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aktualisiert: 03. April 2011, 19:12 Uhr » zurück zum Artikel
    
    
 
    
 
    
 


Der Presse Freiheit kann auch schmerzhaft sein für Betroffene und für Redaktionen

Je nachhaltiger Journalisten ihre Freiheiten nutzen, desto mehr müssen sie selbst ertragen können. Denn der Presse Freiheit ist auch schmerzhaft. Zuerst für Betroffene, dann aber oft auch für Redaktionen.  »mehr

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blaubi (2806 Kommentare) am 29.03.2011 17:38

pressefreiheit?

überparteilich? unabhängig?
der leser entscheidet indirekt was geschrieben wir, auch die zusammenstellung der thematik. deshalb muss die zeitung aus marktwirtschaftlichen bedingungen die zeitung gestalten. oftmals muss dann garantiert die redaktion auch mal die zähne zusammenbeissen und die fahne in den wind hängen, die auflagenzahl ist entscheidend. und wenn es ums geld verdienen geht, dann sind oft sentimentalitäten fehl am platz. werbe und anzeigenaufträge sind auch ein wichtiger faktor, die sich am ende doch an der auflagenzahl orientieren.
aber trotzdem bleibt oft etwas spielraum, um eigene ansichten durchzusetzen.
der vorteil der mainpost aber hier ist, dass sie fast konkurrenzlos agieren kann, während in ballungsräumen wie münchen und hamburg die konkurrenz groß ist
(0)
wgr (579 Kommentare) am 29.03.2011 17:59

Aber die MP hilft selbst mit!

Herr Sahlender, Ihrem Kommentar stimme ich zu. So wie Sie den Fall schildern, könnte es sich direkt um die Kleinstadt Kitzingen handeln. Sie nennt sich zwar große Kreisstadt, aber die Denk- und Handlungsweise im Stadtmanagement entspricht der Kleingeistigkeit mit einer Bürgerphobie.
Leider ist mir nicht bekannt, daß in KT jemand gegen die strümpfige Geheimniskrämerei des OB Müller geklagt hätte. Ich habe vor ca. 2 Jahren gegen den OB Müller (UsW) ob seiner Gewalttätigkeit und Geheimniskrämerei gegen mich geklagt und gewonnen. Der Richter selbst bezeichnete sein Verhalten als strümpfig. Aber was nutzt es, wenn es in anderen Bundesländern (z.B. Sachsen) die Möglichkeit der Abwahl von untauglichen Bürgermeistern gibt, nicht jedoch in Bayern. Wir Bürger müssen 6 (in Worten: sechs) Jahre leiden und die politischen Täuscher mit Enttäuschung ertragen.

Aber die MP trägt ihren Teil hierzu mit bei. Der Citoyen wird es richten, aber es kostet viel Zeit und unser Leben ist beschränkt.

Anmerkung der Redaktion:
Dieser Kommentar enthielt persönlichkeitsrechtsverletzende Passagen, die redaktionell gelöscht wurden.
Multimedia-Redaktion
mainpost.de
97084 Würzburg
(0)
antonsah (267 Kommentare) am 29.03.2011 18:14

wgr

Wir tun nur, was wir in unserer AGB angekündigt haben. Wir schützen auch Sie durch Löschungen vor Persönlichkeitsrechtsverletzungen.
Anton Sahlender, Leseranwalt
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wgr (579 Kommentare) am 01.04.2011 04:55

@antonsah

Blödsinn Herr Sahlender, ausgemachter Blödsinn, denn wenn es so wäre hätten Sie die Quellen genannten. Sich alleine auf die AGB zu beziehen verletzt das Gebot der Bestimmtheit. Denn ich bin nicht der Ansicht Ihre AGBs zu verletzten. Sie behaupten es nur und bleiben den Beweis schuldig, üben aber die Macht genußvoll aus. Dies ist auch der Hauptgrund des Gejammers und Gezeters gegen Wikileaks. Plötzlich haben die Journalisten Konkurrenz, aber die Medien können keine Macht mehr ausüben. Die Medien haben Angst vor Wahrheit, Offenheit und Klarheit!

