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publiziert: 09.10.2011 18:38 Uhr
aktualisiert: 09.10.2011 18:46 Uhr
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„Unter Drei“ können auch Politiker mit Journalisten frei von der Leber weg reden

Öfter als den meisten Menschen bietet sich Journalisten die Gelegenheit, mit wichtigen Persönlichkeiten zu sprechen. Das hängt mit ihrer Aufgabe zusammen, Informationen zu sammeln und weiter zu vermitteln. Trotzdem veröffentlichen sie danach nicht alles, was sie in solchen Gesprächen erfahren haben, in den Medien.

Weil ich nicht zum ersten Mal eine Diskussion über das Für und Wider dieser Tatsache verfolgt habe, sehe ich die Notwendigkeit einer Erklärung.

Man spricht in diesem Zusammenhang meist von Gesprächen „unter Drei“, am häufigsten dann, wenn sich Journalisten mit Politikern unterhalten. Das heißt, es wird vorher vereinbart, dass die Informationen und Erklärungen, die dabei gegeben werden, für das Hintergrundwissen des oder der Journalisten bestimmt sind. An solchen Runden „unter Drei“ können nämlich durchaus viel mehr Personen beteiligt sein. Für alle gilt: Keine Aussage daraus wird gedruckt oder geht über den Sender.

Ein Beispiel: Vergangene Woche waren 70 Vertreter aus Chefredaktionen deutscher Zeitungen beim Bundespräsidenten zu einem solchen Gespräch eingeladen, darunter Folker Quack von der Main-Post. Eine große Runde. Sie lief „unter Drei“. Der Bundespräsident konnte sehr offen reden.

Eine solche Übereinkunft bedeutet nicht, dass das vermittelte Hintergrundwissen ein für allemal für die Öffentlichkeit verloren geht. Gibt es doch Journalisten die Möglichkeit, danach selbst Recherchen aus dem Erfahrenen heraus anzustellen. Es trägt aber auch zu ihrer eigenen Meinungsbildung bei und ist deshalb bei Kommentierungen hilfreich. Bei solchen Gelegenheiten können Medienmitarbeiter zudem ihre Fachkompetenz weiter verbessern. Das sollte zu besserem Journalismus im Sinne von Lesern oder Hörern beitragen, nicht dazu, sich von Politikern vereinnahmen zu lassen.

Sprechen „unter Drei“ bietet auch Persönlichkeiten, die sich ständig im Lichte der Öffentlichkeit bewegen, die Gelegenheit, nicht jedes Wort auf die Waagschale legen zu müssen. Sie dürfen mal frei von der Leber reden, ohne sich in öffentlichen Rechtfertigungen für irgendwelche Formulierungen aufreiben zu müssen.

„Unter Drei“ darf nicht zur Geheimbündelei zwischen Journalisten und Politikern führen. Hier setzt Verantwortung ein. Politiker werden sich hüten, Schweigeabkommen über brisante Nachrichten schließen zu wollen. Journalisten, so auch Kollege Quack, kennen genug Informationswege, um Nachrichten von Relevanz und öffentlichem Interesse zu verbreiten.

    
    

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Die neuesten Kommentare

evakurt (2618 Kommentare) am 09.10.2011 22:49

DAs "Unter Drei" ist eine gute Einrichtung,

solange sich jeder daran hält. Bei Kurt Beck hat es übrigens damals nicht geklappt. - Interessant wäre zu wissen, ob ein Bürgermeister einen Journalisten zu einem "Unter Drei"-Gespräch einladen kann UND ob man sich dann daran hält - da gab es ja auch schon Probleme.

Eine "Geheimbündelei" kann man verhindern, wenn ein Journalist in dem Moment, an dem er sieht, dass er über sein "Unter Drei"-Wissen verhindert werden könnte, frei darüber zu berichten, den Raum verläßt. . Es geht auch NICHT, dass sich ein Journalist sich ein "Unter Drei"-Gespräch anhört und DANACH sagt, sein Gewissen zwinge ihn, doch darüber zu berichten.

Wenn diese Spielregeln klar sind, ist das eine klasse Einrichtung.
(2)
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