Leseranwalt

anton.sahlender@mainpost.de
Leseranwalt
    
publiziert: 28.03.2011 14:44 Uhr
aktualisiert: 28.03.2011 17:12 Uhr
» zur Übersicht Leseranwalt
    
    
Artikel
 
    
 
    
 

Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text
Fehler können die Glaubwürdigkeit eines Mediums aushöhlen

 Wer öfter Fehler macht, dem vertraut man bald nicht mehr. Das lässt ein Brief an mich erkennen. Er bezieht sich darauf, dass unsere Zeitung jüngst den Vornamen der neuen Fränkischen Weinkönigin auf ihrer Titelseite verwechselt hat, obwohl er im Inneren der Zeitung richtig zu lesen ist. Außerdem hieß es in einem anderen Bericht, Bayern habe 96 Landkreise, tatsächlich sind es aber 71. Unser Autor hatte die kreisfreien Städte dazugezählt, freilich ohne es zu erklären.
 
Das muss uns Redakteure an die journalistische Sorgfaltspflicht erinnern. Auch viele kleine Fehler höhlen die Glaubwürdigkeit eines Mediums allmählich aus.
 
Hier der Schriftwechsel:    
 
Sehr geehrter Herr Sahlender,
es ist schon peinlich. Da ist ein Journalist auf einer Veranstaltung, auf der es auch sicher eine Presseinformation für die einzelnen Kandidatinnen gab, wahrscheinlich zig-mal den Namen Sabine Ziegler hört und nicht in der Lage ist, diesen richtig auf die erste Seite der Mainpost zu bringen.
Da kann man doch sicherlich nicht von sorgfältiger Pressearbeit sprechen.
Wie kann ich dann davon ausgehen, dass Berichte über Libyen, Japan….., deren Wahrheitsgehalt ich nicht nachprüfen kann richtig sind?
Mit freundlichen Grüßen
XXXXXXXX

 
Ich habe beschwichtigend geantwortet. Ich denke, dass die Anfrage in diesem Falle vor allem als Mahnung zu verstehen war:
 
Aber, aber, sehr geehrter Herr XXXXXXXX,
nicht gleich übertreiben. Der Name der Weinkönigin war immer wieder richtig in der Zeitung, auch am Tag der Verwechslung. Er wurde leider vom Desk-Innendienst an jenem Tag falsch auf die Titelseite übertragen - nicht vom Redakteur vor Ort.
Gerade im Lokalen schleichen sich bei der Namensübertragung leider häufig Fehler ein. Wir sind auf viele freie Mitarbeiter und Pressemitteilungen aus Vereinen und Verbänden angewiesen, die uns auf unterschiedlichsten Wegen erreichen, manchmal durch mehrere Hände gehen. Dieses Problem kennen alle Lokalzeitungen in diesem Lande.
Bei inhaltlichen Gesichtspunkten wird es ganz gewiss auch mal Schreib-Fehler oder Verwechslungen geben. Das ist leider nicht zu vermeiden - bei keinem Medium. Ansonsten können Sie sich darauf verlassen, dass sämtliche an unseren Inhalten beteiligten Journalisten, angefangen von den Korrespondenten über die Agenturen bis hin zu unserer Redaktion ihre Verpflichtung zur Sorgfalt kennen.
Sie können auch davon ausgehen, dass uns selbst die Namensverwechslung sehr peinlich ist ...
Anton Sahlender, Leseranwalt
    
    

Diesen Artikel

  • Webnews einstellen
  • Teilen
Kontakt Redaktion     An Bekannten versenden     Druckversion
Bewertung: 
  •  
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
0 Bewertungen (Sie müssen angemeldet sein um zu bewerten)
    
    

»Alle 51 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare

unbekannt (242 Kommentare) am 02.04.2011 08:54

Dr. Bela B. empfiehlt: Lasse red`n!

Er konstatiert dabei, dass die Patienten mit lockerer Zunge ihr eigenes Rosstäuschen erkennen und auf zusammenhanglose Nebenschauplätze ausweichen wollen.

Das Krankheitsbild „Rudeljournalismus“ präzisiert er in seiner selbstgeschriebenen Dissertation mit dem Terminus „Rudelleserschaft“ – ein Art „gruppaler“ Infekt, der sich aus dem bekannten Bild ableitete und als heimtückische Krankheit bezeichnet werden muss.