Mich schützen brauchen und machen Sie ja auch nicht. Ich habe hierzu bereits ausreichend Beweise gesammelt, wo die MP mich namentlich nennt, was aus Ihrer Sicht gegen die AGB verstoßen würde.

Diese selbstherrliche Beschneidung der Presse- und Meinungsfreiheit durch die Main Post trägt immer wieder zu den von vielen hier erhobenen Vorwürfen - und manchmal auch Kündigungen - gegen die MP bei. Bisher dachte ich, Sie als Leseranwalt, vertreten die Leser und nicht den Verlag. Ich habe mich getäuscht. Aber vielleicht sollte ich demnächst doch den Presserat zur Klärung nutzen.
(3)
antonsah (267 Kommentare) am 29.03.2011 18:07

@blaubi

Schade, dass Sie eine solche schlechte Meinung über unsere Redaktion vertreten. Ich frage mich, wie Sie darauf kommen. Haben Sie Anhaltspunkte? Wo hängen wir denn die Fahne in den Wind? Wir bemühen uns um strenge Trennung zwischen redaktionellen und werblichen Inhalten und arbeiten redaktionell unabhängig von Einflüssen Dritter - auch von Anzeigenkunden. Wenn wir mit dem bisschen Spielraum, den Sie uns noch einräumen, journalistisch zurecht kommen müssten, wäre das wahrhaftig schrecklich.
Und noch etwas: wir sind nicht konkurrenzlos. Wir haben in Unterfranken vergleichsweise viel Konkurrenz auf dem Printmarkt und eben längst nicht mehr nur auf dem. Eine Menge anderer Medien machen reaktionell und werblich hier Angebote. Hier nur der Printmarkt: Main-Echo im Spessart, die Kitzinger in Kitzingen, die Rhön- und Saalepost in Rhön-Grabfeld, die Saalezeitung in Bad Kissingen und das Haßfurter Tagblatt.
Sie @blaubi schreiben, als wären Sie ein Experte. Sind es aber tatsächlich nicht. Es gibt mir aber schon zu denken, wie man zu einer solchen Ansicht wie der ihren gelangen kann... Was machen wir falsch?
Anton Sahlender, Leseranwalt
(0)
blaubi (2806 Kommentare) am 29.03.2011 18:54

