publiziert: 04.05.2012 19:05 Uhr
aktualisiert: 26.09.2012 16:04 Uhr
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Mit den Alltagssorgen nicht alleine

Die CaritasPaten Bad Neustadt helfen Menschen, Hürden zu meistern
  • Foto: nerche-wolf
    Eingespieltes Team: Max und seine CaritasPatin Rosemarie Bauer. Hinter ihnen Hedwig Heinisch, „Schaltstelle“ für die CaritasPaten, und Bernd Hohmann, der sich ebenfalls als CaritasPate engagiert.
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Rosemarie Bauer und Bernd Hohmann haben einiges gemeinsam: Sie sind nicht mehr berufstätig, verfügen über reiche Lebenserfahrung und möchten anderen Menschen helfen. Als CaritasPaten springen sie in Situationen ein, die für die Betroffenen eine schwierige Hürde bedeuten, und bemühen sich, ihnen den Weg etwas zu ebnen.

So übernimmt Bernd Hohmann, den eine Krankheit aus seiner eigenen Bahn geworfen hat, gerne die Begleitung, wenn Menschen vor einem Behördengang stehen, von dem sie sich überfordert fühlen. Das sind meist Personen mit Migrationshintergrund, die mit der deutschen Bürokratie nicht zurechtkommen, aber auch Alteingesessene, die keine Chance sehen sich in den Bestimmungen zurechtzufinden und die Konsequenzen daraus für sich nicht überblicken können.

Hohmann. Er geht mit zur Krankenkasse, wenn es um existenzielle Fragen geht, und formuliert Widersprüche. Dabei stößt er gelegentlich auch an Grenzen, die ihn in Gewissenskonflikte bringen – und er bekommt Rückendeckung von seinen „Auftraggebern“. Denn für die CaritasPaten gibt es beim Caritasverband Rhön-Grabfeld eine „Schaltstelle“: die Diplom Sozialpädagogin Hedwig Heinisch, die Hilfesuchende und ehrenamtliche Helfer zusammenbringt. Sie weiß aus den Beratungsdiensten der Caritas, wem mit welcher Tätigkeit das Leben leichter gemacht werden kann, und sie kennt die Fähigkeiten der Ehrenamtlichen, die sich bereit erklärt haben, als CaritasPate aktiv zu werden. Sie vermittelt auch, dass Konflikte dann beispielsweise in der Suchtberatungsstelle oder der Erziehungsberatung geklärt werden.

Weitere Unterstützung erhalten die CaritasPaten durch regelmäßigen Austausch. Ein Ausweis legitimiert ihr Handeln und ermöglicht ihre Anwesenheit auch in einer Arztpraxis, in der komplexe Probleme besprochen werden, womit die Betroffenen alleine überfordert wären.

Für die unterschiedlichen Anforderungen kann Hedwig Heinisch rund 25 CaritasPaten aus allen Alters- und Berufsgruppen einsetzen.

Für Rosemarie Bauer war der CaritasPaten-Ausweis schon hilfreich: Sie kann damit in der Schule das Fachbuch ausleihen, das sie für ihren zwölfjährigen Schützling Max braucht, und ein klärendes Gespräch mit seinen Lehrern führen. Rosemarie Bauer ist pensionierte Lehrerin und bringt sich im Rahmen der CaritasPatenschaft in kostenlose Nachhilfe ein, die zugleich integrativ wirkt und für sie selbst gelebte Völkerverständigung bedeutet.

Verschiedene Probleme führten die Mutter von Max zur Erziehungsberatungsstelle der Caritas. Auf dem Hintergrund der russischen Heimat und der dadurch bedingten Sprachschwierigkeiten empfahl sich fachkundige Unterstützung, die Rosemarie Bauer gerne und mit Erfolg bietet: So hat sich die Deutschnote von Max in einem Jahr von vier auf zwei verbessert. Wenn's um Mathe geht, wird es für beide Seiten richtig spannend, denn die aktuellen Anforderungen muss sich die Lehrerin selbst erst wieder erarbeiten.

Dankbar für Rosemarie Bauers Hilfe ist besonders die Mutter von Max. Statt barer Münze zur Entlohnung bietet die Familie etwas anderes: freundschaftliche Gefühle, Einblicke in ihre Kultur und Vergangenheit und einen leckeren russischen Kuchen – gebacken und dekoriert für einen Menschen, der die Nöte eines Jungen ernst nimmt und für seine Zukunft wichtige Weichen stellt.

So bewerben Sie sich

Vier Förderpreise sind 2012 im Rahmen der Aktion „Zeichen setzen“ ausgeschrieben. Die Mediengruppe Main-Post und das Lernwerk Volkersberg würdigen seit zehn Jahren bürgerschaftliches Engagement. Den ersten Preis, 3000 Euro, stiftet seit 2004 die Fürstlich Castell'sche Bank. Zu gewinnen sind auch Sonderpreise der Main-Post mit 1000 und des Lernwerk Volkersberg mit 500 Euro. Die Bürgerstiftung der VR-Bank Würzburg beteiligt sich wieder mit einem Förderpreis von 1500 Euro.

Almaz Böhm hat in diesem Jahr die Patenschaft übernommen. Sie ist die Ehefrau von Karl-Heinz Böhm, der die Äthiopienhilfe „Menschen für Menschen“ gegründet hat. Die Preisübergabe ist bei einem Ehrenabend mit Almaz Böhm am 30. November 2012. Zum zehnjährigen Bestehen der Aktion können sich alle Initiativen erneut bewerben, die schon vorgestellt wurden:

 

Main-Post GmbH & Co. KG

Berner Straße 2

97084 Würzburg

Ute Schlichting (09 31) 60 01 - 382

Fax: (09 31) 60 01 - 346

E-Mail: zeichensetzen@mainpost.de

 

Lernwerk Volkersberg

Volkersberg 1

97769 Bad Brückenau

Martina Reinwald (0 97 41) 91 32 90

E-Mail: zeichensetzen@volkersberg.de

ONLINE-TIPP

Informationen rund um die Aktion „Zeichen setzen“ sowie bereits erschienene Beiträge finden Sie unter

www.mainpost.de/zeichensetzen www.lernwerk.volkersberg.de

Von unserer Mitarbeiterin Karin Nerche-Wolf
    
    

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