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publiziert: 21.08.2011 14:33 Uhr
aktualisiert: 21.08.2011 18:07 Uhr
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Hier geht es nicht mehr um Wurst, sondern um die Bezeichnung für ihr bestes Bett

Folgte doch tatsächlich nach der Themaseite zur Fränkischen Bratwurst am 17. August („Jetzt geht es um die Wurst“) eine Diskussion, bei der es eben nicht mehr um die Wurst ging. Im Mittelpunkt stand der „Kipf“, der das beste Bett für die fränkische Bratwurst sein soll. So ist es auf jener Seite zu lesen. Dazu ist dieses spezielle Brötchen samt Wurst abgebildet.

Nun haben sich Fragen gestellt: Erstens, ist das Brötchen auf dem Foto wirklich ein Kipf? Und zweitens haben einige Leute, darunter Kollegen, behauptet, dass in Schweinfurt oder in der Rhön, wo die Seite ebenfalls erschienen ist, überhaupt nicht bekannt sei, was ein Kipf ist. Wenn dem so ist, dann steht das natürlich im Widerspruch zum Text, in dem es heißt, dass es sich beim Kipf um den Klassiker in der Region handelt, der etwas länglich und schön rösch ist.

Ich habe sogleich einen Bäcker in Bischofsheim, Rhön, angerufen und gefragt, ob er diesen Klassiker kennt. Der hat mir spontan eine ganze Menge darüber erklärt, also nicht nur was ein Kipf ist, sondern auch, wie er in den Backstuben fachmännisch gerollt wird. Letzteres erspare ich im Detail den geneigten Lesern, weil die meisten nicht selbst professionell backen, schon gar nicht Kipf, die sie einfach beim Bäcker kaufen.

Schwierig könnte das in Schweinfurt werden. Denn auch dort habe ich einen Bäcker telefonisch befragt. Der, als Fachmann, kennt den Kipf. Aber er fügt hinzu: „Bei uns verlangen die Kunden diese Art als 'Stölli' oder eben als 'Weck'.“ Nur ältere Schweinfurter Verkäuferinnen wissen eventuell noch, was mit einem Kipf gemeint ist.

Ich füge hinzu, dass es sich, laut Bischofsheimer Bäcker, beim Kipf um eine Brötchenform handelt, die an ihrer Oberseite aufgerissen ist und dort deshalb im Backofen ganz besonders knusprig gerät. Tatsächlich könne aber der eine oder andere moderne Rhöner mit dem Begriff heutzutage nicht mehr viel anfangen. Früher sei Kipf jedenfalls gebräuchlicher gewesen.

Das Brötchen, das auf dem Foto am 17. August zu sehen war, ist im Sinne dieser Definition tatsächlich ein Kipf. Man muss nur genau hingucken, um den Riss an seiner Oberseite zu erkennen.

Weil meine schnelle Abfrage alles andere als repräsentativ ist, überlasse ich es nach wie vor jedem Leser und vor allem den Bäckern, wie sie solche speziellen Brötchen bezeichnen. Ich selber habe sofort gewusst, was ein Kipf ist. Aber ich bin eben Würzburger, bevorzuge selbst ohne Bratwurst die Kipf, und ich bin auch ein bisschen älter. So spiegle ich auch mal eine Diskussion, deren Tragweite in jeden Haushalt reichen kann.

    
    

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Die neuesten Kommentare

blaubi (2806 Kommentare) am 21.08.2011 20:42

interessant trotzdem, dass man

...aus einem 25 cent artikel eine längere story schreiben kann, nur weil "das kind" verschiedene namen hat, bei dem man es nennen darf. zwinkern
(0)
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