@ antonsah

erstmal möchte ich dazu sagen,dass ich allgemein schreibe. und dass die mainpost fast konkurrenzlos ist, das ist auch fakt, da diese doch ein ziemlich grosses verbreitungsgebiet hat. es pfuschen zwar ein paar kleiner zeitungen hier und da im verbreitungsgebiet herum, aber durch der grösse des verbreitungsgebietes doch im endeffekt gegnüber der mainpost ziemlich konkurrenzlos. zb. die kitzinger, die geht halt von GEO über KT nach OCH, und dann ist schluss.
experte bin ich nicht, würde ich mir als bezeichnung nie,als anmassen, ich denke halt über viele sachen(alles und nichts) nach, die ich versuche mit meiner eigenen logik einzuschätzen. mag sein, dass das von aussen wie ein unbeholfener fachkommentar klingen sollte, und wenns so klingt, dann unbeabsichtigt. dazu fehlt mir die fachliche qualifikation, kann lediglich zwei facharbeiter im handwerk und an bisserl zusatzqualifikation nachweisen, diesbezüglich irrelevant.
schlechte meinung? es gibt sowohl pro und contra an der mainpost. versuche halt alle seiten zu betrachten.
mit fähnchen in den wind, hauptsächlich beziehe ich mich hauptsächlich auf die art der berichtserstattung wegen der japankatastrophe. einerseits wird mehr beachtung der reaktorkatastrope gewidmet, aber die vielen toten, welche duch erdbeben/tsunami gestorben sind, die sind absolut in den hintergrund geraten, so ne art nebenbeierwähnung. es wird hauptsächlich die atomkraftdebatte auf subjektive art gefördert, da wird voll mit dem strom geschwommen, weil das grüne mäntelchen überstülpen sehr in mode ist, herr quack hat es voll auf den punkt getroffen,dass es mittlerweile alle politischen parteien sich zu eigen machen wollen, die AKW's abzureissen. und auzh die mainpost hat diesbezüglich auch die segel so gespannt, um mit dem strom zu schwimmen. abgesehen von den realistischen tatsachenberichten ist auch die mainpost in die kerbe gesprungen, zusätzlich subjektive armageddon-berichte reinzusetzen,mit horrorvisionen, was wäre,, wenn...bei uns etwas passieren würde. finde dies moralisch gesehen ungut, da viele menschen noch mehr verunsichert wurden.
fakt ist auch, dass eine solche antiatomkraftwerbung seitens der mainpost erst jetzt richtig gemacht wird und vorher diese sache ganz vorsichtig angepackt wurde.
diese subjektive einstellung sieht man an der tolerierung von beleidigenden hasskommentaren, wo man atomkraftbefürworter am liebsten in fanatischer manier dem scheiterhaufen preisgeben will.
(4)
evakurt (2618 Kommentare) am 29.03.2011 20:01

Vermutlich ist es nicht die ......

.... Pressefreiheit, die von irgendjemanden angezweifelt wird, sondern eher die Presseverantwortung.

Ihr Beispiel: "Ein anderer Bürgermeister wollte letzte Woche verbieten, dass Informationen über den Haushalt, die er an Journalisten verkündete, veröffentlicht werden, bevor der Stadtrat sie beschlossen hat." Ich kenne den Fall NICHT, frage mich aber. Wo hatte der Journalist die Informationen über den Haushalt her? War der Haushaltsentwurf schon vorher öffentlich einsehbar? Kam er durch illegale Indiskretionen zum Journalisten? Oder hat der Bürgermeister dem Journalisten den Entwurf vertraulich vorgestellt? - Je nach dem, was die Vorgeschichte ist, ist das Verhalten des Journalisten zu bewerten. Wenn der Entwurf legal vor der Haushaltsberatung im Gemeinderat einsehbar war, ist es natürlich Ausdruck der Pressefreiheit, wenn er auch veröffentlicht wird. Hätte dagegen der Bürgermeister den Journalisten vertraulich informiert UND es wäre darauf ohne Einverständnis des Bürgermeisters zu einer Veröffentlichung gekommen, wäre das Ausdruck einer Charakterlosigkeit des Journalisten, der sich damit nicht hinter Begriffe wie Pressefreiheit verstecken dürfte. Mit anderen Worten - und darum geht es hier ausschließlich anhand dieses Beispiels: Pressefreiheit ist kein automatischer Freibrief, sondern ein Privileg, das charakterlich vom Journalismus nicht beschmutzt werden darf. Und die diesbezügliche Bewertung hängt von der Frage ab: Was war die Voraussetzung dafür, dass die Pressefreiheit in Anspruch genommen wurde - war es eine saubere oder eine unsaubere Voraussetzung? Da wird es diskussionswürdige Grenzfälle geben, was nicht davon abhalten sollte, diese Frage zunächst zur Grundlage des eigenen Handelns zu machen.

In anderen Worten: Pressefreiheit sollte nicht schmerzhaft sein für Grundwerte wie Wahrhaftigkeit, Angemessenheit und Vertrauen.
(4)
unbekannt (242 Kommentare) am 29.03.2011 21:13

Pressefreiheit und -verantwortung

Zitat evakurt: „...Hätte dagegen der Bürgermeister den Journalisten vertraulich informiert UND es wäre darauf ohne Einverständnis des Bürgermeisters zu einer Veröffentlichung gekommen, wäre das Ausdruck einer Charakterlosigkeit des Journalisten, der sich damit nicht hinter Begriffe wie Pressefreiheit verstecken dürfte....“

Grundlage ist ein Vorfall in Karlstadt, den der Bürgermeister in der MainPost richtigstellte.