Mit seiner empirischen Studie gelang Dr. Bela B. der Durchbruch beim Ausruf eines Probanden „gartenfreak“ wegen eines RudelExplorers. Der habe „nichts wie die Wahrheit und dazu noch positiv für Sie (Anm.: den Anwalt der Wahrheit) geschrieben“ und doch wurde er aus dem Behandlungszimmer entfernt … (Fahr` in Urlaub !)

Aber merke: „Wer zweimal für den selben schreibt, den hat die Krankheit einverleibt!“

Dr. Bela B. möchte im Nachwort seinem wissenschaftlichen Mitarbeiter Blaubi danken, auf den durch dessen Freundlichkeit, ehrliche Beiträge und klaren Verstand manche unentspannten Patienten ihre persönlichen Defizite projezierten. Das tat sicher sehr weh – aufrichtige Hochachtung vor Blaubi und seiner Art mit schwierigen Lebenssituation fertig zu werden.
(ironic mode off)
(0)
reutjo (1663 Kommentare) am 02.04.2011 01:29

so Leute etz is der zweite (April) nä .. ein neuer Plagiatssvorwurf

im csu-reichen Bayern in der Schwebe.
Die Tochter vom EX-MP 'Stoiber' soll a so e Arwet ogliefert ham.

(Da sie aber keine öffentliche Person is, wird "ihr Plagiatsvorwurf' verniedlicht.
Kaum eine Meldung. Nur Internetportale brachten es vorgestern mit Wort u. Bild
gross raus).
Also dann braucht man gar nicht mehr über solche prominenten Straftatbestände
berichten (falsche Erklärung an Eides statt) und weiter 'herumDoktern' , wenn bekannte "Doktor-Juristen" so ein 'hundmiserables Rechtsverständnis' haben!

Ich find, die 'M-P' und damit der Leseranwalt, hat von der ursprünglichen Ausgangs-
lage her gesehen, absolut nichts falsch gemacht. "Rosstäuscher" waren noch nie
beliebt. Weder beim Volk, noch beim 'alten Adel' !

Kommentar Nr. 40 .... gute Nacht ihr kleinen Sorgen...-Kinder würde die "Bavaria"
sagen grinsen
(0)
evakurt (2618 Kommentare) am 02.04.2011 08:36

Moin

DIe MP und der Leseranwalt haben aus ihrem Selbstverständnis heraus wirklich nichts falsch gemacht. Es geht um das journalistische Selbstverständnis selbst.
(0)
unbekannt (242 Kommentare) am 01.04.2011 16:19

April, April,...

Es scheint mir in Mode gekommen zu sein, dass manche Foren-Teilnehmer auf ihre homepages verlinken, weil sie gerne kennengelernt werden wollen, so auch wastl-one.
Das einzig erwähnenswerte für dieses Forum von Avataren finde ich, ist, dass wastl-one real mit seinem alten Freund Anton Sahlender ganz dicke ist - zumindest im Urlaub.
Mal eine ebenso pfiffige wie berechtigte Frage: Ist das hier eine Scheindiskussion von Akteuren, die die Main-Post gecastet hat, damit Diskussion auch mal ein bisschen "geführt" werden können oder ist wastl der einzige Spezl?
(3)
evakurt (2618 Kommentare) am 02.04.2011 08:45

Aus meiner Sicht ....

.... ist das Thema "Selbstverständnis des Journalismus" ein nachhaltig wichtiges Thema.
(0)
Zum Kommentar abschicken bitte vorher einloggen
Benutzername Passwort
 
     
Sie sind noch kein Mitglied auf mainpost.de? Dann jetzt gleich »hier registrieren
    
    

Gas

 
    

DSL

 
    

Strom

Gas
Tarifrechner
Kostenloser Gas-Tarifrechner mit allen aktuellen Anbietern und Tarifen.
Ihre PLZ
Verbrauch
    
Anzeige
    

Bundesliga-Tipp 

Fußball-Experten, aufgepasst
Hier Tipps abgeben und Preise gewinnen.  »mehr
    
    

Gewinnspiel 

Kinokarten gewinnen
Cineworld und mainpost.de verlosen 10x2 Kinokarten »mehr
    
    

Aktionsabo 

Lesespaß zum Vorzugspreis
Alle Abos auf einen Blick: Geschenk-, Aktions-, Probe-, Wochenend- und Studenten-Abos. »mehr
    
    

Daily X 

Die Jugendseite der Main-Post
Täglich aktuell, täglich lesenswert. »mehr
    
    

Partner finden!