aktualisiert: 30.11.2011 10:37 Uhr
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Fußball: Bayernliga
Wohl erst ab Juli: Gerd Klaus wird neuer Trainer beim FC 05 Schweinfurt
Der 41-jährige Noch-Trainer des FSV Erlangen-Bruck wohnt in Burkardroth
Fußball-Bayernligist mit großer Tradition und aktuell kleinem sportlichen Erfolg sucht Trainer – so die Situation des FC 05 Schweinfurt bis vor ein paar Tagen. Jetzt hat Vorsitzender Markus Wolf seinem Wunschkandidaten einen Zweijahresvertrag vorlegen können und auch die Unterschrift erhalten. Die von Gerd Klaus. Die Amtszeit des 41-Jährigen wird jedoch wohl erst am 1. Juli 2012 beginnen. Bis dahin versucht er nämlich noch, mit dem Liga-Konkurrenten FSV Erlangen-Bruck die Qualifikation zur Regionalliga zu schaffen.
„Wenn ich in Schweinfurt das Flutlicht angehen gesehen habe, und dann diese Bäume ums Stadion – da hab ich mir gedacht: Hier muss ich Trainer werden“, sagt Gerd Klaus über das Willy-Sachs-Stadion („tolle Fans“), den FC 05 („super Tradition“) und das Umfeld in Schweinfurt („sehr viel Potenzial“). Und muss es ja wissen. Schließlich wohnt er in der Vorrhön, in Burkardroth, der Heimat seiner Frau. Die wiederum ebenfalls einen Bezug zu den Nullfünfern hat, da ihr Bruder und aktueller Trainer des TSV Münnerstadt, Dominik Schönhöfer, vor 20 Jahren dort auch mal gekickt hat.
Nur der wahlheimatlichen Gefühle und der Idylle des Sachs-Stadions wegen hat der Mittelfranke freilich nicht unterschrieben, zumal die Quali-Chancen mit dem auf Platz neun liegenden aktuellen Klub weitaus größer sind, als mit den Schweinfurtern. „Ich gehe von der Bayernliga Nord aus“, sagt Klaus. Mittelfristig jedoch sei mit dem FC 05 viel mehr zu bewegen. Dass er seine Planungen gerne auf längere Zeit verwirklicht, hat der Trainer, der als Vertragsspieler noch häufig gewechselt war (Nürnberg, Augsburg, Vestenbergsgreuth, Weismain, Feucht und Quelle Fürth), mit jeweils fünf Jahren in Erlangen und zuvor in Seligenporten bewiesen. „Das ist nicht einfach, da loszulassen. Wie in einer Liebesbeziehung halt.“
Die neue Liebe heißt jetzt FC 05 – was er in der Analyse des letzten Spiels vor der Winterpause in Heimstetten (0:2) unmissverständlich zur Schau stellt: „Das war in dieser Situation der falsche Gegner für uns.“ Uns! Das freut natürlich Boss Markus Wolf. Er hatte Gerd Klaus schon auf dem Wunschzettel gehabt, als seinerzeit die Wahl auf Klaus Scheer (an dessen sofortiger Rückverpflichtung die SpVgg Bayreuth intensiv interessiert ist) gefallen war. Doch da hatte Klaus noch einen Vertrag. „Er ist ein junger Trainer, der fachlich viel drauf hat“, schwärmt Wolf. „Ich verspreche mir vor allem im zwischenmenschlichen Bereich mit der Mannschaft viel.“
In der Tat: Der erste Eindruck von Gerd Klaus ist beinahe mehr der eines Spielers denn eines Trainers – ein kerniger Kumpeltyp eben. Mit einem Faible für Talente. Das ist Grundvoraussetzung in Schweinfurt angesichts begrenzter finanzieller Mittel. „Wir werden uns verstärkt in der Region umsehen“, nennt es Klaus. „Wir planen ab der neuen Saison ein sternförmiges Scouting-System in alle Himmelsrichtungen“, heißt es bei Wolf, der auch Klaus-Schwager Schönhöfer gern im Scouting-Team sähe.
Nicht die einzige heimliche Hoffnung von Wolf: „Wenn Erlangen sich jetzt auf Grund der neuen Sachlage schon im Winter von ihm trennen würde, könnte Gerd Klaus schon zur Vorbereitung übernehmen. Vielleicht mit Udo Romeis als Co-Trainer.“ „Das ist unwahrscheinlich“, kontert der Vater zweier Töchter (3 und 9 Jahre). „Der Verein hat signalisiert, mit mir noch den Aufstieg schaffen zu wollen. Und ich erfülle für gewöhnlich meine Verträge.“ Zuvor musste Gerd Klaus aber erstmal am gestrigen Abend die FSV-Spieler von seinem Vorhaben unterrichten, ein schwerer Schritt – Stichwort Liebesbeziehung.
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Die neuesten Kommentare
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SchoenerRhoener (16 Kommentare) am 03.12.2011 07:15
NeuverpflichtungKluger Schachzug mit fadem Beigeschmack, Herr Wolf: Kurz vor der Winterpause die Trainerverpflichtung für die nächste Saison bekanntgeben und dann zugeben, dass man damit auf den Rausschmiss von Gerd Klaus beim jetzigen Verein hofft. Da hat wohl einer aufgepasst, was bei dessen letzten Wechsel ablief: als Gerd Klaus seinerzeit seine Absicht bekanntgab, nach Saisonende den SV Seligenporten in Richtung des Ligakonkurrenten Erlangen zu verlassen, wurde er von den Klosterern mit sofortiger Wirkung seines Amtes enthoben. Und bei der Gelegenheit kommen die ach-so-traditionellen Schnüdel, die in jüngster Vergangenheit mehr mit Skandalen und organisatorischen Unfähigkeiten als mit sportlichen Erfolgen aufwarten über eine Art Familienzusammenführung vielleicht ja noch an einen Scout ran, mit dem man dann jetzt endlich einmal die Möglichkeit hat, die Rhön abzugrasen und der Konkurrenz aus dem Grabfeld die Talente wegzuschnappen. Dom, bleib bei Deiner erfolgreichen Arbeit als Trainer hier in der Region, hier hast Du Freunde, genießt Ansehen und förderst damit den Fußball in der Rhön. Wer weiß, wie lange das in Schweinfurt der Fall wäre. Bis zum nächsten Skandal halt. |
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meeviertel (155 Kommentare) am 01.12.2011 17:13
Sehr gute Wahl!Gerd Klaus ist ein feiner Kerl und ein Fußballtrainer mit hohem Sachverstand. Glückwunsch zur Verpflichtung! |
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