Zitat Dr. Kruck (Bürgermeister): „…Das Pressegespräch zum Haushalt der Stadt Karlstadt und zum Wirtschaftsplan der Stadtwerke diente der Erläuterung des sicher komplexen Zahlenwerkes für das Haushaltsjahr 2011. Die Zusammenfassung der wichtigsten Zahlen wurde mit dem ausdrücklichen Hinweis ausgehändigt, dass sie vor der Verabschiedung durch den Stadtrat nicht verwendet werden darf, was nicht als „Wunsch“ von mir geäußert wurde, sondern unmissverständlich als Sperrfrist im Sinne des Presserechts verstanden werden musste und von allen anderen Teilnehmer auch so verstanden wurde!...“
Kompletter Artikel (Link)
(0)
Gegengewalt (234 Kommentare) am 29.03.2011 21:06

Die beste Zeitung für mich ist

die, die ohne jegliche Meinung einfach die Fakten präsentiert. Die Meinung dazu möchte ich mir nämlich selbst bilden.

Doch manchmal werden Artikel sehr einseitig dargestellt (auch in anderen Medien), ohne der Gegenseite die Möglichkeit zu geben, ihre Sicht der Dinge kundtun zu können. So werden Bürger oft ohne ihr wissen Manipuliert.

Unterm Strich ist die Presse eine sehr mächtige Gewalt, die völlig ohne Kontrolle ist. Sie kann nach belieben Argumente auswählen und Gegenargumente weglassen. Das ist in Einzelfällen sehr vernichtend für bestimmte Personen oder Institutionen, vor allem wenn wie hier die Mainpost, diese für Lokalnachrichten so was wie das Monopol besitzt.

Dadurch kann ein gewünschtes Bild erzeugt werden, dass ob es nun stimmt oder nicht erstmals „in allen Köpfen drin ist“.

Wenn man dann eine Gegendarstellung verlangt bringt das in der Regel nichts, solange zumindest Halbwahrheiten veröffentlicht wurden.

In ein zwei Fällen konnte ich dies auch bei der Mainpost feststellen, da mir die Sachverhalte persönlich bekannt waren und meiner Meinung nach ganz anders und vor allem extrem Einstieg dargestellt wurden. Ich unterstelle hier keine Absicht, aber vielleicht wurde einfach schlecht recherchiert und lediglich die eine Seite angehört oder der anderen Seite keinen Glauben geschenkt. Wenn das der Fall war, ist das wieder sehr gefährlich, denn was wenn man der Falschen Seite geglaubt hat.

Deshalb bin Ich dafür das der Presserat viel mehr Macht bekommt. Auch sollte er Sanktionsmöglichkeiten an die Hand bekommen, damit würden sich die Jornalistenzunft selber kontrollieren und ihre Kollegen bei „Ausrutscher“ an ihre Gesellschaftliche Verantwortung "Erinnern" können. So sollte z.B. festgestellt werden, dass z.B. in einem Artikel Fakten schlicht erfunden wurde, nur um kurzzeitig einen Aufhänger zu haben, der Presserat Geldstrafen aussprechen dürfen. Das könnte der Medienlandschaft in der BRD insgesamt guttun. (Die Mainpost hat meines Wissens, keine Fakten erfunden, aber ich kenne Artikel aus anderen Zeitungen, wo dies im Einzelfall offensichtlich geschehen ist)

Ansonsten muss ich sagen hat die Mainpost in den letzten Jahren ein Stück „an Niveau“ gewonnen.
(0)
tomorrow (39 Kommentare) am 29.03.2011 21:55

