aktualisiert: 02.08.2010 15:44 Uhr
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1. FC NÜRNBERG
Club-Fans kennen keine Langeweile
Rekordabsteiger 1. FC Nürnberg ist heuer im Kampf gegen den Abstieg gut aufgestellt
Am Freitag, 20. August, starten die deutschen Elite-Klubs in die 48. Spielzeit der Fußball-Bundesliga. Mit einer 18-teiligen Serie wollen wir Sie, liebe Leserinnen und Leser, auf die neue Runde einstimmen. In unserer dritten Folge beschäftigen wir uns mit dem 1. FC Nürnberg. Klares Saisonziel beim Club: den Klassenerhalt früher als in der letzten Saison (Relegation) sicherstellen.
Unvergesslicher Moment der vergangenen Saison
Eine Saison zum Vergessen! Am Ende zählte nur noch das Ergebnis: Hauptsache dringeblieben! Über das Wie wollte in Nürnberg niemand mehr sprechen. Selbst nach der erfolgreichen Relegation gab es keine ausgelassene Jubelfeier, sondern nur einen netten Mannschaftsabend. Dabei hatte auch diese Spielzeit ein paar wenige Höhepunkte: Ausgerechnet der Club brachte den bis dahin überragenden Leverkusenern beim 3:2 am 25. Spieltag die erste Niederlage bei.
Satz der vergangenen Saison
„Das hätten wir uns ersparen können“, sagte Trainer Dieter Hecking nach der Relegation. Wohl wahr! Der FCN brachte sich durch unerklärlich schwache Leistungen und vier Niederlagen in den letzten fünf Saisonspielen noch einmal selbst in große Not.
So steht es um den Trainer
Thomas von Heesen galt bei den Club-Fans schnell als schnöselig, Michael Oenning war ihnen zu intellektuell. Da ist Dieter Hecking schon deutlich beliebter. Bei der Vereinsführung ist der Westfale mit Wohnsitz in Bad Nenndorf bei Hannover (derzeit) ohnehin unumstritten. Die FCN-Bosse wollten Hecking selbst im Falle des Abstiegs gerne behalten. Der Schatten Hans Meyers wird im Rückblick auf den Pokalsieg 2007 freilich länger und länger.
Ihn würden die Fans gerne noch fortjagen
Nur die Fans? Auch Trainer, Sportdirektor und Präsidium würden Angelos Charisteas lieber heute als morgen verabschieden. Der griechische EM-Held von 2004, mit 1,8 Millionen Jahresgage Top-Verdiener im Verein, hat noch ein Jahr Vertrag, muss aber mittlerweile beim Regionalliga-Team trainieren. Warum Nürnbergs bislang teuerster Einkauf (2,5 Millionen Euro) in drei Jahren in Franken nie so recht Fuß fasste, bleibt ein Rätsel. Sein schwacher WM-Auftritt in Südafrika – Charisteas wurde bei Griechenlands Auftaktniederlage gegen Südkorea ausgewechselt und durfte hernach nicht mehr ran – hat seinen Marktwert nicht erhöht.
Trainers Liebling
Um Per Nilsson haben sich Dieter Hecking und der Club schon im vergangenen Winter bemüht, nun wechselt Hoffenheims schwedischer Kapitän ins Frankenland und soll dort nicht nur die Abwehr verstärken, sondern auch die eingefahrene Hierarchie mit den alteingesessenen Führungsspielern Raphael Schäfer, Andreas Wolf, Javier Pinola und Marek Mintal ein wenig durcheinander wirbeln. Auch Hecking wird es wissen: Proteste aus der Mannschaft kosteten nicht zuletzt sowohl von Heesen als auch Oenning den Job.
Der Kultkicker über seine Erben
Dieter Eckstein, Nürnbergs Publikumsliebling der achtziger und frühen neunziger Jahre, hat in der vergangenen Saison „in wichtigen Spielen das kämpferische Element gefehlt. Aber in der Relegation wussten dann zum Glück alle, worum es geht“. Den bei Misserfolg schnell laut werdenden Kritikern von Sportdirektor Martin Bader mag Eckstein nicht folgen: „Bader macht seine Sache sehr gut. Der Weg mit vielen jungen Spielern ist genau richtig.“ Vielleicht hindert Ecksteins Tätigkeit in der Fanbetreuung ihn auch an offener Kritik. „Die Fans“, sagt er, „haben sich mit dem Auf und Ab schon längst abgefunden. Beim Club wird es wenigstens nie langweilig.“
Hier gibt's die beste Wurst
In der Bratwurst-Metropole schmeckt's fast an jeder Ecke. Dass ganz viele der Original Nürnberger Rostbratwürste ausgerechnet aus der Fabrik von Bayern-Manager Uli Hoeneß stammen, verdirbt manch eingefleischtem Cluberer aber noch immer den Appetit.
Der skurrilste Fan-Artikel
Einmal im Stadion erspäht und nicht im Fanshop erhältlich: Der Fanschal mit dem Aufdruck „Rekordabsteiger – Der Club is a Depp!“. So viel Selbstironie ist auch unter leidgeprüften Cluberern eher unüblich.
So wollen sie spielen
Auf jeden Fall erfolgreicher als in der vergangenen Saison. Mit den Neuzugängen scheint die Defensive tatsächlich verstärkt, vorne hofft Hecking auf eine weitere Leistungssteigerung bei den Nachwuchskräften Mike Frantz und Ilkay Gündogan, den x-ten Frühling von Tor-Phantom Marek Mintal und die Treffsicherheit von Albert Bunjaku. Taktisch sind viele Varianten möglich. Die Frage ist eher, ob die Qualität reicht, um defensiv ausgerichtete Rivalen im Abstiegskampf auszuspielen. Das klappte in der vergangenen Saison so gut wie nie.
Was muss? Was kann?
Der Klassenerhalt ist Pflicht. Gerade die Verpflichtung des belgischen Defensiv-Routiniers Timmy Simons könnte ein Glücksgriff sein. Sollte er dem jungen Team die erhoffte Stabilität geben, kann das Bangen diesmal etwas früher erledigt sein.
Der Einlauftipp:
Es scheint als hätten Spieler und Verantwortliche ihre Lektion aus der letzten Zittersaison gelernt. Der Club dürfte für den Kampf gegen den Abstieg gut aufgestellt sein. Platz 13 bis 15 ist ein guter Tipp. Beim Rekordabsteiger sollte man sich da aber traditionell nicht zu sicher sein.
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Die neuesten Kommentare
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schmittguenter (7 Kommentare) am 28.07.2011 22:33
bundesliga - aktuellschaut doch mal nach - vielleicht habt ihr noch was von den 90er jahren - wirklich sehr aktuell !!!!!!!!!!!!!!!! |
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