aktualisiert: 29.05.2009 22:06 Uhr
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Fussball
FC 05 steigt ab: Angst vor dem Versagen lähmt
Die Schweinfurter bieten vor 2800 Zuschauern zu wenig, um der Landesliga zu entgehen
Aus und vorbei: Der FC 05 Schweinfurt ist zum vierten Mal aus der Fußball-Bayernliga abgestiegen, spielt nach zwei Jahren wieder in der Landesliga. Der Abschied war merkwürdig beim 0:1 (0:0) gegen den FC 04 Ingolstadt II.
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Leere Gesichter nach dem Abpfiff im Willy-Sachs-Stadion: Werner Jonas, der Vorsitzende des FC 05 (Mitte), versuchte, Sebastian Kneißl zu trösten. Auch Marc Reitmaier war konsterniert.FOTO Marion Wetterich -
Viel zu wenig Torgefahr entwickelte der FC 05. Toto Sharityar (links) versuchte es gegen Karl-Heinz Lappe mit einem Kopfball.FOTO Wetterich
75 annähernd leidenschaftslose Minuten zeugen von einem Versagen der Nerven. Zehn Minuten Tempo zu Beginn, ein paar weniger Aufbäumen am Ende – das war das traurige Ende einer wochenlang beeindruckenden Aufholjagd, die letztlich doch nur im vorletzten Platz mündete.
„Wir haben um jeden Ball gefightet, hatten aber nicht eine richtige Torchance", bilanzierte Trainer Frank Lerch. Der eine Halbsatz war weniger, der andere mehr treffend. Und war bei aller Niedergeschlagenheit („Ich fühle mich leer, klar, enttäuscht“) schien Lerch irgendwie mit sich im Reinen, klammerte sich immer wieder an die „tollen Rückrunde, auf die wir stolz sein können“.
Stolz dürfen sie – egal in welcher Liga – auch auf ihre Fans sein: So viel Mühe hatten sie sich gemacht, die Treuen des FC 05, ein riesiges Transparent zusammengeflickt, mit knallroten Buchstaben „Klassenerhalt“ drauf gepinselt. Dahinter wedelten sie Fähnchen, reckten die Hände in die Abendsonne, plärrten sich die Kehlen heißer. Und gebracht hat's – nix!
Warum? Weil die so wacker Angefeuerten, da beißt die Maus keinen Faden ab, Schiss hatten. Schiss, Fehler zu machen. Und darüber das Vertrauen in eigene Stärken genauso verloren wie jeden Ansatz von spielerischer Linie. Und natürlich letztlich das Rennen um einen der rettenden Plätze. Dabei hätte vermutlich schon ein Quäntchen mehr Mumm genügt, die schon lange jenseits jeglicher Spannung hausenden Ingolstadter in die Knie und damit mindestens eine Saisonverlängerung zu (er)zwingen.
Denn: Sich zerreißen sieht anders aus. Der Bus der FC-04-Reserve schaukelte erst um 17.58 Uhr hinter die Haupttribüne des Willy-Sachs-Stadions. Und irgendwie kickten die Jungprofis dann nach um zehn Minuten verzögertem Anpfiff auch entsprechend. Technisch gewieft, ballsicher auch, aber ein bisschen, na, sagen wir zurückhaltend. Was sich beinahe gelohnt hätte. Denn die fast eingeschlafene 05-Abwehr wirkte erschrocken, als Johannes Müller von rechts nach innen flankte, Karl-Heinz Lappe verpasste und Michael Wende den Ball freistehend drüber knallte (19.).
Der FC 05 war nur anfangs engagierter. Nur eben nicht besonders gefährlich. Mal abgesehen von Minute zehn: Nach einem Freistoß legte Sebastian Kress quer, doch vor dem verwirrten FC-Schlussmann Christian Krüger schaltete kein einziger Nullfünfer (10.). Bald fing das Publikum zu murren und die Mannschaft zu zappeln an.
Ideen verirrten sich fortan immer seltener ins Schweinfurter Spiel. Hohe Bälle in den Strafraum auf die Sturm-Zwerge Tobias Rosenberger und Michael Kraus, deren Sinn entschloss sich kaum Jemand. Lerch wurde an der Außenlinie immer hektischer, fuchtelte herum. Ärgerte sich: „Da haben die mit Rosenwirth einen Mann, der alles rausputzt, und wir spielen immer auf den. Das war naiv.“ Dabei hätte ein einziges eigenes Tor zu diesem Zeitpunkt gereicht, und der FC 05 wäre drin gewesen, so aber war er zur Halbzeit aufgrund der anderen Zwischenstände abgestiegen.
Die konnten sich ändern wie sie wollten, das bittere Resultat für Schweinfurt, es blieb bestehen. Denn das Tor fiel, doch auf der anderen Seite. Herbert Obele hatte im Mittelfeld Platz wie einst Bernd Schuster bei seinen legendären 40-Meter-Pässen und durfte sich für seinen Schlenzer zum 0:1 die rechte untere Ecke lange ausgucken (68.). Es war mehr Schock denn Trotz, der auf Schweinfurter Seite folgte. Keine giftigen Antritte Richtung Grundlinie, keine exakten flachen Anspiele in die Spitze, keine – wenn sonst schon nichts geht – kernigen Distanzschüsse. So steigt man nun mal ab. Punkt. Aus. Daran änderte auch die viel zu kurze Schlussoffensive nichts, als der Ingolstadter Benjamin Kauffmann einen Kopfball des eingewechselten Wladimir Slintchenko auf der Linie klärte (88.) und Rosenberger hauchdünn vorbei zielte (90.+1).
Und so sanken sie dahin, die Schweinfurter. Während sich drum herum eine gespenstische Ruhe ausbreitete. Landesliga heißt die Zukunft. Auf Selbitz, Strullendorf oder gar die benachbarte Turnerschaft freut sich eben keiner in einem Verein, in dem das Sportliche mit dem Anspruchsdenken mal wieder nicht hatte Schritt halten können.
Schweinfurt: Bergmann – Hetzel, Kress (79. Slintchenko), Demel, Cadiroglu – Sharityar – Reitmaier (54. Mache), Kneißl, Konrad – Rosenberger, Konrad (67. Mekic).
Ingolstadt: Krüger – Geiß (80. Grujic), Rosenwirth, Krammel, Kauffmann – Lassonde – Müller, Doll (54. Schapfl), Obele (72. Berger) – Wende, Lappe.
Tor: 0:1 Obele (68.). Schiedsrichter: Wallesch (Postau). Zuschauer: 2730.

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