Presse Freiheit (so wie man es nach der neuen Rechtschreibung schreibt)

Sehr geehrter Herr Sahlender,

mit Pressefreiheit ist die Objektivität einer Berichterstattung zu bewerten. Sie haben mit der Aussage Recht: Mit dem Abbestellen einer Zeitung kann man die Pressefreiheit nicht abschaffen. Der Leser kann jedoch darüber entscheiden, ob ein Lokalteil einer Zeitung seinen Ansprüchen gerecht wird oder nicht. Viele Personen haben in der betreffenden Region ihre Konsequenzen gezogen und sich gg. das Medium "Presse" entschieden, weil sich nach ihrer Beurteilung die lokale Presse sich nicht mehr in der Mitte befand/befindet. Dies bitte ich auch zu überdenken.
(3)
antonsah (267 Kommentare) am 30.03.2011 17:03

@tomorrow

Es waren sehr sehr wenige Personen die abbestellt haben. Und es ist ein geschlossener Kreis von Kritikern, der sich untereinander verständigt. Das wird an ihren Aussagen deutlich erkennbar. Interessant ist noch, dass fast alle Adressen von Kritikern an unserer Berichterstattung hier auf mainpost.de gefakt waren. Sie haben sich unter falschen Namen angemeldet.
Die Zahl der Zustimmungen wächst im übrigen.
Anton Sahlender, Leseranwalt
(0)
antonsah (267 Kommentare) am 30.03.2011 00:47

@endeavour

Es gibt keine Sperrfrist im Sinne des Presserechts. Und den ausdrücklichen Vermerk, dass die Zahlen nicht verwendet werden dürfen, den gab es auch nicht. Und selbst wenn es ihn gegeben hätte, liegt die Veröffentlichung in der Entscheidung des Mediums. Den Rest können sie nochmal im Ausgangsartikel nachlesen.
Anton Sahlender, Leseranwalt
(0)
evakurt (2618 Kommentare) am 30.03.2011 09:02

Wofür steht eigentlich Presserecht?

Sie schreiben: "Und selbst wenn es ihn (den Sperrvermerk) gegeben hätte, liegt die Veröffentlichung in der Entscheidung des Mediums."

Wenn Sie das so sagen, dann glaube ich Ihnen das uneingeschränkt. Nur heißt das AUCH, dass das Presserecht keinen Schutz gegen Charakterlosigkeiten von Journalisten bietet. Das muss es ja auch nicht, aber es gibt halt doch noch viele Menschen, die glauben, Presserecht sei vom Grundsatz her eine Einrichtung zur Pflege von (Verfassungs-) Werten. Um Mißverständnisse zu vermeiden: Würde ein Mensch etwa eine Straftat vertraulich ankündigen, ist das natürlich öffentlich zu machen - allerdings gilt das nicht nur für die Presse, sondern auch für jeden Bürger. - Aber wenn ein Bürgermeister der Presse VOR einer entscheidenden Stadtratssitzung VERTRAULICHE Informationen überläßt UND dies unter der Voraussetzung tut, dass diese Informationen erst NACH dieser Sitzung veröffentlicht werden dürfen, dann MUSS ein Journalist, der damit nicht einverstanden ist, SOFORT (also VOR Bekanntgabe dieser Informationen) deutlich machen, dass er nicht damit einverstanden ist. Alles andere ist Charakterlosigkeit und Vertrauensbruch - ob das nun vom Presserecht sanktionierbar ist, ist dabei vollkommen wurscht.

