Leseranwalt

anton.sahlender@mainpost.de
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aktualisiert: 20. März 2011, 19:39 Uhr » zurück zum Artikel
    
    
 
    
 
    
 


Nicht immer ist es möglich, dass in der Zeitung zusammensteht, was gut zusammenpasst

Gelegentlich entstehen über Tagesaktualität und Produktionsdruck in der Zeitung Nachbarschaften von sehr gegensätzlichen Beiträgen: Glück und Unglück, Spaß und Leid, Problematisches und Heiteres kommen sich bedenklich nahe. So ist es derzeit schwierig, freudige Ereignisse konfliktfrei unterzubringen:  »mehr

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blaubi (2806 Kommentare) am 22.03.2011 10:46

besserwisser

...gibts überall, denke jeder weiß alles besser. aber das wichtigste ist das bessermachen! ob und inwieweit diese das problem das lösen? man kann es eh niemals allen recht machen, diesbezüglich kann man der MP keinen vorwurf machen. sie kann versuchen es einigermassen zu lösen aber mehr net.
und das wir selkbsternannte moralapostel unter uns haben, das geht mir am popo vorbei, wobei diese auch sehr gefährlich sein können.wir haben mittelerweile eine gesellschaftsordnung unter uns, die DENUNZIOKRATIE, im prinzip nix anderes als der nachfolger der historisch bekannten ketzerei
Begriffserklärung Denunziokratie Link click-here
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blaubi (2806 Kommentare) am 23.03.2011 07:24

Korrektur

sehr geehrter herr sahlender
muss mich korrigieren, bitte geben sie in der mainpost allen moralapostel recht, immerhin wird dann mit beleidigungen um sich geschmissen, wenn man es anderen net recht schreibt. und da wir nun mal die denunziation des menschen durch den menschen als gesellschaftsordnung haben...
und auffällig ist auch noch, das verbale mobbing bestimmter gruppen. also bitte geben sie diesen moralapostelgruppen nach, des friedens willen. manche sind auch so fanatisch, dass man nie weiß, ob da noch weiteres kommt. man lebt heutzutage eh schon gefährlich.
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antonsah (267 Kommentare) am 23.03.2011 16:18

Moralaposteln ...

... stimme ich nur dann zu, wenn ich bei ihnen eine vertretbare Moral erkennen kann. Und das heißt noch nicht, dass sie deshalb auch Recht haben.
Sehen doch nicht so schwarz: Wer den Widerspruch herausfordert, bekommt ihn doch auch meistens schon ohne mich. Diese Art der gesellschaftlichen Selbstregulierung funktioniert.
Anton Sahlender, Leseranwalt
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Kauzenspiegel (541 Kommentare) am 24.03.2011 12:58

Leserbrief @ Leseranwalt

Sehr geehrter Herr Sahlender,

aufmerksam verfolge ich die Diskussionen auf der Internetplattform Mainpost.de und auch an diversen anderen Stellen, wo angeregt über das Tagesgeschehen diskutiert wird. Hierzu möchte ich Ihnen auf diesem Wege einen Leserbrief zusenden.

