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anton.sahlender@mainpost.de
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publiziert: 01.01.2012 16:22 Uhr
aktualisiert: 02.01.2012 19:04 Uhr
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Von eigenen und fremden Fehlern, von geneigten und abgeneigten Lesern

Fehler, Fehler, Fehler. Ich will keinen beschönigen. Im neuen Jahr, so voller guter Vorsätze, fällt das nicht leicht. Und ich will auch Ihnen, meine geneigten Leser, nicht die Laune verderben. Genau deshalb sollten Sie bitte mal wieder die „geneigten Leser“ sein. Mit dieser etwas antiquierten Anrede biedern sich Zeitungsschreiber gerne bei den Leuten an, die sie mit ihrer Arbeit zu beglücken glauben. Das war gebräuchlicher zu Zeiten, in denen noch mehr Leser Zeitungen im Sinne von zugeneigt, geneigt gewesen sind.

Ich lenke damit nicht ab von Fehlern. Ich habe nicht nachgezählt, ob ihre Zahl gewachsen ist, wie mir Beschwerdeschreiben glauben machen wollen. Sicher ist, dass Fehler unübersehbar geworden sind, seit sie regelmäßig in der Zeitung richtiggestellt werden, das möglichst am folgenden Tag. Die verborgenen spätestens dann, wenn sie entdeckt sind. „So ist's richtig“ ist als Überschrift zu lesen, wenn was falsch gewesen ist. Damit wird Falsches selbst denen erst richtig erschlossen, die es bis dahin übersehen hatten. Folglich sollte einer Redaktion jeder Fehler einer zu viel sein. Zumal die Berichtigung als solche wie ein Pranger wirkt. Vielleicht deshalb verzichten die meisten Zeitungen auf diese institutionelle Selbsterkenntnis. Wir nicht.

Die Chance ergreifen manche (besonders geneigten) Leser und schicken das „So ist's richtig“ gesammelt zurück in die Redaktion, in Papier und digital. Wenn sie so Fehler-Lerneffekte verstärken wollen, ist es anerkennenswert. Zuweilen schwant mir freilich, dass es (den weniger geneigten) Lesern wichtiger ist, Beschimpfungen mit dieser Fracht wegzuschaffen. Vielleicht wirkt es auf sie befreiend, mit dem Jahreswechsel bösen Ballast loszuwerden. Er wird hier angenommen und kommt nicht zurück. Moralischen Ausgleich schaffen ausreichend andere Zuschriften, solche, die loben und danken. Für die und überhaupt für jede sachliche Kritik sagt die Redaktion ihrerseits den Lesern Danke.

Ich beuge noch demütig das Haupt mit einem Zitat: „Man soll jedoch von eignen und fremden Fehlern niemals, am wenigsten öffentlich reden, wenn man nicht dadurch etwas Nützliches zu bewirken denkt . . .“ Genau das denke ich. Nicht nur, weil das der weise Goethe in Dichtung und Wahrheit angeraten hat, sondern weil es auch wahr ist, dass Journalisten in Veröffentlichungen am wenigsten von eigenen Fehlern reden. So brauchen Sie des Lesers nützliche Kritik. Mehr als nur Dichtung ist es folglich, wenn ich gute Neujahrswünsche versöhnlich an alle geneigten Leser richte – an abgeneigte und zugeneigte gleichermaßen.

    
    

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»Alle 14 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare

kranzberg (25 Kommentare) am 04.01.2012 15:42

war interessant

ganz schön interessant und aufschlussreich, was mein Freund - der unvernetzte (s.o.) - mit seiner ganz einfachen Frage (und meiner geliehenen Stimme) da unbeabsichtigt losgetreten hat. Er ist übrigens ab morgen wieder daheim in seinem Erstwohnsitz und liest in den nächsten Wochen vorrangig "seinen" örtlichen Merkur. Soll noch ausrichten, "er hat fertig" zwinkern
Bis zum nächsten mal
(2)
antonsah (267 Kommentare) am 03.01.2012 22:05