Es wäre also dringend geboten, dass man Werte im Sinne des Presserechts und Werte im Sinne von Anstand und Würde sauber auseinander dividiert und feststellt, dass das zwei Paar Stiefel sind. Nein, ich werde jetzt nicht positivistisch definieren, was Anstand und Würde sind. Denn solche Werte werden unter zivilisierten Menschen problemlos gegenseitig erkannt. Und wenn nicht, dann gilt der Satz von Geothe: "Wenn Ihr's nicht fühlt, Ihr werdet's nicht erjagen".
(4)
antonsah (267 Kommentare) am 30.03.2011 13:35

@evakurt

Das Presserecht bietet tatsächlich nur dann Schutz gegen Charakterlosigkeiten, wenn sie in Persönlichkeitrechte eingreifen. Überdies ist für Veröffentlichungen, gleich auf welchem Weg die Informationen in die Redaktion gekommen sind, immer das Medium voll verantwortlich und hat sich dabei an Gesetze zu halten. Charakterlosigkeiten an und für sich sind freilich bei niemanden auf dieser Welt gesetzlich zu verfolgen. Ich erlaube mir aber, sie für unsere Redaktion auszuschließen. Wir sind um einen fairen Umgang mit Menschen bemüht und haben dafür Regeln aufgestellt. Würde sich jemand nicht daran halten, müsste es Konsequenzen haben.
Im vorliegenden Fall betone ich, dass ich mich nach Rücksprache nicht nur mit unserer Mitarbeiterin vor Ort davon überzeugt habe, dass der Bürgermeister eben bei jener Pressekonferenz nicht deutlich gemacht hat, dass er keine Veröffentlichung vor der Stadtratsitzung wünscht. Er hat lediglich sinngemäß so eine Art Wunsch verlauten lassen, noch nicht zu viele Zahlen zu verbreiten. Und das auch nicht zu Beginn der Veranstaltung. Seine Ansage war wohl so lose formuliert, dass niemand eine Notwendigkeit zum Widerspruch gesehen hat. Dies liegt unter Umständen daran, dass der Bgm. die Pressekonferenz zeitlich sehr spät angelegt hatte. Er war sich deshalb wohl ohnehin sicher, wie es auch in einem Schreiben von ihm deutlich wird, dass es dann mit dem Redaktionsschluss nicht mehr zu einem Beitrag für den folgenden Tag reichen würde. Deshalb, so vermute ich weiter, hat er nicht deutlich und klar ausgesprochen, was er wirklich wollte.
Sperrfristen - wenn es sie denn gibt - sind überdies nur in beiderseitigem Einvernehmen sinnvoll. Sie danach nicht einzuhalten, das wäre tatsächlich Vertrauensbruch. So ist es gelegentlich in der Bundespressekonferenz. Da wurden schon Journalisten zeitweise ausgeschlossen, die sich nicht an vereinbarte Sperrfristen gehalten haben.
Auch eine Sperrfrist kann freilich journalistisch legitim umgangen werden, wenn man die Nachricht noch aus anderer Quelle erhält. Deren Verbreitung ist dann keine Charakterlosigkeit, sondern vielleicht sogar eine Notwendigkeit, wenn zu viel Geheimniskrämerei in Rathäusern, Behörden oder politischen Gremien betrieben wird. Weil diese Freiheit der Information wichtig ist, gibt es im Presserecht den Informantenschutz.
Gelegentlich plage ich mich mit dem Wunsch herum, Sie um etwas Vertrauen in die lokale Zeitung zu bitten. Ihr Misstrauen, das in allgemeinen Vorwürfen gegen Journalisten zum Ausdruck kommt, zielt meist daneben - trotz aller Schwächen, die es auch bei uns gibt. Das gilt auch dann, wenn die Vorwürfe ihren Ursprung bei Herrn Naumann von der ZEIT haben. Vielleicht täuschen Ihre Gefühle, liebe/r evakurt, Sie so manches Mal. Werte spielen in unserem Hause eine große Rolle. Aber niemand sollte anderen das Gefühl geben, das er deren alleiniger Besitzer ist.
Anton Sahlender, Leseranwalt
(0)
evakurt (2618 Kommentare) am 30.03.2011 14:11

Wir sollten unterscheiden zwischen ....

