare) am 14.02.2011 08:54
mit den eigenen Waffen geschlagen?Aussage ist nicht gleich Aussage, wenn diese mehrdeutig ausgelegt wird. Im Prinzip nichts weiteres als eine Desinterpretation des eigentlichen Sachverhaltes, welches der Journalist darlegen wollte. Liegt auch oftmals daran, dass man auch zwischen den Zeilen schreiben will, aber dabei vergessen hat, dass es noch viele Leute gibt, die auf Grund des geistigen Primitivismus dieses nicht richtig deuten können. Aber auch möglich, dass dann andere, die des Verstehens zwar mächtig sind, bewusst einen Sachverhalt desinterpretieren, um auf pedantisch Art dies zu polemisieren. Diese "Wortverdreherei" ist nicht nur die Waffe von Juristen, sondern auch die "Waffe" von Journalisten. Deshalb finde ich es auch gut, dass die Presse mal mit deren eigenen Waffen angegangen wird.Bleibt der Mainpost halt nichts anderes über, als sich beim Artikulierten eines Beitrages sich nicht mehr auf das "zwischen den Zeilen Verstehen" vom Leser zu verlassen, sondern auch sich möglichst der Zweideutigkeit zu enthalten, um die Kritiker verstummen zu lassen. Aber ob dies in der Zukunft praktisch möglich ist? Um halt ein weiteres "Eigentor in dieser Hinsicht zu vermeiden bleibt den Redakteuren nichts anderes übrig, der transparenten Schreibweise des Primitivismus zu fronen, um Missverständnissen im Vorfeld schon zu begegnen. Würde allerdings auch den negativen Nebeneffekt hervorrufen, dass man sowohl Ironie, Sarkasmus als auch Zynismus nicht einbringen darf. Man könnte dann vom Niveau eines Schulaufsatzes dritter Klasse Grundschule sprechen. Dafür wäre so manches Germanistikstudium eines Redakteurs für die Katz. Oder bei höherqualitativen Artikeln gleich nen Zusatz z.b. mit FSK-IQ ab 120 zu versehen. PS: ein solches Missdeuten von Textpassagen wie hier erwähnt, würde ich als Sarrazin-Effekt bezeichnen. |
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mdeeg (778 Kommentare) am 14.02.2011 13:31
Klare Aussage.Manchmal läßt eine Aussage an Klarheit einfach nichts zu wünschen übrig.Das gilt m.E. auch und gerade für "Sarrazin".... |
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grayjohn (1547 Kommentare) am 14.02.2011 10:34
Sorry, Herr Sahlenderselbst wenn man über die Formulierung diskutieren kann, die Stoßrichtung von Herrn Kuckars Statement ist völlig klar. Er reiht sich damit "würdig" ein in die Gesellschaft der Generation Mecker, die zwar gerne alle Vorzüge des Lebens von heute für sich beansprucht, es aber ablehnt, die damit verbundenen Beeinträchtigungen (solidarisch) mitzutragen.Im Sinne einer funktionierenden Gesellschaft geht das so einfach nicht. Entweder er legt sich einen licht- und schalldichten "panic room" zu, um vor Anblick und Geräuschen seiner Umwelt geschützt zu sein und verlässt diesen hinfort nie wieder oder er hält einfach den Mund, bevor wir als arbeitende Generation ihm mal erzählen, was uns an den Rentner/innen alles stört. |
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lifeexplorer (2908 Kommentare) am 14.02.2011 19:31
Völlig meiner Ansicht ...... siehe auch meinen Comment weiter unten dazu.Danke Ihnen! LE |
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antonsah (267 Kommentare) am 14.02.2011 14:08
Keinen Generationenkonflikt daraus machenIch denke nicht, dass sich das Problem auf einen Generationenkonflikt - also auf die Rentner verkürzen lässt. Überzogene Empfindlichkeiten gegen Kinderlärm treten in allen Altersgruppen auf - ja sogar bei Eltern selbst. Dafür gibt es auch Beispiele. Deshalb ist es schade, dass ein dummer Lärmvergleich eine einseitige Perspektive herstellt. Aus meiner Sicht hat der verkürzte Vergleich (Kinder mit Presslufthämmern) auf dem Zeitungstitel die Aussage Kuckars noch einmal zugespitzt und zwar auf eine Form, wie sie nicht ausgesprochen war ....Anton Sahlender, Leseranwalt |
