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aktualisiert: 15. Juni 2011, 11:51 Uhr » zurück zum Artikel
    
    
 
    
 
    
 


Presserat missbilligt journalistische Recherche beim Arbeitgeber eines Kommunalpolitikers

Blicken wir zurück auf eine interessante Entscheidung des Deutschen Presserates, der freiwilligen Selbstkontrolle der Printmedien. Darin wurde missbilligt, dass ein Kommunalpolitiker durch journalistische Recherche bei seinem Arbeitgeber in Misskredit kommen konnte.  »mehr

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blaubi (2806 Kommentare) am 16.05.2011 06:57

opfer und täter in einem?





Zitat von artikel

Darin wurde missbilligt, dass ein Kommunalpolitiker durch journalistische Recherche bei seinem Arbeitgeber in Misskredit kommen konnte.



...irgendwie vermisse ich bei diesem artikel konkrete fakten und aussagen, so dass ich diesen artikel eher in die kategorie nichtssagend bzw.oberflächlich einordnen muss.
.
interessant aber eine aufgabe des presserats: Entwicklungen entgegenzutreten, die die freie Information und Meinungsbildung des Bürgers gefährden könnten.
...dann müsste man sich über die meisten medien beschweren, oftmals wird mit der art der subjektiven berichtserstattung versucht, die meinung der bürger in eine gewisse richtung zu lenken. mediale gehirnwäsche???
es ist sehr leicht in eine opferrolle zu schlüpfen, um von der täterrolle abzulenken.
(3)
mdeeg (778 Kommentare) am 16.05.2011 20:38

Wahlworte

"Im Hinblick auf öffentliches Interesse ist die Missbilligung aus meiner Sicht erklärungsbedürftig. Denn Grenzen für die Wortwahl von Pädagogen sind durchaus interessant."

Wieso das denn? Grenzen für die Wortwahl von Pädagogen sind glaube ich "uninteressanter" als die zum Teil schwelgerische Wortwahl anderer Berufsgruppen, wenn es darum geht, Leute in eine Ecke zu stellen.

Und die Beschreibung hier: „geistiger Tiefgang, den man mit einem Schnürsenkel ausloten kann“ entbehrt doch nicht einer gewissen pädagogischen Note, bildhaft und humorvoll.
(0)
evakurt (2618 Kommentare) am 17.05.2011 22:40

Gegen das lebhafte Informationsinteresse

von Redakteuren und Öffentlichkeit wäre überhaupt nichts einzuwenden, wenn geklärt wäre, wer sich für zerstörte Karrieren und Privatleben in den Fokus der Berichterstattung geratener Bürger/innen verantwortlich fühlt, NACHDEM das öffentliche Interesse erlahmt ist. Dieses Problem ist meines Wissens nicht ansatzweise gelöst.
(0)
mdeeg (778 Kommentare) am 18.05.2011 16:37

Das stimmt!

"Verantwortung" wird solange hin- und hergeschoben, bis keiner mehr für irgendetwas verantwortlich ist. Deshalb wird es Zeit, dass endlich auch bei uns Schadensersatzsummen ins Spiel kommen, die diesen Namen tatsächlich verdienen.

Dann überlegen es sich Staatsanwälte, Redakteure und sonstige "Verantwortliche" zukünftig genauer, ob sie Halbwahrheiten, Gerüchte und Persönlichkeitsverletzungen auf Verdacht publizieren und verbreiten oder ob sie nicht doch bloß schlecht geträumt haben!

Viel Glück in diesem Sinne auch Herrn Kachelmann nach seinem Freispruch!
(0)
antonsah (267 Kommentare) am 18.05.2011 17:30

@evakurt

Beispiele? Und wer soll feststellen, wann öffentliches Interesse erlahmt ist?
Anton Sahlender, Leseranwalt
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evakurt (2618 Kommentare) am 19.05.2011 01:11

Wer das feststellen soll,

weiß ich nicht und das interessiert mich auch nicht. Es geht hier darum, dass naturgemäß kein Thema ewig hochgehalten werden kann und somit das Interesse irgendwann erlahmt - komplett normaler Vorgang. Und dass - im schlimmsten Fall - KArrierenbrüche und Schicksale zurückbleiben, für die sich keiner verantwortlich fühlt - die Karawane zieht halt weiter.