... dem, was juristisch möglich ist, und dem, was ein anspruchsvoller Charakter aus Gründen der Selbstachtung tut oder nicht tut. In DIESEM SINNE ist es zwar informativ, aber nicht normativ, was Recht und Gesetz ermöglichen bzw. verbieten - es muss auch so etwas wie "Innere Führung" eine maßgebliche Rolle spielen.

Vielleicht war die Geschichte mit dem Bürgermeister wirklich ein Mißverständnis - ich war nicht dabei und weiß es deshalb nicht. Soweit es aber jetzt kein vertrauensbildendes Gespräch zwischen ihm und der Presse geben wird, wird er genau das tun, was in der freien Wirtschaft gang und gäbe ist: Man betrachtet die Medien als Instution, die man mit Zuckerbrot und Peitsche zu behandeln hat - meistens mit Zuckerbrot, weil die Presse zu gefährlich werden kann. Und dann schreibt man halt Pressemitteilungen, lädt Journalisten ein, verwöhnt ein bißchen, antwortet auf deren Fragen extrem diszipliniert im Sinne seiner eigenen strategischen Vorbereitung und - das wichtigste - steuert das Geschehen von langer Hand. So kenne ich es aus vielen Jahren Pressearbeit in der Industrie - und es funktioniert.

Nur - dieses Profi-Verhalten muss man doch nicht jetzt auch noch bei Bürgermeistern oder normalen Bürgern einführen. Oder soll "Umgang mit der Presse" jetzt Schulfach werden oder zumindest bei öffentlichen Mandatsträgern geschult werden? Da wäre es mir wirklich lieber, beide Seiten würden sich um ein Vertrauensverhältnis bemühen - was im übrigen viel Zeit und Geld spart UND ganz sicher nicht den Informationsauftrag der Presse konterkariert.

Mein Vertrauen in die MP in puncto Information ist im übrigen ungetrübt. Auch sind die von mir thematisierten Punkte absolut nicht MP-spezifisch - das ist ein Problem der Presse an sich. Dass meine Vorwürfe aus Ihrer Sicht meist daneben zielen, glaube ich Ihnen inzwischen auch aufrichtig. Da bildet sich ein kultureller Konflikt ab: auf der einen Seite ein humanistisch geprägtes Wertebild, auf der anderen Seite ein eher formell-presserechtlich geprägtes Wertebild. Das sind zwei verschiedene Kulturkreise, die sich zwar teilweise überlappen, teilweise aber auch nicht. In diesem Sinne würde ich mir wünschen, dass das journalistische Selbstverständnis sich am humanistischen Wertebild orientiert und nicht umgekehrt das humanistische Wertebild sich am Presserecht zu orientieren hat. Denn irgendwann kommt dann doch der Punkt, an dem man darauf bestehen muss, dass der Schwanz nicht mit dem Hund wackelt. Ich warne vor einer Entfremdung von journalistischem und humanistischem Selbstverständnis.
(4)
antonsah (267 Kommentare) am 30.03.2011 16:27

@evakurt

Im Gegensatz zu Ihnen bin ich der Meinung, dass sich Presserecht und Presseethik weitgehend mit einen humanistischen Wertebild vereinbaren lassen. Sie gründen im übrigen darauf. Auch ich fühle mich einem solchen Wertebild verpflichtet. Wir müssen als Medium aber darauf achten, dass daraus eine nachvollziehbare und keine willkürliche Handlungsweise entsteht. Sie können aber davon ausgehen, dass wir in vielen Fällen menschliche Aspekte höher bewerten als das Recht, frei über Personen oder Themen zu berichten. Das ist oft keine leichte Abwägung.
Anton Sahlender, Leseranwalt
(0)
evakurt (2618 Kommentare) am 30.03.2011 16:31

Wenn wir uns ....

