Leseranwalt
anton.sahlender@mainpost.de

aktualisiert: 05. Februar 2012, 18:29 Uhr
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Unabhängigkeit von Bundespräsident und Journalisten: Regeln für Annahme von Vorteilen jeglicher Art
Die Diskussionen um Unabhängigkeit und um mögliche Vorteilsnahmen des Bundespräsidenten veranlassen mich, auf Regeln zu blicken, die für Journalisten gelten. An sie dürfen ähnliche Fragen gestellt werden. Leser setzen auch auf deren Unabhängigkeit. Dafür hat der Deutsche Presserat Regeln festgeschrieben. »mehr
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blaubi (2806 Kommentare) am 17.01.2012 07:17
übertarifliche "Korruption"?mit 50 Euro sind sie aber sehr gut bei den Bestechungsgeldern bedient, denn der vertragliche Tarif bei "Bestechungs-Zuwendungen" liegt in vielen Gegenden bei maximal 20 Euro. siehe Link Augsburger Allgemeine Geschenke für Beamte: Wo beginnt Korruption?PS, kleine Aufmerksamkeite lassen schon Sympathie zum Spender wachsen, und je größer die Aufmerksamkeit, desto sympathischer wird einem dieser, und bei einer gewissen Summe, die man dann annimmt, dann ist man auch irgendwie moralisch verpflichtet, das "eine hand wäscht die andere" prinzip anzuwenden. gegen kleine aufmerksamkeiten hat man nie etwas einzuwenden, wenn dieses im rahmen bleibt. Nur das Limit liegt bei jedem Menschen begrenzt, desto solventer man ist, desto höher auch die messlatte bei den zuwendungen, um ,mit gegenleistungen zu danken. und gerade gegenüber medien ist der versuch, sich mit materiellen zuwendungen sympathie zu erkaufen sehr verlockend, denn man will auch eine glänzende figur machen. |
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antonsah (267 Kommentare) am 17.01.2012 10:50
@blaubi... den 50-Euro-Grenzwert für Zuwendungen gleich als Bestechungsgeld zu bezeichnen, ist natürlich eine unbewiesene Unterstellung. Andererseits ist es richtig, dass man allzu großherzigen Aufmerksamkeiten aufmerksam begegnen sollte.Anton Sahlender, Leseranwalt |
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blaubi (2806 Kommentare) am 17.01.2012 17:00
@ antonsah"Zuwendungen", gerade dieses Wort kann man verschieden definieren/interpretieren. Wir gehen hier ja von materiellen Zuwendungen aus Man kann es als Aufmerksamkeit betrachten, Bestechung ist der zynische/sarkastische Begriff, richtung bissiger satire. das hätte ihnen als professionellen journalist auffallen müssen, auch als ich das wort "Bestechungs-Zuwendungen" in anführungszeichen setzte, denn diese zeichen sind auch eine art der betonung. das ist eben satire, in einem ihrer beiträge befürworten sie dies, aber man solle nicht nur austeilen,sondern einstecken können.Fakt ist eines, egal wie man auch das Wort "Zuwendungen" deklariert/definiert, dem "Zugewendeten" steht jedesmal ein Lächeln im Gesicht, sobald der Zuwender seine milde Gabe überreicht. ,an nenne es das "Zuwendungsrecht"
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blaubi (2806 Kommentare) am 17.01.2012 22:07
@ antonsah zusatzaber am Hungertuch knabbern Journalisten auch nicht, vor allem wenn man sieht, welche Privilegien sie geniessen, wäre auch nett, wenn sie dies mal öffentlich machen würden. hat zwar nichts mit diesem Thema zu tun, aber es sind auch vorteile des lebens, die ein 0-8-15 bürger nicht hat. eben keine offiziellen zuwendungen, aber indirekt kann man bei vielem eine logik erkennenJournalisten Privilegien |
