aktualisiert: 21.06.2010 19:20 Uhr
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BERGTHEIM
Auch im Alter zu Hause geborgen
„Wohnen plus“ in Bergtheim
Zuhause in den eigenen vier Wänden seinen Lebensabend verbringen – das möchte wohl jeder. In Bergtheim (Lkr. Würzburg) engagieren sich Menschen im Projekt „Wohnen plus – Betreutes Wohnen zu Hause“ ehrenamtlich dafür, diesen Wunsch wahr werden zu lassen.
Anita Linz ist ehrlich. „Eigentlich hatte es einen ganz egoistischen Grund, dass ich mich entschlossen habe, mich für Senioren zu engagieren.“ Auch sie träumt davon, möglichst nicht ins Altenheim gehen zu müssen. Sie hofft im Alter noch genügend Ansprache zu haben und liebe Menschen um sich herum, die das ermöglichen.
Doch weil sie weiß, dass solche Dinge nicht von alleine passieren, hat sie beschlossen, für ihren eigenen Traum zu arbeiten, in dem sie ihn schon heute für andere in Erfüllung gehen lässt. Je selbstverständlicher im Ort auch im Alter Hilfe untereinander wird, umso eher werde sie zu gegebener Zeit selbst einmal davon profitieren, schlussfolgerte sie.
In Petra Barthelmes, Silvia Scheuplein, Roswitha Neubeck oder Willi Rösner – um nur einige zu nennen – fand sie ähnlich denkende Mitstreiter. Gemeinsam planten sie, sich um die ältere Generation zu kümmern. Einkaufen, Botengänge erledigen, Senioren bei Arztbesuchen und Behördengängen unterstützen, Angehörige entlasten und einfach ein offenes Ohr haben für die Bedürfnisse (allein lebender) älterer Bürger – das wollten sie.
Schnell war klar: Hilfe anbieten ist das eine, aber jemanden finden, der sie annimmt, das andere. „Da kamen wir dann ins Spiel“, berichtet Vanessa Kowarik, Assistentin des Vorstands der Sozialstation St. Gregor in Fährbrück. Franziska Kreisel, 2007 im Vorstand von St. Gregor, machte unter dem Dach des Vereins, der mehrere Angebote der Altenhilfe vorhält, das Projekt „Wohnen plus“ zu ihrer Herzensangelegenheit – und zu einem Baustein im Konzept von St. Gregor. Mit Erfolg. Da an die Sozialstation ohnehin immer wieder Senioren mit der Bitte um Hilfe und Unterstützung herantreten, ist der Draht zu möglichen Nutznießern kurz.
Nachbarschaftshilfe funktioniert
Trotzdem müssen sich die ehrenamtlichen Helfer immer noch vielen anderen als den ursprünglich vorgesehenen Aufgaben stellen. Bisher ist konkrete Hilfe im Alltag eher selten nötig – „weil Nachbarschafts- und Familienhilfe im Dorf noch funktionieren“, sagt Roswitha Neubeck. Gefragt sind eher Aktivitäten außer Haus. Wie der Seniorennachmittag, Ausflüge oder Fahrten ins Seniorenkino. Neubeck freut's. Denn sie fühlt sich wohl als Kursleiterin beim Seniorentanz. An Besuchsdiensten hätte sie weniger Spaß.
In harten Stunden hilft allen, was Anita Linz in Worte fasst, die im Juni 2009 die Betreuung des ehrenamtlichen Projektes von Franziska Kreisel übernommen hat: „Wenn man spürt wieviel Dankbarkeit uns die Menschen immer wieder entgegenbringen, dann wird man wie auf Flügeln getragen und denkt: Eigentlich haben sie mir jetzt mindestens so viel gegeben wie ich ihnen.“

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