aktualisiert: 02.12.2011 18:23 Uhr
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AUB
Hochkultur für das flache Land
Ars Musica Aub: Ein paar rührige Enthusiasten sorgen für Vielfalt und Kontinuität
Ausstellungen, Konzerte, Liederabende, musikalische Lesungen, (Tanz-)Vorführungen, Vorträge – wer Wert auf anspruchsvolle kulturelle Angebote legt, muss in ein Oberzentrum gehen. Also nach Würzburg oder Schweinfurt. Oder in die unterfränkische Peripherie – nach Aub. Das ist zwar eine der kleinsten Städte Bayerns, aber dank Ars Musica Aub wird hier ein kulturelles Leben mit so manchem Glanzlicht geboten, das seinesgleichen sucht – nicht nur gemessen an der Zahl der gut 1500 Einwohner. „Wir wollen kulturelle Veranstaltungen aus allen Bereichen mit Schwerpunkt zeitgenössischer Kunst durchführen, der urbanen Kultur neuen Schwung verleihen, sie wiederbeleben und stärken“, sagt Johannes Wolf, Mitbegründer und treibende Kraft von Ars Musica.
Der Name stand ursprünglich für die private Initiative einer studentischen WG: Musik liebende Leute, die einerseits Räumlichkeiten für Konzerte suchten, andererseits ein lange leer stehendes, denkmalgeschütztes Gebäude am Marktplatz wieder öffentlicher Nutzung zuführen wollten. Ausleger und Schrift an der Fassade künden noch vom ehemaligen Gasthaus „Zum Hirschen“, darüber, zwischen den Giebelfenstern, steht seit 1991 „ARS MUSICA AUB“. Seither fungiert das schmucke Haus als Veranstaltungs-, Fortbildungs-, Tagungsort, Musikschule und Heimstatt des vor zwölf Jahren gegründeten gleichnamigen Vereins.
„Der aktive Kern, sechs bis sieben der rund 40 Mitglieder, kümmert sich um das Veranstaltungsprogramm“, berichtet Eva-Maria Wulftange, die dem Führungskreis angehört. „Das umfasst einschließlich der seit langem etablierten Reihen ,Auber Frühlingfest' und ,Auber Kulturherbst' jährlich gut 30 Darbietungen.“
Ausgefallene Projekte
Darunter befinden sich manch wagemutige, ausgefallene Projekte, die bei professionellen Anbietern den Stempel „nicht realisierbar“ bekämen. „Schon mehrfach konnten wir sparten- und gruppenübergreifende Vorhaben umsetzen und ganz viele Bürger und Mitglieder der anderen Vereine zum Mitmachen animieren“, erzählt Wolf. Teilweise wurde die ganze Stadt, ihre öffentlichen und „vergessenen“, nicht mehr genutzten Räume zur Bühne gemacht. „Klangwege in Aub“, „Prozessionsnacht“, „Leerstand Aub“, „Schleierflug“, jüngst zum Jubiläum anlässlich des 20-jährigen Ars-Musica-Bestehens die Stationenoper „Der Weg des Pilgers“, das sind beeindruckende (mehrstündige) Veranstaltungen.
Nicht nur toll anzuschauen, sondern mit erstaunlichem Effekt auf den bürgerlichen Gemeinsinn, den Zusammenhalt – und sie bringen viele Menschen von außerhalb in das Gollachstädtchen. Wolf, im Berufsleben Musiklehrer in Würzburg, hat ganz offenbar ein glückliches Händchen für die (nicht kommerziell orientierten) Projekte ebenso wie für die mitwirkenden Profis und Laien. „Alle machen mit, ziehen an einem Strang“, statt danach zu schielen, welcher Verein bei seiner Veranstaltung mehr Besucher hat. Das Ziel, Kultur in die Stadt zu bringen, verfolgt Ars musica Aub mit bemerkenswerter Kontinuität. Und: Das Konzept trägt sich. Andernorts fließt ordentlich öffentliche Förderung in öffentliche Einrichtungen, hier finanziert sich Kultur weitgehend durch Eintrittsgelder, Mitgliedsbeiträge, Spenden, Eigenleistungen.