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antonsah (267 Kommentare) am 19.01.2012 19:24
@blaubi... da Sie es mit Interpunktion und Rechtschreibung im Allgemeinen hier nicht sehr genau nehmen, fallen mir eingestreute Anführungszeichen nicht mehr besonders auf. Andererseits haben Sie zuvor schon ohne die Gänsefüßchen auch von Bestechungsgeldern geschrieben.Und mit den sog. Privilegien der Journalisten ist das so eine Sache. Diese Privilegien sollten nicht für sie persönlich bestimmt sein. Sie sind dazu dazu gedacht, ihnen die Informationsaufgabe zu erleichtern, die durchaus sehr aufwändig sein kann. Aber das es Grenzen geben muss, habe ich versucht mit meiner Kolumne aufzuzeigen. Anton Sahlender, Leseranwalt |
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mdeeg (778 Kommentare) am 17.01.2012 12:46
"Geld", immer nur "Geld und Geschenke"...die Währung der Zukunft heißt Information. Für Diekmann (war der auch bei ihrer "Qualitätsfortbildung...?) war doch der Anruf von Wulff ein Geschenk, das mit Geld gar nicht zu bezahlen ist! |
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fresh (85 Kommentare) am 20.01.2012 19:43
"Geschenkkorb nicht unproblematisch"Guten Abend, Herr Sahlender.Auch wenn Ihnen kritische Überlegungen meinerseits anscheinend gegen den Strich gehen (siehe letzte Diskussion hier), möchte ich gegen Ihren Artikel hier einen Einwand einbringen, der anscheinend nicht nur mir wichtig ist. Sie erwecken den Eindruck, dass es unbedenklich für Journalisten sei, Geschenke bis zu 50 Euro anzunehmen. Auch unter Ihren Kollegen wird dies teilweise kritisch gesehen, wie man es aus Fachgesprächen und Diskussionen in Ihrer Berufsgruppe lesen kann. Martin Fiedler hielt 2010 im Rahmen der Münchner Mediengespräche zum Thema Medien und Politik ein Referat unter der Überschrift „Kritiklose Übernahme oder rücksichtslose Kritik? Ich zitiere aus dem Referat: „Geschenkkorb nicht unproblematisch“ „Auf die Frage, ob nicht die Einflussnahme schon früher anfange, und zwar mit kostenlosen Reisen, Geschenken, Einladungen und ähnlichem, antwortete Frühbrodt: „Die Gefahr besteht sicher, aber es wird schwieriger.“ Vielen Unternehmen fehle heute ganz einfach das Geld für großzügige Reisen und Geschenke, wie noch zu Zeiten des Börsenbooms und der „New Economy“ in den 1990er Jahren. Strengere Codices der Verlage würden zudem Vorteilsnahmen durch Journalisten erschweren. Bei der Welt beispielsweise sind dem Journalisten keinerlei Rabatte oder kostenlose Reisen erlaubt. Zweiteres zumindest nicht ohne Sondergenehmigung durch den Chefredakteur. Durch die Redaktionsausdünnung hätten aber viele Journalisten sowieso keine Zeit mehr an Reisen teilzunehmen. Trotzdem sei der Geschenkkorb von Unternehmen zu Weihnachten als Dankeschön für die gute Zusammenarbeit durchaus problematisch. Außerdem, bemängelte Frühbrodt, dass es die Verlage selbst oft nicht so genau mit den Regeln nähmen. Unternehmen seien immerhin wichtige Anzeigenkunden.“ (entnommen: BayernForum der Friedrich-Ebert-Stiftung (Hg.): Medien und Politik, Martin Fiedler, Kritiklose Übernahme oder rücksichtslose Kritik? (2010) S. 86 |
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unbekannt (242 Kommentare) am 21.01.2012 12:28