Nehmen Sie Strauss-Kahn: Selbst WENN er wegen erwiesener Unschuld freigesprochen werden würde, könnte er nie mehr Präsident von Frankreich werden - juristisch schon, aber er würde nicht mehr gewählt werden bei all den Photos mit Handschellen usw. In einer Mediengesellschaft ist man dann so angreifbar, dass man de facto unwählbar ist. Mir geht es gar nicht darum, deshalb die Medien anzugreifen. Es geht darum zu zeigen, dass - jetzt werde ich mal gebildet - Tyche herrscht und nicht Nemesis. Das an sich ist nicht weiter erschreckend, weil es immer schon so war. Jedoch passt das nicht zum Anspruch eines sogenannten "aufklärerischen" Zeitalters.

Oder nehmen Sie den ausgiebigst diskutierten Fall Mixa. Tatsächlich schuldig war er juristisch überhaupt nicht, moralisch war er es möglicherweise, weil er - nicht ganz zeituntypisch - im letzten Jahrhundert noch die Prügelstrafe als "Mittel der Wahl" verfochten hat. Zurücktreten mußte er nach einer beispiellosen öffentlichen Kampagne, die ihm - fälschlicherweise - unter anderem Sexualstraftaten unterstellt hat. Davon abgesehen, dass mir Mixa ziemlich egal ist, zeigt dieser Fall überdeutlich die irrationale Unaufgeklärtheit unserer Zeit. Und jetzt zur Ausgangsfrage: Wer übernimmt Verantwortung für solche Fälle? Wer zahlt ihm beispielsweise die Rente? Schließlich würde er ja noch arbeiten, hätte er nicht zurücktreten müssen. Antwort: Da gibt es keinen, der die Verantwortung übernimmt - die Karawane ist halt weitergezogen und genießt gleichsam "diplomatische Immunität". - Ein weiteres Beispiel wäre Eva Hermann, was ja auch schon ausgiebigst diskutiert wurde. Da belegt sie ihr Arbeitgeber unter dem öffentlich verursachten Druck mit Berufsverbot. Man hört und liest nichts mehr von ihr. - Nun unterstelle ich, dass weder Mixa noch Herrmann am Hungertuch nagen - aber darum geht es nicht.

Es geht darum, dass Medien - offensichtlich grundsätzlich - keine Verantwortung für die Folgen ihrer Arbeit übernehmen müssen - nimmt man mal seltenes Fälle aufgrund juristischer Überschreitungen aus. Im übrigen wüßte ich auch gar nicht, wie man unter dem Primat der Pressefreiheit diese Verantwortung einfordern sollte. Aber sich dessen bewußt sein, dass es nicht geht, wäre doch schon mal was.
(1)
giraffe (479 Kommentare) am 21.05.2011 23:47

Vor allem

nicht Sie, Herr Leseranwalt! Die Gründe möchte ich in Ihrem eigenen Interesse nicht näher erläutern. (zu näherer Aussprache bin ich allerdings jederzeit bereit).
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mdeeg (778 Kommentare) am 18.05.2011 20:24

Öffentliches Interesse

erlahmt gewohnheitsmäßig dann, wenn sich Vorwürfe als falsch erwiesen haben oder der Kannibale von Rothenburg entmystifiziert ist (um ein populäres Beispiel zu benennen...)
(1)
antonsah (267 Kommentare) am 20.05.2011 16:07

@evakurt

Wir haben eine Rechtsstaatlichkeit. Die Verantwortlichenkeiten sind geregelt. Oft sind eben die Verursacher - meist öffentliche Personen - selbst verantwortlich.
Anton Sahlender, Leseranwalt
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evakurt (2618 Kommentare) am 20.05.2011 19:32

Natürlich haben wir

eine Rechtsstaatlichkeit, wie man gerade im Fall Strauss-Kahn eindrucksvoll sieht. Auch die Tausenden von Todesurteilen in China basieren auf den dortigen Gesetzen. Alles unbenommen. Nur darf Rechtsstaatlichkeit keine Ausrede für Verantwortungslosigkeit sein. Genau das passiert seit jeher in den USA und offenbar immer mehr auch in Deutschland, dass man aus der Tatsache, dass man nicht gegen Gesetze verstößt, schlussfolgert, man sei damit bereits seiner Vernatwortung gerecht geworden. Das ist um Längen zu billig.

Natürlich sind die Auslöser von öffentlichem Interesse oft selbst daran schuld - nehmen wir mal Zumwinkel. Aber oft sind sie nur zur Hälfte schuld, oft zu einem Viertel, manchmal garnicht. An den unterm Strich gleichen Folgen ändert das nichts.

Warum hat denn eigentlich keiner den Mut - zum Beispiel die Medien selbst - , öffentlich immer wieder zu betonen, dass auch ein insgesamt gutes System wie das unsere halt seine regelmäßigen Kollateralschäden mit sich bringt?
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