publiziert: 01.01.2010 19:18 Uhr
aktualisiert: 01.01.2010 20:02 Uhr
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Eine Familie in großen Nöten

Mutter wurde arbeitslos und ist jetzt krank

Die kleine Sophia ist der einzige Sonnenschein, der ihren Eltern Jürgen und Yvonne (Namen von der Redaktion geändert) geblieben ist. Ansonsten sieht die Welt vor allem für Yvonne seit einiger Zeit trüb und dunkel aus. Und dabei ging es den Dreien mal richtig gut. Aber davon zeugt fast nur noch das Fotoalbum.

Jetzt ist die Wohnung nur wenig geheizt, eigentlich zu kalt, um sich dort den ganzen Tag aufzuhalten. Aber das muss Yvonne, denn ihr Bewegungsradius ist völlig eingeengt – sie hat kein Geld, um etwas zu unternehmen.

Wovon sie lebt? Von dem Kindergeld, das ihr für ihre große und für Yvonne, ihre kleine Tochter, zusteht. Davon zahlt sie ihren Krankenkassenbeitrag, der für sie überlebensnotwendig ist, denn ihre bedrückende Situation hat sie krank gemacht. Sie hat in diesem Jahr eine Niere verloren und sieht sich als zu 50 Prozent Behinderte vom Arbeitsmarkt entfernter denn je.

Ins finanzielle Nichts – denn für sie selber gibt es zurzeit von staatlicher Seite nicht einen einzigen Cent – hat sie ihrer Meinung nach der Behörden- und Bestimmungsdschungel getrieben. Bis zum Oktober 2007 hatte sie im Büro ihres selbstständigen Lebensgefährten Jürgen gearbeitet. Er musste ihr kündigen – im Zuge seiner eigenen, mit vielen Fragezeichen versehenen Insolvenz.

Für drei Köpfe

In der aktuellen Situation kämpft er ums finanzielle Überleben. Von den 800 Euro, die er im Schnitt monatlich heimbringt, muss der Lebensunterhalt für drei Köpfe bestritten werden. Sind Miete und Heizkosten bezahlt, bleibt nicht mehr viel übrig. Morgens Brötchen zu essen, das ist nicht mehr drin.

Auf der Strecke geblieben ist Yvonne. Ab November 2007 erhielt sie zunächst ein Jahr lang Arbeitslosengeld, aber seit sie im Oktober 2008 den Antrag auf Hartz IV gestellt hat, verfügt sie über keine eigenen Mittel mehr. Dem Antrag wurde bis heute nicht entsprochen, weil sie mit Jürgen in einer Bedarfsgemeinschaft lebe.

Hausratversicherung, Unfall- und Rentenversicherung, das sind alles Fremdworte für sie geworden. Wenn Töchterchen Sophia schwimmen gehen möchte, kann sie ihr das Eintrittsgeld nicht geben. Und der Stuhl, den sich das Mädchen wünscht, damit es am Tisch in seinem Zimmer Hausaufgaben machen kann, ist auch nicht finanzierbar.

Würde nicht die Oma manchmal etwas zuschießen und der großen Tochter trotz ihrer eigenen Schwierigkeiten hin und wieder 10 oder 20 Euro abgeben, bliebe der Kochtopf häufig ganz leer. Die verzweifelte Lage drückt Yvonne eigentlich in jedem Moment, denn mit der angegriffenen Gesundheit geht eine Verschlechterung der Augen einher. Aber selbst von einer neue Brille kann sie nur träumen.

Von unserer Mitarbeiterin Karin Nerche-Wolf
    
    

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