Mehr TransparenzIch hätte gerne mehr Transparenz von Seiten der MainPost:1. Wie haben sich die Abonnentenzahlen entwickelt? 2. Wie haben sich die Absatzzahlen der MainPost im freien Verkauf entwickelt? 3. Wer sind die großen Werbekunden? 4. Welche Produkte werden im Portfolio vertrieben, wer sind die Anteilseigner der Auftraggeber von Druckerzeugnissen? 5. Wenn es Missbrauchsfälle in Familien von MainPost-Lesern gäbe, würde man da reflexartig erwähnen, dass sie MainPost-Leser seien? 6. Wenn BobbyCar-Geschenke (ca. Neupreis 30 €) an Präsidenten medial inszeniert werden, warum darf dann die Zeitungsfrau bzw. der Zeitungsmann Geschenke bis 50€ erhalten? Warum überhaupt Geschenke? 7. Welche Geschenke bekamen 2011 die Redakteure und von wem? Jetzt, für mich interessantere, themenspezifische Fragen zur Transparenz: 8. Warum griff die MainPost bei einer Diskussion 2009 um ein europäisches Infrastrukturprojekt in der Region nicht Äußerungen im Forum um eine extremistische Vereinigung in Thüringen östlich der A71 auf, um zu recherchieren? (Mit Verweis auf die damals nicht gelöschte Site: "www.heimatschutz-thueringen.de") 9. (steht nicht im Zusammenhang mit 8.) Warum erwähnte die MainPost am 17.9.2009 in der Berichterstattung zu diesem Infrastrukturprojekt nicht, dass neben den beiden Mitgliedern der Bürgerinitiative, C.Roth und C. Özdemir von den GRÜNEN, in einem kleinen, erlauchten Kreis zeitgleich auch der ehemalige Vorstandsvorsitzende des seinerseits größten Rüstungsexporteurs der Bundesrepublik weilte? Zu Zeiten des kalten Kriegs war dieser ein ausgemachter Fachmann für das SDI-Programm ("Krieg der Sterne"). Ist das für GRÜNE nicht ein Tabubruch allerster Güte, zumal die Gründung aus der Friedensbewegung herrührte? Bei aller Juchtenkäferkompetenz, aber Marder, Tiger, Leopard, Milan, Iltis, Fuchs,… sind andere Tiere. Da sollten GRÜNE und die, die von einer besonderen Spezies schulisch indoktriniert wurden, geradezu einen Anspruch auf Transparenz haben dürfen. Hatten die MainPost-Journalisten da gerade mal keinen Bock auf Recherche und Transparenz oder ist das einfach zu unwichtig? Ein freier Journalist eines MEDIUMS darf sich eben nicht parteipolitisch motiviert zum MeinungsFÜHRER machen lassen. 10. Gibt es in einer Medienoligarchie sogar auch regionale, schädliche Medienmonopole mit ihren Auswüchsen wegen fehlender Vielfalt? Anm.: Ich trete alle Rechte an Rechtschreibfehlern, Anführungszeichen,… an den Nächstbesten ab |
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hatzi (8 Kommentare) am 22.01.2012 17:24
Kodex des PresseratesDie Unabhängigkeit von Journalisten muß doch sehr kritisch angesehen werden. Ich möchte keinen Journalisten zum Freund oder guten Bekannten haben, da kann man schnell in eineböse Falle von Falschmeldungen, schlecht recherchierten Berichten oder miesen Kommentaren geraten. In Bezug auf die Affäre Wulff und dessen unmögliche Drohung an die Bildzeitung sei jedoch auch erwähnenswert, was vor einigen Tagen in einer TV-Talkshow mit hochaktuellen Gästen von der "linken" Chefredakturin bder "taz" gesagt wurde,.Sie erwänte sinngemäß, daß "wir Journalisten auch Falschmeldungen produzieren und miese Schlagzeilen verfassen, und dann auf berechtigte Anrufe von Politikern u.a. uns entschuldigen". . Ich habe seitens des Leseranwaltes bzw. der Main-Post so etwas noch nicht vernommen.. Wie wäre es wenn die MP sich bei Berichten und Kommentaren, die auch nicht immer wahrheitsgemäß sind, aber schlagzeilenträchtig, ähnlich wie die "taz" entschuldigen würde ?? |
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