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lifeexplorer (2908 Kommentare) am 14.02.2011 19:36
Es geht nicht um ine Verkürzung auf den ...... vermeintlichen Generationenkonflikt.Es geht um die ENTSOLIDARISIERUNG der Gesellschaft als GANZES, Herr Sahlender. Motto: "Jedem das Sine, aber MIR das Meiste!" LE |
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antonsah (267 Kommentare) am 14.02.2011 17:59
Ergänzungen: Der wichtigen Korrektheit halberEin Leser hat mich darauf hingewiesen und einige Berichte im Internet bestätigen das: Es war nicht von Presslufthämmern bei Kuckart die Rede, sondern von Pressluftbohrern. Und gesagt hat es auch nicht Leonhard Kuckar, sondern Leonhard Kuckart. Ich entschuldige mich für diese Ungenauigkeiten, da ich selbst Korrektheit anmahne.Anton Sahlender, Leseranwalt |
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evakurt (2618 Kommentare) am 14.02.2011 18:47
Der Trend ist nicht neu,die Absicht eines Nachrichten-Gebers (hier des Rentners) mit Gestaltungsmitteln des Journalismus (hier des Redakteurs/der Redakteurin) zu verfremden. Man besetzt als Redakteur/in eine unbestritten so zitierbare objektive Aussage mit EIGENER Konnotation und gibt das Ergebnis daraus als Meinung des Zitierten wieder. Besser wäre es aus meiner Sicht, wenn man sich nicht nur der Aussage, sondern eben AUCH der Intention des Zitierten verpflichtet fühlen würde. |
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lifeexplorer (2908 Kommentare) am 15.02.2011 01:27
Ein schwerer Vorwurf an die RedaktionDieses Verhalten kann man nur mit böswilliger Unterstellung m.E. den Redakteuren anlasten."Besser wäre es aus meiner Sicht, wenn man sich nicht nur der Aussage, sondern eben AUCH der Intention des Zitierten verpflichtet fühlen würde." Und wie verhindern Sie bitteschön, dass man eben durch dieses Ertatsten der "Intention" sich nicht genau dem gleichen Vorwurf aussetzt, den die Kritiker jetzt schon erheben? Ist die INTENTIONS-Wiedergabe nicht noch mehr Spekulation und Manipulation des Rezipienten? LE |
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evakurt (2618 Kommentare) am 15.02.2011 10:00
.....Intentions-Wiedergabe OHNE objektiv vorliegendes Zitat ist in der Tat noch mehr Spekulation und Manipulation des Rezipienten - ausdrückliche Zustimmung. Dann könnte man ja Leuten Absichten unterstellen, die sie nie geäußert haben.Nein, mein Vorstoß geht in die Richtung, dass man vorliegende Zitate nicht nur positivistisch ausweidet, sondern auch mit sich selbst als Journalist ins Gericht geht, welche der Interpretationsmöglichkeiten dem Erzeuger des Zitats gerecht werden. Das hat was mit "Innerer Führung" zu tun, die positivistisch schwer nachweisbar ist. Trotzdem gibt es sowas. Konkret: Nutzt man als Journalist eine gefallene Äußerung als Steilvorlage dafür, um ein (durchaus wichtiges) Thema öffentlich zu diskutieren ODER sieht man als Journalist seine vorrangige Pflicht darin, dem Zitierten gerecht zu werden. Oder beides, und wenn beides: Welcher Aspekt muss im ZWeifelsfall zurücktreten? Im übrigen ist das alles bei entsprechender ethischer Ausstattung meistens kein Problem. So hätte man im gegebenen Fall zum Beispiel sagen können: "Ungeachtet der Frage, was Kuckart damit wirklich gemient hat, gibt er einen Anstoß, um über Kinderfeindlichkeit zu sprechen". Dann ist man voll im Thema, ohne unnötige Opfer produzieren zu müssen. Am Ende ist Kuckart selbst Vater oder Großvater und hat überhaupt keine Probleme, wenn Kinder kindergerecht lärmen. Wo bleibt hierzu die Recherche? Ihrer Kritik an der Kinderfeindlichkeit unserer Gesellschaft stimme ich im übrigen uneingeschränkt zu und füge als mehrfacher Vater und Großvater hinzu, dass die Umstellung von der Familiar- auf die Individual-Gesellschaft in den letzten Jahren der Volkswirtschaft 2.500 MILLIARDEN Euro gekostet hat (QUelle: aus "Das Kapital, Reinhard Marx). |
