aktualisiert: 12.12.2009 10:40 Uhr
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WÜRZBURG
Aktion "Zeichen setzen": Preise verliehen
"SymPaten" erhalten ersten Preis - Bürgerschaftliches Engagement gewürdigt
Mehrere Monate lang lief die Serie „Zeichen setzen“ in den Zeitungen der Mediengruppe Main-Post, am Freitagabend wählte eine Jury unter 15 vorgestellten Gruppen drei Gewinner aus.
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Freude über die Auszeichnung und das Preisgeld bei Harald Ebert, Lisa Fink (links) und Agnieszka Paterman, die das Projekt „SymPaten“ der Don-Bosco-Schule in Würzburg betreuen.FOTOs Theresa Müller -
Den Preis der Mediengruppe Main-Post – im Bild Geschäftsführer David Brandstätter – überreichte Professor Doris Rosenkranz (rechts) an (von links) Sorya Lippert, Filiz Acar, Elisabeth Heil, Susanne Berweck vom Interkulturellen Begegnungszentrum für Frauen in Schweinfurt.
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Den Preis des Erwachsenenbildungshauses Klaus von Flüe überreichte Leiterin Martina Reinwald an Burkhard Hose (Mitte) und Stefan Lutz-Simon vom Bündnis für Zivilcourage Würzburg.
Den ersten Preis erhält das Projekt „SymPaten“ der Sonderberufsschule Don Bosco in Würzburg. Er ist mit 3000 Euro dotiert, die die Fürstlich Castell'sche Bank bereitstellt. Sie ist seit dem Jahr 2004 Sponsor der Aktion.
Die Preise wurden am Freitagabend im Casino der Mediengruppe in Würzburg vergeben. Die Festrede hielt Barbara Stamm, die Präsidentin des Bayerischen Landtags. Die Gäste begrüßte Michael Reinhard, Chefredakteur der Mediengruppe Main-Post.
Preisverleihung von Zeichen setzen
Mit dem Sonderpreis der Mediengruppe Main-Post wurde in diesem Jahr das Interkulturelle Begegnungszentrum für Frauen in Schweinfurt ausgezeichnet. Das Preisgeld beträgt 1000 Euro.
Der Sonderpreis des katholischen Erwachsenenbildungshauses Klaus von Flüe (Schwarzach) geht an das Bündnis für Zivilcourage in Würzburg. Er ist mit 500 Euro dotiert.
Landtagspräsidentin Barbara Stamm forderte die Zuhörer auf, sich einmal vorzustellen, wie es ohne die vielen Engagierten in den Vereinen, Verbänden und kirchlichen Einrichtungen aussähe. Sie bezog sich auf eine Karikatur von Thomas Plaßmann (siehe Seite „Meinung“), auf der Stadtbedienstete vor einem mehr oder weniger zertrümmerten Modell ihrer Stadt stehen. Einziger Kommentar ist: „Wir haben aus dem Modell einmal alle ehrenamtlichen Leistungen herausgerechnet.“
Besser könne man den materiellen und ideellen Wert der ehrenamtlichen Arbeit für unsere Gesellschaft nicht beschreiben, so Stamm.
Selbsthilfegruppen, Bürgerinitiativen, Vereine und insbesondere die Bürgervereine seien nicht mehr wegzudenken: „Sie sind eine unverzichtbare Größe in unserem Gesellschaftssystem, besonders dort, wo Menschen auf andere Menschen angewiesen sind. Jede und jeder Ehrenamtliche ist unverzichtbar, auch wenn ihre Aktivitäten offenbar nicht medientauglich sind.“
Es müsse deutlich gemacht werden, dass es großartige Menschen gibt, die nicht auf dem Egotrip sind. Das Ehrenamt müsse von Bürokratie entlastet werden, sonst zermürbe man die Ehrenamtlichen, forderte Stamm. Denn sie sollten Zeit für und Freude am Ehrenamt haben.
„Umso mehr begrüße ich die von der Mediengruppe Main-Post und dem Bildungshaus Klaus von Flüe ins Leben gerufene Berichtsserie über Aktionen von Mensch zu Mensch, von denen heute Abend einige prämiert werden“, lobte Stamm. Diese Menschen seien die „wahren Helden des Alltags“.
Den Förderpreis in Höhe von 3000 Euro für das Projekt „SymPaten“ überreichte Klaus Vikuk, Vorstandsmitglied der Fürstlich Castell'schen Bank. Er bezog sich launig auf den FC Bayern München und dessen soziales Engagement und betonte, „Hilfe und Beistand für andere, das haben sich auch unsere heutigen Gewinner auf ihre Vereinsfahne geschrieben“. Eines hätten sie mit dem FC Bayern gemeinsam: Sie begleiten die, die auf dem eigenen Lebensweg benachteiligt sind.
Durch Probleme im Job, Konflikte mit den Eltern sowie fehlendes Lebensmanagement gerieten junge Menschen schnell ins Abseits. „Der zu prämierende Verein „SymPaten“ betreut und unterstützt diejenigen, die es nur bis zum Rand des Spielfeldes schaffen, damit diese wieder ins wirkliche Spiel zurückfinden“, so Vikuk über den ersten Preisträger.
Durch die Vermittlung von einigen erfahrenen „Alten Herren“ sowie jungen und talentierten Spielern nehme sich dieser „kleine FC Bayern München“ seiner Schützlinge an. Aus den Sorgenkindern sollen dann eigenständige Profis werden, die im Rahmen ihrer Möglichkeiten die manchmal widrigen Slalomstangen des Lebens umkurven lernen. „Daher gratuliere ich den 'SymPaten' herzlich zum diesjährigen Meistertitel der Aktion 'Zeichen setzen'. Verdientermaßen sichern Sie sich durch Ihre Anstrengungen den Siegerpokal mit der Siegprämie der Fürstlich Castell'schen Bank“, so Vikuk.
Den Sonderpreis der Mediengruppe Main-Post überreichte Professor Dr. Doris Rosenkranz, die im Studiengang Soziale Arbeit der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt lehrt. Sie zitierte die Statistik, die belegt, dass 24 Prozent der ausländischen Mitbürger ehrenamtlich engagiert sind. Das Besondere am Interkulturellen Begegnungszentrum sei, dass es von Frauen für Frauen getragen werde.
Martina Reinwald, die Leiterin des Erwachsenenbildungshauses Klaus von Flüe, überreichte den Sonderpreis ihres Hauses und bescheinigte den Gründern des Würzburger Bündnisses für Zivilcourage, dass sie an ihre Sache glauben und sich gegen einen Pessimismus stellen, von dem nichts zu erwarten ist.

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