publiziert: 03.02.2012 13:38 Uhr
aktualisiert: 03.02.2012 16:06 Uhr
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Leitfiguren der Schiedsrichter-Zunft

Fritz Brotzeller und Wolfgang Benzinger pfeifen ihr 1000 Handballspiel als Paar
  • Herzlichen Glückwunsch: Aus den Händen des stellvertretenden Bezirksvorsitzenden Stephan Dinkel (links) erhielten Wolfgang Benzinger (Mitte) und Fritz Brotzeller ein Präsent für 1000 Einsätze als Handball-Schiedsrichter.
    Foto: Hartmut Hess
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Ein besonderer Tag für die beiden Handball-Schiedsrichter Fritz Brotzeller aus Bergrheinfeld und Wolfgang Benzinger aus Königsberg: Sie wurden in Marktsteft für ihr 1 000. Spiel als Schiedsrichter-Team geehrt – eine Zahl für die hiesigen Handball-Geschichtsbücher.

Brotzeller pfeift seit 1982, anfangs mit seinem Vereinskollegen Günther Fey. Er schätzt, „so um die 1 300 bis 1 400 Spiele geleitet zu haben“, durch die Spiele mit seinem ersten Partner und Einzeleinsätze. Duplizität der Umstände: 1990 trafen sich Brotzeller und Benzinger beim Kaderlehrgang und standen beide alleine da, weil ihre jeweiligen Partner aufgehört hatten. „Wir haben rasch gemerkt, dass wir zusammenpassen“, erinnert sich Fritz Brotzeller, und ihre Schiedsrichter-Vita untermauert diesen Satz. Denn der Bergrheinfelder und der Königsberger stiegen stetig auf und schafften 1995 den Sprung in der B-Kader des Deutschen Handballbundes (DHB). Dort waren sie sieben Jahre im Einsatz bei Spielen bis zur 2. Bundesliga Männer und der 1. Bundesliga der Frauen.

„Das war damals ein Wahnsinns-Erlebnis“, schwelgt Brotzeller mit Benzinger heute noch vom tollsten Spiel ihrer Laufbahn. Denn sie durften Ende der 1990er-Jahre das Derby der damaligen Zweitligisten Frischauf Göppingen und SG Kronau vor 4 200 Zuschauern in der ausverkauften Göppinger Hohenstaufenhalle leiten. „Klar blieben Beschimpfungen in den langen Jahren nicht aus“, bekennt Wolfgang Benzinger. Unrühmlicher Negativ-Höhepunkt von verärgerten Fans war ein zerkratzter Autolack. Bei einem Einzeleinsatz vor langen Jahren machte Fritz Brotzeller auch die unliebsame Erfahrung, Bier ins Auto gekippt zu bekommen.

„Doch das Positive überwog immer“, versichert Wolfgang Benzinger, „sonst wären wir nicht so lange dabei“. Der 56-Jährige fungiert schon seit 1973 als Unparteiischer und dürfte seiner Schätzung nach schon weit über 1 500 Handballspiele gepfiffen haben. „Unsere Tausend Spiele wären nie möglich geworden, wenn es bei uns zwischenmenschlich nicht so passen würden“, nennt Fritz Brotzeller ein kardinales Wesens-Merkmal des Teams Brotzeller/Benzinger. Sie verstehen sich blind, funken auf einer Wellenlänge und weisen auch als Teampartner in der regeltechnischen Auslegung kaum Unterschiede auf. Sonst wäre es nicht dazu gekommen, stundenlang, tagelang und bisweilen ganze Wochenenden zusammen zu verbringen im Dienst der Schiedsrichterei. „Ohne das Verständnis unserer Frauen, wären 1 000 Spiele nicht denkbar gewesen“, weiß Wolfgang Benzinger das Verständnis seiner Gattin Andrea und von Karin Brotzeller zu würdigen.

Ungeachtet des Jubiläums hat das Duo beschlossen, nach der laufenden Saison auf Ebene der Kader des Bayerischen Handballverbandes (BHV) aufzuhören. „Arbeitslos“ werden der 57-jährige Bergrheinfelder und der 56-jährige Königsberger dennoch nicht, werden sie doch auf Bezirksebene weiter zur Pfeife greifen. Zudem haben sie seit dem Jahr 2007 die Verantwortung für die Schiedsrichter-Lehrarbeit in Unterfranken übernommen. „Wir wollen unsere Erfahrung weitergeben“, begründen sie ihre Entscheidung für die Lehrarbeit. Daneben wirkt Brotzeller noch als Schiedsrichter-Beobachter, was Wolfgang Benzinger demnächst auch nachahmen will.

Stephan Dinkel, als stellvertretender Vorsitzender im Handballbezirk für Lehre und Leistung verantwortlich, dankte dem Duo für das Engagement an der Pfeife und jetzt in der Lehrarbeit. Bezirks-Schiedsrichterwart Wolfgang Rüger schloss sich den Dankesworten an und überreichte ebenfalls ein Präsent, wie auch Vertreter der Vereine aus Bergrheinfeld und Königsberg sowie von der HG Marktsteft/Rödelsee, deren A-Jugend das Jubiläumsspiel in der Landesliga gegen die DJK Waldbüttelbrunn bestritt.

Von unserem Mitarbeiter Hartmut Hess
    
    

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