... derselben Gefahr bewußt sind, ist das ein guter Ansatz.
(0)
Thriller (1 Kommentare) am 01.04.2011 08:45

Betroffener Bürger

Als betroffener bürger der Kleinstadt, von der hier die Rede ist, darf ich noch ein paar Anmerkungen machen. Die Pressefreiheit soll auch bei der MP ein hohes Gut darstellen. Allerdings gilt es damit sorgsam umzugehen. Eine Berichterstattung, auch eine kritische, ist gewünscht. Allerdings wird diese zumeist mit der persönlichen Meinung versehen, was sich in meinen Augen als Kontraproduktiv im Sinne dieses Gutes beweist. Die Kommentare einiger Lokalredakteure im Gemünden zeigen immer wieder in meinen Augen die Unfähigkeit eine neutrale Berichterstattung und die fehlende Sensibilität für Objektivität gegenüber dem Bürgermeister. Die Häme und der Spott sind in den Berichten des Schreibers für viele Bürger nicht mehr länger hinnehmbar. Den "Schnee von gestern" aufzunehmen erinnert mich an ein unsportliches Verhalten und einer versuchten geplanten Demontage. Und zum Schluss wird hier damit geworben, das nur "wenige" Leser Ihr Abonnement gekündigt hatten und diese mit Absprachen untereinander dies publizieren. Wie würden Sie ein Treffen an einem Freitag abend zwischen Stadtradtsmitgliedern und Ihrem Lokalredakteur nennen? Freundschaftliches Beisammensein???? Wird bei der nächsten Berichterstattung von eben diesen Leuten Objektivität erwartet? Ich bin gespannt!
(2)
antonsah (267 Kommentare) am 01.04.2011 15:54

@thriller

Ein Lokalredakteur kann sich jederzeit mit jedem Stadtrat treffen. Das gehört zu seinen Aufgaben. Zu diesen Aufgaben gehört es auch, örtliches Geschehen zu kommentieren. Wo Häme und Spott in begründeter Kritik zu finden ist, diesen Beweis bleiben Sie schuldig. Und was ist kontraproduktiv an einer kritischen Berichterstattung, die auch persönliche Meinung ist?
Anton Sahlender, Leseranwalt
(0)
evakurt (2618 Kommentare) am 02.04.2011 12:38

Es ist immer wieder ....

.... festzustellen, dass hier auf dem Forum aneinander vorbei geredet wird.

Natürlich kann sich ein Lokalredakteur jederzeit mit jedem Stadtrat treffen.

Natürlich ist es NICHT kontraproduktiv, wenn ein Redakteur einen BERICHT schreibt, der inhaltlich mit seiner persönlichen Meinung koinzidiert.

"Thriller" verstehe ich so, dass in der besagten Kleinstadt bei vielen der Eindruck entsteht, als würden Presse und einzelne Stadtratsmitglieder Politik gegen den Bürgermeister machen. So ist das für den Außenstehenden zu entnehmen - und ich bin da komplett außenstehend.

Diesen Eindruck zu BEWEISEN - gar presserechtlich zu beweisen - ist NATURGEMÄSS fast unmöglich - und wahrscheinlich hat da auch keiner Lust drauf. Wichtig ist doch, dass dieser Eindruck weitflächig VORHANDEN ist. Und da wäre die Frage an den Redakteur, ob es in seinem Sinne oder nicht in seinem Sinne ist, dass dieser Eindruck VORHANDEN ist.

Ais meiner Sicht ist es der falsche Weg, VORHANDENE Kommunikationsfolgen erst dann zur Kenntnis zu nehmen, wenn sie akademisch oder juristisch bewiesen sind. Wichtig ist, dass so da ist. Und wenn was da ist, geht es nicht davon weg, dass man es nicht beweisen kann oder will. Realitäten haben es an sich, dass sie in erster Linie SIND und nicht erst dann Realitäten werden, wenn sie bewiesen sind.
(4)
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