Auf Grund zahlreicher Aussagen, die man über meist emotional recht belastende Verbrechen oder Unfälle findet, muss ich entsetzt den Kopf schütteln. Egal ob Kindesmissbrauch, Vergewaltigung oder Alkohol am Steuer: Die geforderten Bestrafungen sind meist radikal. Bestrafungsformen, über die man in als "rückständig" titulierten Ländern nur angewieder die Stirn runzelt. Einher gehen diese Forderungen nur allzu oft mit der Beschwerde, dass "der Staat" ja nur an die Täter denke, zu lasch sei oder gar seinen Zweck völlig verfehle.
Ich bin anderer Meinung. Wir haben einen großartigen Staat, mit einem großartigen Rechtssystem. Sicherlich nicht fehlerfrei, sicherlich noch "im Aufbau", aber dennoch: Großartig. Elemtar hierbei ist der Gedanke, dass ein Mensch IMMER Mensch ist. Egal was er verbrochen hat, egal welche widerlicher Ballast auf ihm ruht. Dennoch scheinen weite Teile der Bevölkerung -eben bei den emotionalen Themen- den Sinn für dieses unseres System zu verlieren. "Schwanz ab" ist hier teilweise noch eine moderate Forderung. Warum eigentlich können wir nicht einsehen, dass es Regeln gibt, von denen wir prinzipiell NIE eine Ausnahme machen sollten. Privatsphäre, körperliche Unversehrtheit, Menschenwürde. Dass es uns im Alltag leicht fällt, solche Regeln zu akzeptieren, liegt auf der Hand. Aber diese Regeln müssen nicht im Alltag verteidigt werden, sondern an den Randgebieten des Zusammenlebens, da wo es weh tut, da wo es schwierig wird. Wenn wir aufhören, einen Kinderschänder als Mensch zu sehen, und sei es noch so verabscheuungswürdig, was er getan hat, so ist das ein Dammbruch, der nicht aufzuhalten ist. Darüber hinaus gilt es, die gesetzten Grenzen des Staates aufrecht zu erhalten, auch wenn das aufwendig, falsch oder nicht funktionierend scheint.
Es folgt alsbald die Argumentation, dass z.B. Eltern einen andere Blick auf eben diese Verbrecher haben, da sie persönlich involviert sind. Kein Zweifel, dass sind sie. Aber ist es eben nicht genau dann die Aufgabe eines Staates, die Emotionen außen vor zu lassen?
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Kauzenspiegel (541 Kommentare) am 24.03.2011 12:58

Leserbrief @ Leseranwalt II

Eltern wollen Kinderschänder am liebsten erhängen, Gewaltopfer eben diejenigen, die Gewalt ausüben, Opfer von Anlagebetrügern sind auch schnell mit drakonischen Strafen am Start. Alles verständlich und doch alles Gift für dieses unsere großartige Rechtssystem. Die Regeln gelten, egal was irgend ein Mob vor der Tür fordert. Großartig, nicht wahr.
Einen traurigen Höhepunkt musste ich diese Woche lesen. Ein alkoholisierter Fahrer hatte hier einen schweren Verkehrsunfall verursacht und wenigstens einem Menschen das Leben genommen, eine Familie zerstört, Kinder zu Waisen gemacht. Die Reaktionen auf Mainpost.de waren erschütternd. Es wurde offen bedauert, dass man bei dem "Mörder" nicht das Grundprinzip "Auge um Auge" anwenden könne. Die Todesstrafe wurde hier durch ein Bibelzitat gefordert. Mit der Erschütterung wuchs auch die Erkenntnisse, dass wir auch in Deutschland nur einen Katzensprung weit entfernt sind, Menschen öffentlich für ein Vergehen zu steinigen.
Das System "Deutschland" ist großartig, lernt es zu schätzen.

Gruß

Kauzenspiegel Eltern wollen Kinderschänder am liebsten erhängen, Gewaltopfer eben diejenigen, die Gewalt ausüben, Opfer von Anlagebetrügern sind auch schnell mit drakonischen Strafen am Start. Alles verständlich und doch alles Gift für dieses unsere großartige Rechtssystem. Die Regeln gelten, egal was irgend ein Mob vor der Tür fordert. Großartig, nicht wahr.
Einen traurigen Höhepunkt musste ich diese Woche lesen. Ein alkoholisierter Fahrer hatte hier einen schweren Verkehrsunfall verursacht und wenigstens einem Menschen das Leben genommen, eine Familie zerstört, Kinder zu Waisen gemacht. Die Reaktionen auf Mainpost.de waren erschütternd. Es wurde offen bedauert, dass man bei dem "Mörder" nicht das Grundprinzip "Auge um Auge" anwenden könne. Die Todesstrafe wurde hier durch ein Bibelzitat gefordert. Mit der Erschütterung wuchs auch die Erkenntnisse, dass wir auch in Deutschland nur einen Katzensprung weit entfernt sind, Menschen öffentlich für ein Vergehen zu steinigen.
Das System "Deutschland" ist großartig, lernt es zu schätzen.

Gruß

Kauzenspiegel
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