@Kauzenspiegel

Lieber Herr/Frau Kauzenspiegel, gerne befasse ich mich auch mit solchen Konflikten. Es hat allerdings wenig Sinn, die Kritik an Löschungen zu verallgemeinern, so wie Sie es getan haben. Es gibt meist gute Gründe dafür und die lassen sich über Netikette und AGB bestens belegen. Snnvoll ist es dagegen, den Einzelfall aufzuzeigen und darüber zu diskutieren. Das tue ich gerne, wenn Sie ihn mir per Beschwerde dokumentieren... Ich kann nicht permanent selbst Kommentarforen überwachen. Ich sage nur so viel, wir müssen keine ekelhaften Meinungen dulden und Leute, die aus dem Rahmen fallen, werden bereits von unserer Online-Redaktion angeschrieben ....
Anton Sahlender, Leseranwalt
(0)
Kauzenspiegel (541 Kommentare) am 04.01.2012 14:54

Danke für die Antwort

Hallo Herr Sahlender,

Die Verallgemeinerung meinerseits ist mir ein wenig unangenehm, allerding darin begründet, dass ich (ausser meinem eigenen) kein echtes Beispiel bringen kann. Das liegt schlicht daran, dass ich die Kommentare häufig nicht zu lesen bekommen, wurden sie doch gelöscht.
Ich werde Sie gerne informieren, wenn ich ein passendes Beispiel zur Hand habe.

Was ich aber wohl bereits kritisieren kann, ist dass teilweise mit sehr strenger Hand gelöscht wird, teilweise sehr willkürlich. So habe ich bereits des öfteren den Löschgrund "Abweichung vom Thema" bemerkt. Lassen Sie sich gesagt sein: Kein Grund für die Benutzung eines Instrumentes, dass zwangsläufig immer nach Zensur riecht, ist befremdlicher als "Themenabweichung". Welches Thema in einer Diskussion wichtig ist stellen diejenigen, die diskutieren, schon selbst raus. Ehrlich. Wir sind schon so groß.
Und dass Sie schreiben, dass Sie keine "ekelhaften" Meinungen dulden müssen verletzt mich sehr. Ich hatte gedacht, WIR müssten in der heutigen Zeit nicht mehr diskutieren, dass diese Gesellschaft (nahezu) JEDE Meinung dulden MUSS. Auch die Franken, auch die Mainpost. Und das ist gut so.
Ich muss auch Meinungen erdulden, die die Mainpost und ihre Stammleser vertreten, die ICH als ekelhaft empfinde. Aber ich ich erdulde es gerne, weiß ich doch, dass das auf Gegenseitigkeit beruht.
Ich hoffe sehr, Herr Sahlender, dass Sie hier nur unbedacht einen voreiligen Satz geschrieben haben. Ich möchte nicht daran glauben, dass Sie glauben, sich die Meinungen Ihrer Leser aussuchen zu dürfen.

Gruß

Kauzenspiegel

@Kauzenspiegel
Lieber Herr/Frau Kauzenspiegel, gerne befasse ich mich auch mit solchen Konflikten. Es hat allerdings wenig Sinn, die Kritik an Löschungen zu verallgemeinern, so wie Sie es getan haben. Es gibt meist gute Gründe dafür und die lassen sich über Netikette und AGB bestens belegen. Snnvoll ist es dagegen, den Einzelfall aufzuzeigen und darüber zu diskutieren. Das tue ich gerne, wenn Sie ihn mir per Beschwerde dokumentieren... Ich kann nicht permanent selbst Kommentarforen überwachen. Ich sage nur so viel, wir müssen keine ekelhaften Meinungen dulden und Leute, die aus dem Rahmen fallen, werden bereits von unserer Online-Redaktion angeschrieben ....
Anton Sahlender, Leseranwalt
(1)
antonsah (267 Kommentare) am 08.01.2012 17:40

@kauzenspiegel

Ich gehe davon aus, dass bei uns der Begriff "ekelhaft" unterschiedlich belegt ist.. Das heißt, ich habe dafür wahrscheinlich eine andere Definition als Sie.
Anton Sahlender, Leseranwalt
(0)
Kauzenspiegel (541 Kommentare) am 05.01.2012 14:11

Und damit war nicht gemeint...

...in Zukunft nur noch zu schreiben, dass etwas "gegen die AGBs" verstößt. Das wäre schon eine sehr "italienische" Form des Umgangs mit meiner Kritik zwinkern
(2)
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