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lifeexplorer (2908 Kommentare) am 14.02.2011 19:28
Haarspalterei & politische GesinnungstäterSorry, Herr Sahlender,die journalistisch LEICHT zugespitze Verkürzung ist m.E. weder unglücklich gewählt, noch DISKREDITIERET sie den Autor dieses unsäglichen Ausspruchs, eines Vergleichs von Presslufthämmern mit Kinderlärm: NEIN, der Autor hat das sehr wohl so gemeint und ER selbst hat sich mit dieser menschenverachtenden Aussage SELBST diskreditieret. Es ist ein Skandal, dass es in DTL als einizigem mir bekannten EU-Land eine EMISSIONS_SCHUTZGESETZ gibt, das auch auf Kinderlärm, KiGa und KiTa angewendet wird und wurde. Eine Verzerrung der rechtlichen Schutzbedürfnisse zu Lasten ausgerechnet der Schwächsten in unserer Gesellschaft OHNE mächtige Lobby! Da wurde es verkorksten und verknöcherten Kinderhassern in der Vergangenheit mehrfach möglich gemacht, auf Grund dieses Industrielärm-Gesetzes gegen KiTas/KiGas in Wohngebieten zu klagen und auch noch zu GEWINNEN: Meterhohe Lärmschutzwände wie an der Autobahn umzäunen seither solche Kinder-Betreuungs-Einrichtungen, Verhaltensaufllagen sperren die Kids weg, oder ganze Einrichtungen mussten schon schließen. Das ist der EIGENTLICHE SKandal!
Wie pervers und degenertiert muss eine Gesellschaft sein, dass sie einerseits ständig über die demographische Entwicklung lamentiert, die angeblich fehlende Kinderliebe propagiert, dann aber einigen verbitterten Senioren erlaubt, sich gegen Kinderlärm besser zu wehren als gegen Auto-, LKW- und Fluglärm-Emissionen? Wer da noch sprachliche Haarspalterein betreibt, muss sich fragen lassen, ob er/sie vieleicht doch zu zaghaft eindeutige Positionen pro Kinder und Humanität bezieht, die bitter nötig sind in unserer oft doppelzüngigen Gesellschaft. MfG LE |
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evakurt (2618 Kommentare) am 14.02.2011 21:52
Pest ....... bekämpft man nicht mit Cholera. |
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antonsah (267 Kommentare) am 14.02.2011 22:16
@lifeexolorerIch glaube, Sie machen einen Fehler, wenn Sie sich mit Ihrer Kritik auf verbitterte Senioren konzentrieren. Da sind mehr beteiligt.Mir ist daran gelegen, dass Konflikte journalistisch nicht zusätzlich zugespitzt werden, weil darüber die Kommunikationsbasis und die Sache leicht verloren gehen können. So betone ich, aus meiner Sicht hat Kuckart Lärm mit Lärm verglichen, nicht Kinder mit Pressluftbohrern. Und ich halte auch den Lärm-Vergleich für dumm. Ich wünschte, es würde Ihnen gelingen über Ihren gerechten Zorn hinweg, alle meine Aussagen genau zu lesen. Anton Sahlender, Leseranwalt |
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lifeexplorer (2908 Kommentare) am 14.02.2011 23:24
Mein gerechter Zorn? -- Weit gefehlt!Sie fordern mich dazu auf: "Ich wünschte, es würde Ihnen gelingen über Ihren gerechten Zorn hinweg, alle meine Aussagen genau zu lesen."Werter Herr Sahlender, ich kann in meinen Beiträgen keinen "gerechten Zorn" erkennen, den sie kritisieren. Auch habe ich Ihre Beiträge SEHR genau gelesen, was Sie offenbar umgekehrt NICHT getan haben, fürchte ich. Denn gerade ICH habe zusammen mit dem Kollegen grayjohn darauf verwiesen, dass es sich hierbei eben NICHT um einen GENERATIONENKONFLIKT handelt, sondern um eine ENTSOLIDARISIERUNG quer durch die Gesellschaft. Dabei ist das ALTER absolut sekundär. Ich hätte jeden Vergleich mit Industrielärm aus dem Munde eines jungen Mannes, einer jungen Frau mit der gleichen Schärrfe als menschverachtend und armselig gebarndmarkt, wie aus dem Munde von Herrn Kuckart. Ich habe den Eindruck, s.g.Hr. Sahlender, dass SIe mich mit Ihrer reflexartigen Abwehrhaltung lieber in die "Zornecke" abdrängen, als auf meine Fakten und Argumente zum EIGENTLICHEN Skandal an der dieser Story eingenagen sind. Schade.
MfG LE |
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