aktualisiert: 06.02.2012 17:56 Uhr
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Eishockey: Bayernliga
ERV setzt ein Ausrufezeichen
Punkterekord in der Bayernliga nach dem eindrucksvollen Sieg in Bayreuth
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So jubeln Sieger: Die Schweinfurter Mighty Dogs Marcel Juhasz, Josef Eckmair, Andreas Kleider und Martin Dürr (von links) feiern Kleiders Treffer zum 1:0 in Bayreuth in der zweiten Spielminute. Am Ende siegten die Mighty Dogs mit 5:2 und sicherten sich souverän den ersten Platz nach der Hauptrunde.Foto: Peter Mularczyk
EISHOCKEY
Bayernliga EHC Bayreuth – ERV Schweinfurt 2:5 (1:1, 0:2, 1:2)
„Keine Mannschaft gewinnt alle Heimspiele“, orakelte ERV-Manager Steffen Reiser nach dem Sonthofen-Spiel mit Blick auf die anstehende Partie um Platz eins in Bayreuth. Knapp 48 Stunden und 60 engagierte Spielminuten später strafte ihn sein Team keine Lügen. Denn mit einer kämpferisch wie spielerisch hervorragenden Leistung stürmten die Schweinfurter die bisherige Festung Bayreuth und sicherten sich so zum Abschluss der Hauptrunde den für das Heimrecht in einem möglichen Halbfinale wichtigen Platz eins der Tabelle.
„Ich bin heute sehr zufrieden mit meiner Mannschaft“, strahlte Mighty Dogs-Trainer Viktor Proskuryakov, an dessen Outfit man ablesen konnte, wie empfindlich kalt es in Oberfranken an diesem Abend war. Selbst er, der sonst stets im Sakko an der Bande steht, hatte diesmal zur warmen Stadionjacke gegriffen. „Wir haben alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Wir haben schnell und mit viel Körpereinsatz gespielt, ein sehr gutes Forechecking betrieben“, benannte der Russe die Gründe für den verdienten Erfolg. Natürlich habe man in der ein oder anderen Situation auch das nötige Glück beziehungsweise mit Benjamin Dirksen erneut einen sehr starken Rückhalt im Tor gehabt, fügte er an und wurde somit auch der guten Leistung der Gastgeber gerecht, die den Schweinfurtern über 60 Minuten einen großen Kampf lieferten.
Hoffnung auf ein Wiedersehen
Nicht unglücklich war daher auch sein Gegenüber, der Ex-Mighty Dogs und jetzige Spielertrainer der Bayreuther, Sergej Waßmiller, mit dem, was sein Team angeboten hatte. „Uns hat die Frische und Spritzigkeit gefehlt, da wir in den vergangenen Wochen sehr hart trainiert haben. Das Team hat aber alles gegeben und wollte unbedingt gewinnen. Wir haben einfach zu viele Chancen ausgelassen“, bilanzierte Waßmiller wohl auch mit Blick auf die vier Pfostentreffer seiner Mannschaft.
Die Frage, ob die Niederlage gegen seinen alten Verein besonders weh getan habe, ließ er dagegen unbeantwortet. Stattdessen betonte er, dass der Sieg der Mighty Dogs „voll in Ordnung“ geht und fügte an: „Ich hoffe wir treffen Schweinfurt im Halbfinale oder am besten im Finale wieder.“
Dagegen hätte auch Steffen Reiser nichts einzuwenden. Schließlich richtete sich sein Blick sofort in die Zukunft. Kein Feiern des Bayernliga-Punkterekords von 73 Zählern nach der Hauptrunde, kein Sonnen im bislang Erreichten – er und Proskuryakov lebten der Mannschaft vor, dass der Weg in dieser Saison noch deutlich weiter gehen soll. „Es gibt keine leichten Gruppen mehr“, griff Reiser vordergründig, mit Blick auf die vermeintlich lösbareren Zwischenrunden-Aufgaben gegen Memmingen, Weiden und Königsbrunn in die Phrasenkiste, um sofort eine fundierte Begründung dieser Sicht nachzuschieben: „Memmingen hat eine überragende Rückrunde gespielt und ist in bestechender Form. Auch Weiden hat in dieser Saison schon mehrfach gezeigt, dass sie an guten Tagen jedes Team schlagen können.“ Nur Königsbrunn verweist der Manager aufgrund finanzieller Probleme und von Spielerabgängen in eine Außenseiterrolle. Nicht jedoch, ohne im Anschluss durch die jüngsten Erfolge berechtigtes Schweinfurter Selbstvertrauen zu demonstrieren: „Wir haben uns als Ziel das Halbfinale gesetzt. Da dürfen wir uns, auch wenn es nicht leicht wird, in dieser Gruppe nicht aufhalten lassen.“
Mit den Fans im Rücken werde dies gelingen, ist Reiser überzeugt. „Wir haben durch die jüngsten Erfolge wieder so etwas wie eine kleine Eishockey-Euphorie in Schweinfurt geschaffen“, hofft Reiser, dass sich diese in der am Freitag gegen Memmingen (20 Uhr, Icedome) beginnenden Zwischenrunde auch in den Zuschauerzahlen ausdrückt. Die liegen mit einem Schnitt von knapp 900 Besucher pro Spiel zwar über dem der Vorsaison, aber doch unter dem, was sich die Mannschaft mit erfolgreichem und attraktiven Eishockey verdient hätte.
Schweinfurt: Dirksen – Dunlop, J. Knaup, S. Knaup, Koch, Schäfer, Kleider – Nemirovsky, Funk, Filobok, Juhasz, Koskinen, Feuerfeil, Eckmair, Dürr, Schrimpf. Tore: 0:1 (3.) Kleider (Eckmair), 1:1 (10.) Geigenmüller (Potac, Müller 5-4), 1:2 (32.) Funk (Nemirovsky, Dunlop), 1:3 (38.) Nemirovsky (Filobok, Eckmair 5-4), 1:4 (48.) Juhasz (Koskinen), 2:4 (49.) Waßmiller (Bartosch, Potac), 2:5 (59.) Eckmair (Juhasz, Dunlop EN). Strafzeiten: 23 + 10 Okonek + 20 Zeilmann/29 + 10 Dunlop + 20 Dürr. Hauptschiedsrichter: Wittmann (Nürnberg). Linesmen: Mackert (Amberg)/Walter (Miesbach). Zuschauer: 1218.
ONLINE-TIPP
Eine Bilderserie vom Freitagsspiel gegen Sonthofen und die Live-Ticker zum Nachlesen finden Sie unter www.mainpost.de/sport/schweinfurt
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