Finanzierung aus eigener Kraft
Die Einnahmen dienen der Aufwandsentschädigung der Künstler und zur Förderung der Kultur. Bestes Beispiel dafür, wie viel sich mit hoher Bürgerbeteiligung bewegen lässt, ist das 2004 eröffnete Fränkische Spitalmuseum. Eines der von Ars musica mit angeregten und unterstützten Großprojekte, für das es öffentliche Mittel gab.
Damit kein falscher Eindruck entsteht: Finanzielle Aspekte stehen bei Ars Musica sicher nicht im Vordergrund – viel mehr der Spaß an der Beschäftigung mit Kunst –, aber natürlich freuen sich die Macher auch über positive Publicity und eine pekuniäre Auszeichnung wie 2005 beim Wettbewerb „Respekt!Kultur!“.
„Weil viele unserer Aufführungsorte einen intimen Charakter haben, ermöglichen sie eine intensive Kommunikation zwischen Künstlern und Publikum. Das schätzen viele Künstler, das macht sie zu ,Dauergästen'. Und beim Publikum sorgt das im Verbund mit der Kontinuität und Qualität der Veranstaltungen für beständige Anbindung an unsere Veranstaltungsreihen“, sagt Wulftange. Auch ungewöhnliche künstlerische Ausdrucksformen würden bei der Bevölkerung, die ein breites kulturelles Bewusstsein entwickelt habe, gut akzeptiert.
Und wenn mal eine Veranstaltung nicht so gut besucht sei oder weniger Anklang finde, sei das auch keine Katastrophe. „Dann sorgt sie wenigstens für neuen Gesprächsstoff“, lacht Wulftange.
So bewerben Sie sich:
Vier Förderpreise sind 2011 im Rahmen der Aktion „Zeichen setzen“ ausgeschrieben. Die Mediengruppe Main-Post und das Lernwerk Volkersberg würdigen mit dieser Aktion bürgerschaftliches Engagement. Den ersten Preis, 3000 Euro, stiftet seit 2004 die Fürstlich Castell'sche Bank. Zu gewinnen sind auch Sonderpreise der Main-Post mit 1000 und des Lernwerk Volkersberg mit 500 Euro. Die Bürgerstiftung der VR-Bank Würzburg beteiligt sich zum zweiten Mal an „Zeichen setzen“. Sie hat einen Förderpreis von 1500 Euro ausgeschrieben, speziell für freiwilliges bürgerschaftliches Engagement im Raum Würzburg.
Die Preisübergabe ist bei einem Ehrenabend mit dem Kabarettisten Frank-Markus Barwasser, bekannt als Erwin Pelzig, am 16. Dezember in Würzburg. Bewerbungen für die Förderpreise und einen Zeitungsbeitrag ab sofort bis spätestens 1. Oktober an:
Main-Post GmbH & Co. KG
Berner Straße 2
97084 Würzburg
Ihre Ansprechpartner:
Gabriele Kauer, (09 31) 60 01 - 2 45
Fax: (09 31) 60 01 - 3 46
E-Mail: zeichensetzen@mainpost.de
Lernwerk Volkersberg
Volkersberg 1
97769 Bad Brückenau
Ihre Ansprechpartnerin:
Martina Reinwald (0 97 41) 91 32 90
E-Mail: zeichensetzen@volkersberg.de
ONLINE-TIPP
Informationen rund um die Aktion „Zeichen setzen“, die Bewerbung, die Kriterien für die Preisvergabe sowie bereits erschienene Beiträge finden Sie im Internet unter
www.mainpost.de/specials/zeichensetzen www.lernwerk.volkersberg.de

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